Schlechtes Karma

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Es dauerte nicht lange und ich hörte Schüsse. Ich sprang auf und sah aus einem der Fenster, die doch ziemlich weit oben waren. Doch ich schaffte es mich hoch zuziehen, aber ich sah nichts. Es war Stockdunkel.

Dort jetzt raus zu gehen wäre Selbstmord, die Leute da draußen würden mich sicherlich für einen Beißer halten. Und darauf hatte ich nun keine Lust. Was merkwürdig war, wir sind über 7 Monaten keinem Menschen begegnet und nun?

Also setzte ich mich wieder und versucht zu schlafen. Es gelang mir jedoch nur schwer.

Ein knarrendes und quietschendes Geräusch, ließ mich aufschrecken. Es kam von der Tür! Ich war mir sehr sicher, dass es von der Tür kam. Jemand oder etwas wollte hier hinein. Ich zog meinen Revolver und stellte mich in die dunkelste Ecke die die Kapelle hergab. Ich hörte Stimmen.

„Menschen..." Flüsterte ich.

„Da hat sich jemand verbarrikadiert!" Rief eine raue Stimme. Mein Herz raste und ich entsicherte den Revolver.

„He du da drin! Mach auf! Hier sind Matschbirnen!" Rief eine andere, männliche Stimme. Ich kämpfte mit mir und rang mich durch die Bank wegzuschieben. Als dies nun geschah, rannten zwei Männer und ein kleines Mädchen hinein. Ich erstarrte, denn sie waren Blutüberströmt.

Schnell schloss der eine Mann mit langem Bart die Tür und schob die Bank wieder davor.

„Danke!" Stöhnte er.

„Seid ihr gebissen worden?" Fragte ich ungläubig, als ich das Mädchen weinen sah.

Plötzlich knallte es an der Tür und ein widerliches stöhnen drang herein. Schnell holte ich eine zweite Bank, der eine Typ half mir und wir hoben sie auf die erste Bank.

„Wurdet ihr gebissen?" Ich klang nun eindringlicher.

Der andere Mann kniete neben dem weinenden Mädchen, es war gerade mal 8Jahre alt, auf keinen Fall älter.

Es kam noch immer keine Antwort. Ich hob meinen Revolver und zielte auf den Knieenden Mann. „Verdammt nochmal! Sprich oder ich knalle euch gleich ab!" Sage ich bedrohlicher. Der Kerl der mir half hob die Hände.

„Bleib ganz ruhig! Anna wurde nur festgehalten!" Versuchte er zu erklären. Ich wusste sie war verloren und ging zu ihr, ich wollte mir nur sicher sein, bevor...

„Hey Kleine, zeig mir mal deinen Arm!" Sagte ich lächelnd zu ihr.

Sie schluchzte immer noch. „Bist du ein Doktor?" Fragte sie weinend. Ich nickte ihr zu und sie zeigte mir ihren Arm.

Doch nur ein Blick darauf wusste ich es nun genau. Ihr kompletter unter Arm war schwer entzündet und Blut unterlaufen. Ich schloss die Augen und trat zurück.

„Es hat keinen Sinn, so zu tun als ob man sie retten könnte." Murmelte ich

Der Typ der neben ihr Kniete flehte mich an.

„Bitte lass sie, solange sie noch kann! Ich bin ihr Vater." Seine Augen waren rot unterlaufen. Und sofort wusste ich, dass auch er infiziert war.

Ich hob die oberste Bank herunter und schob die andere davor weg. Öffnete schnell die Tür und erledigte die zwei wartenden Beißer davor.

„Raus!" Sagte ich und machte ihnen den Weg frei.

„Nein! Nein!" Sagte der weinende Mann neben dem Mädchen.

Ich wollte nicht sterben und draußen war es dunkel, ich musste Egoistisch sein. Sie würden eh nicht überleben. Ich zog meinen Revolver, entsicherte ihn und visierte ihn an.

„Ihr seid Infiziert, raus!" Sagte ich wütend.

Der schluchzende Typ nahm seine wimmernde Tochter auf den Arm und ging an die Tür. Er drehte sich zu mir und dann sah er den anderen Mann an.

„John, kommst du mit?" Fragte er leise. Dieser aber schaute zu Boden und ging zu dem Altar.

„Verräter!" Sagte er wütend und ging mit seiner Tochter fort.

Ich schloss die Tür und schob die Bank davor. Es war hart für mich zu sehen, wie das kleine Mädchen mich anstarrte als ich sie fortschickte.

Aber es musste sein. Ich kann meine letzten drei Patronen nicht für sie verschwenden. Ich ging wieder auf meine Bank und versuchte nicht allzu mitgenommen auszusehen.

„Was ist mit dir? Wurdest du auch gebissen?" Wollte ich wissen. Er riss sich vom Altar los und starrte mich an.

„Nein... sonst wäre ich ihnen gefolgt." Sagte er erst erschrocken und dann traurig. Ich schaute ihm direkt in seine Augen, sie waren braun und glasig.

„Hast du eine Gruppe?" Wollte er schließlich wissen. Plötzlich dachte ich an Rick und an Daryl. Sie machten sich sicher sorgen, aber ich musste Alice finden!

„Nicht wirklich. Hast du ein Mädchen unterwegs gesehen? Schwarze Schulterlange Haare? Schlank, mit einem Bogen?" Mir drängte sich die Frage einfach auf. Er setzte sich auf die andere Bank.

„Heute Morgen begegneten wir eine Gruppe, die so ein Mädchen bei sich hatte..." Begann er, ich richtete mich auf und wartete nicht ab, dass er sprach.

„Weißt du wie das Mädchen hieß?" Wollte ich wissen.

Er hielt sich den Kopf. „Ich glaube, Alice...." Ich unterbrach ihn mit einem erleichtertem seufzen, doch zugleich stieg in mir die Sorge.

„Was ist passiert?" Wollte ich weiter wissen, denn ich sah das er immer verzweifelter wurde.

„Wir hatten uns der Gruppe angeschlossen, doch ein paar Stunden später..." Er unterbrach und schluchzte.

„Was!? Erzähl weiter!" Ich stand nun vor ihm.

„Meine Frau verwandelte sich in einen dieser Matschbirnen und..." Schluchzte er wieder.

„Man jetzt hör auf zu heulen, was ist passiert?!" Ich schrie schon förmlich.

„Sie hat die anderen gebissen! Alle sind durchgedreht und haben sich gegenseitig erschossen oder wurden gefressen!" Sagte er leise und heulte weiter. In mir wurde es heiß und kalt.

„Was ist mit dem Mädchen passiert?" Ich fragte dieses mal leise und ruhig.

„Sie.... Ich..." Stammelte er. Ich klatschte ihm eine, es überkam mich einfach.

„WAS?" Zischte ich bedrohlich.

„Ich weiß es nicht! Ich sah sie nicht mehr als meine Frau die Anderen angegriffen hatte!" Sagte er verwirrt. Auf eine Art war ich erleichtert. Hoffentlich war sie schlau genug, das Weite zu suchen.

„Wo war das?" Ich wurde ruhiger.

„In der Nähe von Sargent..." Stammelte er. So weit war ich also gelaufen? So weit war Alice gelaufen? Was machte sie mit diesen Leuten zusammen? Ich ließ es erstmal auf sich beruhen und setzte mich auf die Bank. Noch hatte ich Hoffnung. Und so nickte ich wieder weg.

The Walking Dead - JaneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt