Kapitel 22

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Wir gingen nun also zurück zum Gestüt, wo wir Nasim in Windes Eile fertig machten und dann zum Springplatz gingen, wo ich spontan eine Parcours auf L Höhe aufbaute, während Emely den Hengst warm ritt und zum Aufwärmen schon mal ein paar Hindernisse nahm. Danach trainierten wir zwei Stunden lang ehrgeizig, um dann schnell den Hengst zu versorgen und schließlich rein zu gehen, wo Emely sich schnell für die Schule fertig machte, während ich schon mal das Frühstück vorbereitete.

So ging es Woche für Woche. Jede Nacht trainierte ich zwei Stunden lang mit Emely und mittlerweile hatte ich auch Johannes so weit, dass er tatkräftig mit anpackte. Er trainierte sie etwa zwei bis drei mal in der Woche in der Dressur und brachte ihr in Rekordzeit die kompliziertesten Lektionen bei. Emely trainierte daran ehrgeizig und machte tagsüber mit Nasim lockeres Programm. Hier trainierte sie zum Beispiel für die Vorstellung bei der Körung, die schon bald stattfinden sollte, trainierte an der Kondition des Hengstes oder ritt mit ihm kleinere Springparcourse. Oft ritt sie auch einfach nur ein wenig aus oder ritt auf dem Platz einfach ein bisschen locker vorwärts abwärts. Irgendwas machte sie allerdings immer. Sonst würde Ben sofort misstrauisch werden.
Nebenbei trainierte ich auch weiterhin hart mit Ginger und steckte voll in den Planungen, für unser Hoffest. Dazu trainierte ich jede Woche mindestens einmal mit Lea und Emely zusammen. Ich hatte sie fest für das Showprogramm eingeplant. Sie sollten zu zweit eine Springquadrilllie reiten an der wir schon seit einigen Wochen arbeiteten. Die Panik der Stute vor Turnieren hatten wir inzwischen auch in den Griff bekommen. Julia hatte da mal wieder Wunder bewirkt und ihnen sehr geholfen.
Lotta hatte mittlerweile auch große Fortschritte gemacht. Sei war nun voll und ganz bei uns angekommen und klebte regelrecht an mir. Niemand, den sie nicht kannte, ließ sie an mich ran und war allgemein total auf mich fokussiert. Das war genau das, was wir eigentlich wollten, aber es war auch von Nachteil, da es bei den Turnieren immer relativ schwierig war. Auf den Turnieren selbst war es kein Problem, aber auf der langen Fahrt dahin wurde die junge Hündin immer ziemlich unruhig und gerade gegen Ende der Fahrt machte sie uns teilweise ziemlich fertig. Alles in allem hatte sie sich allerdings gut eingelebt und alle kamen super mit ihr klar. Das wichtigste war allerdings, dass Ben ihr voll und ganz vertraute. Dank ihr war nun alles wieder, wie vor Shalimas Tod und Ben machte sich viel weniger Sorgen um mich.

Der erste Tag im Dezember war ein Donnerstag. Somit war unser Hoffest vom Freitag den zweiten Dezember bis Sonntag den vierten. Die Wochen davor war mit jede Menge Stress gefüllt. Den gesamten Hof schrubbten wir auf Hochglanz und schon allein das nahm jede Menge Zeit in Anspruch. Da allerdings alle mit anpackten, schafften wir dies innerhalb von einer Woche. Danach ging es dann damit weiter, dass die große Halle, wo alles stattfinden sollte, ordentlich geharkt wurde. Der Sand wurde exakt glatt gezogen und der Ring wurde aufgebaut. Zusätzlich wurden noch ein paar Blumentöpfe aufgestellt, damit es einfach besser aussah.
Weiter ging es dann mit den Tribünen. Auch diese wurden ordentlich geputzt und mit Kissen ausgestattet. Jenny hübschte zum Schluss alles noch ein bisschen mit Dekorationen auf, sodass die Halle am Abend des nächsten Tages für die Show bereit war. In den letzten Tagen vor dem Fest brach dann, wie jedes Jahr, das Chaos endgültig aus. Hier wurde alles aufgebaut, was noch fehlte. Die ganzen Stände mit dem Essen und den Getränken, die ganzen Stände, die irgendwelche anderen Dinge verkauften und vor allen Dingen auch die Tische, wo wir abwechselnd Autogramme gaben und die Pferdepässe lagerten, um die Pferde nach der Auktion zu verkaufen. Ansonsten kamen noch jede Menge andere Sachen dazu, die aufgebaut wurden, aber ich hatte ehrlich gesagt ein wenig den Überblick verloren. Es war einfach mal wieder das perfekte Chaos. Zum Glück hatten wir Jenny. Diese behielt als Einzige den Überblick und so schafften wir es irgendwie, dass bis Freitag doch noch alles fertig war.

Am Freitag hatten wir es dann tatsächlich geschafft, dass Emely und Lea freigestellt wurden. Somit konnte das endgültig Chaos beginnen. Am Morgen begannen wir schon früh damit die ganzen Stuten mit ihren Fohlen auf Hochglanz zu polieren und sie komplett fertig für die Show zu machen. Somit putzten wir den ganzen Morgen über hundert Stuten mit ihren Fohlen. Gerade bei den Schimmeln, war dies gar nicht so einfach. Grasflecken und Schlamm waren echt verdammt hartnäckig. Da brauchte man für so ein weißes Pferd schon mal eine Stunde. Das bedeutete dann wiederum noch mehr Stress, denn das hieß noch weniger Zeit für die anderen Pferde. Das war dann schon ganz schön schwierig, denn fast die Hälfte der Stuten waren Schimmel. Der Rest war dafür umso pflegeleichter und so schafften wir es gerade so noch bis um elf Uhr alle Pferde fertig zu machen.

Um punkt elf Uhr öffneten wir dann die Tore der Reithalle, sodass alle, die bereits da waren, rein konnten.
Die Tribünen der Reithalle füllten sich schnell und eine halbe Stunde später ging es los. Ich übernahm, wie jedes Jahr, die Moderation des Festes.
"Hallo an alle, die auch dieses Jahr, wieder an unserem Hoffest teilnehmen! Wir beginnen wie jedes Jahr heute mit der Fohlenshow. Auch in diesem Jahr sind es wieder jede Menge Fohlen, die vorgestellt werden und zum Verkauf frei stehen. Nach einer Stunde folgt immer ein halbstündiges Showprogramm. Ich wünsche ihnen viel Spaß und wir beginnen nun mit den ersten Fohlen.", sagte ich und es folgte ein tosender Applaus. Nun führten die anderen nach für nach die Stuten in den Ring und stellten sie im Schritt und im Trab vor, während ich alle wichtigen Daten zu den Fohlen nannten.

So ging es eine Stunde lang, bis dann die erste Pause folgte. Hier machte ich nur kurz die Ansage, was nun passieren würde und verließ die Reithalle dann.
Als erstes war Johannes mit seinen Dressurlektionen an der Reihe. Er zeigte Lektionen aus der hohen Dressur und kommentierte diese über ein Mikrofon.
Ich drehte in der Zeit eine kurze Runde durch den Stall, um überall kurz nach dem Rechten zu sehen und ging dann zu unserem Stand, wo schon einige ungeduldig auf mich warteten. Hier gab ich nun zwanzig Minuten lang Autogramme und machte mit Fans Fotos. Dann ging ich noch einmal kurz durch den Stall und ging wieder zurück in die Reithalle, wo Johannes gerade mit seiner Dressur fertig war. Ich machte nun wieder eine kurze Ansage und dann ging es auch schon weiter mit den Fohlen.

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