Chapter Fourty-Five

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„Ich kann nichts dafür, dass die Erde alle Dinge, die eine geringere Masse als sie selbst besitzen, wie zum Beispiel Teller, mit 9,81 Meter pro Sekunde zum Quadrat beschleunigt." Brad deutete auf die Scherben am Fußboden. „Und zwar nach unten."

„No shit Sherlock! Physik hatten wir alle mal und nur weil du zufälligerweise noch ein paar Zahlen auswendig weißt, brauchst du nicht gleich damit anzugeben!" Elisa tippte mit der Spitze ihres Zeigefingers gegen seine Brust, die sie ohnehin fast berührte, so nahe wie die beiden wieder einmal aneinander standen. „Wäre an der Zeit, dass auch Haushalt führen ein Pflichtfach in der Schule wird."

„Jetzt hör doch endlich auf so zu tun als wäre ich nicht alleine lebensfähig!" Brad hatte sich ein wenig herabgebeugt, sodass seine Nasenspitze nur Zentimeter von Elisas entfernt war, sie aber trotzdem keine Anstalten machte, auch nur ansatzweise zurückzuweichen.


Küsst euch doch einfach! Anna rollte mit den Augen und ließ endlich die Türklinke los, die sie seit einer kleinen Ewigkeit umklammert hielt. So gesehen war es vermutlich eine schlechte Idee gewesen, den Raum beinahe lautlos zu betreten, wie sie es eben immer tat, musste sie nun doch einen Weg finden, die Aufmerksamkeit der beiden zu bekommen ohne in einer peinlichen Situation zu enden.

„Das habe ich nie behauptet!" Elisa kniff ihre Augen ein Stück zusammen, wohl, um ihrem Blick noch ein gewisses etwas Tödlichkeit zu verleihen, von der sich Brad allerdings wenig beeindruckt zeigte.

„Ähm, Leute?" Vorsichtig hob Anna eine Hand und hatte so binnen Sekunden die Aufmerksamkeit der beiden, die nun endlich einen Schritt auseinander gingen.

„Oh Entschuldigung, ich habe dich gar nicht bemerkt." Elisa schenkte ihr ein Lächeln und warf den Scherben am Fußboden einen kurzen Blick zu, der wohl als Warnung zu verstehen war, nicht auf sie zu treten. „Was gibt's denn?"

„Naja, ich bin hier um euch, oder eigentlich Brad", sie deutete auf den Lockenkopf, der lediglich die Stirn runzelte, „um einen Gefallen zu bitten."

„Was soll ich tun?" Er verschränkte seine Arme und lehnte sich gegen eines der Regale, während Anna immer klarer wurde, welche Aufgabe sie sich eigentlich gestellt hatte. Und so konnte sie nur hoffen, dass Linsey Recht behielt und ihr Elisa zu Hilfe kommen würde.

„Naja, meine Eltern veranstalten am Freitag so eine Feier und..."

„Nein danke!", wank er zu ihrer Enttäuschung ab, bevor sie denn Satz beenden konnte. Brad war offenbar noch sturer als sie es gedacht hatte.



„Jetzt lass sie doch wenigstens ausreden, also wirklich!" Überrascht blickte sie zu Elisa, die Brad mit erhobenem Zeigefinger tadelte, woraufhin er lediglich seufzte und Anna das als ein Zeichnen hinnahm, dass ihr Plan vielleicht noch nicht ganz zum Scheitern verurteilt war.

„Jedenfalls darf ich jemanden, plus Begleitung, mitbringen und nachdem das Durchschnittsalter bei diesen Feiern gefühlte Sechzig ist, würde ich mich sehr freuen, wenn du mir ein wenig Gesellschaft leisten würdest." Sie legte ihre Hände aneinander, während Brads Augenbraue nur noch ein wenig höher wanderte.

„Warum fragst du nicht einfach Mike? Der sagt sicher nicht nein", sprach Brad das Offensichtliche aus, dass sie daran erinnerte, dass sie ein wichtiges Detail übersehen hatte.

„Die Sache ist die: Meine Eltern haben keine Ahnung, dass ich hier bin oder dass Mike überhaupt existiert. Aber sie möchten gerne jemand aus meinem Studium kennenlernen, deswegen bin ich ja zu dir gekommen", erklärte sie ihm, während er ihre Worte kurz überdachte und sich dem Schmunzeln nach zu urteilen darüber amüsierte, dass sie sich heimlich in seinem Haus aufhielt.

Break the Cycle |Linkin Park|Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt