Rückkehr?

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Daryl sagte nichts und umklammerte das Lenkrad fest. Ich war erleichtert und konnte es immer noch kaum fassen. Er presste seinen Kiefer zusammen und schaute starr nach vorn.

„Was hast du?" Fragte ich vorsichtig nach. Immer wieder blickte er in den Rückspiegel.

„Wir werden verfolgt..." Zischte er zwischen den Zähnen hervor. Mein Herz schlug hörbar schneller und ich drehte mich auf meinen Sitz um. Und suchte am Horizont nach Anhaltspunkten, einer Verfolgung. Plötzlich glänzte etwas in der Ferne. Ich schlug mir die Hand vor den Mund und erstarrte.

„Diese Wichser..." Zischte Daryl wieder.

„Gib Gas! Wir müssen sie abhängen!" Rief ich panisch.

„Was glaubst du, was ich hier mache!" Pampte er mich an. Die Stimmung war gereizt. Ich wusste nicht was ich tun konnte...

„Wir müssen von der Straße runter..." Flüsterte ich. Er nickte und gab weiter Gas, aber der Armeewagen konnte gut schritthalten.

Der Tacho zeigte schon 200km/h an, mit einem heftigen Ruck riss er das Lenkrad rum und bog vom Highway.

„Greensboro?" Las ich auf dem Schild. „Was willst du in Greensboro?"

Er antworte nicht und nahm sich das Funkgerät.

„Leute? Wir kommen nicht zu euch, wir werden verfolgt... Wir werden uns irgendwo verstecken, bis die Luft wieder rein ist." Sagte Daryl ruhig hinein. Ich riss die Augen auf, was immer er auch vor hatte...

„Nein! Ihr kommt sofort her!" Ich erkannte Ricks Stimme. Nun bemerkte ich dass Daryls Anspannung nach ließ und sein Gesichts Ausdruck weicher wurde.

„Jane und ich werden euch nicht in Gefahr bringen!" Sagte er nun etwas leiser.

„Gib es mir!" Sagte ich und streckte die Hand aus, er gab es mir und klammerte sich wieder an das Lenkrad.

„Wir werden das auch schaffen, doch ihr müsst herkommen!" Schrie Rick nun.

„Rick... Sie werden alles tun um mich zu bekommen, ich sah es in ihren Blicken, ich will nicht, dass ihr meinetwegen drauf geht! Wir werden uns wieder sehen! Versprochen!" Sagte ich eindringlich und mein Herz wurde schwer und ein Kloß bildete sich in meinem Hals.

„Bitte nicht! Ich habe dich doch gerade erst wieder bekommen!" Schluchzte nun eine schnarrende Stimme, es war Alice.

„Sei stark! Bis bald..." Sagte ich leise und musste mir ein schluchzen verkneifen.

„Die Verbindung reißt bald ab..." Sagte Daryl leise.

„Ich Liebe euch alle so...Bis bald...." Weinte ich in das Funkgerät.

„...Na...Hi...rrzrr" Schnarrte es nur noch und die Verbindung brach zusammen.

Daryl fuhr wie ein wahnsinniger immer Richtung Norden. Über Wald und Wiesen Wege führte unsere fahrt, selbst im Dunkeln fuhr er weiter. Er sagte nichts, und mir war auch nicht nach reden...

Alices Pos.

„Sei stark bis bald..." Schnarrte es aus dem Funkgerät, sie klang verzweifelt.

„Ich Liebe euch alle so... Bis bald..." Danach war alles still.

„Jane! Nein, kommt sofort hier her! Ich werde nicht zulassen, dass sie dir etwas antun!" Schrie ich verzweifelt in das Funkgerät. Doch es kam nichts mehr... Warum sagte sie nichts mehr!? Das ist doch nicht die Möglichkeit!

„Jane! Nein!" Schrie ich in das Ding, aber nichts war mehr zu hören. Mein Gesicht verzerrte sich krampfhaft und ich stieß lautlose Schreie aus. Der Magen krampfte und ich resignierte. Ich hielt mir den Bauch und legte meinen Kopf zwischen meine Knie. Ich spürte warme Hände sich um legen.

„Scht... Sie werden wiederkommen..." Rick beruhigte mich, ich stieß ihn von mir weg. Ich wollte nicht angefasst werden, ich wollte alleine sein!

All das Ambiente wirkte Glanzlos und trist. Nichts konnte mich hier aufmuntern.

Ich ging in eine Art Kantine und entdeckte mehrere Flaschen Wodka auf dem Tisch, ich schnappte mir eine und wollte sie Leeren. Merle sagte immer, es hilft ihm den Schmerz runter zu spülen.

„Alice! Spinnst du?!" Schrie Rick mich an und schlug mir die Flasche aus der Hand. Sie zerplatzte an der Wand und die Splitter fielen zu Boden.

„Jane geht es gut! Daryl passt auf sie auf! Und wenn er sagt, dass sie zurück kommen, dann tun sie das auch!" Schrie er mich an.

„Woher willst du das wissen!? Ich habe bei den Soldaten Wochenlang gelebt! Ich weiß wie die Ticken!" Meckerte ich zurück. Rick wich nun einen Schritt zurück.

„Was meinst du?" Fragte er verwirrt und zog die Augenbrauen zusammen.

„Sämtliche ärztliche Unterlagen aus den ganzen USA, gingen kurz nach dem Ausbruch der Seuche nach Virginia Beach! Sie wussten, das es Menschen gibt die Immun waren! Sie haben Kopfgeldjäger ausgesetzt... Sie wird nirgendwo sicher sein!" Erklärte ich so ruhig wie möglich.

„Aber woher weißt du dass?" Entsetzt frage er nach.

„Ich habe gut Ohren..." Die Worte wurden immer leiser. Ich drängte mich an Rick vorbei und ging in die Etagen, in ein Zimmer. Ich rollte mich zusammen auf dem Bett und betrachtete die Messer.

Ich muss etwas tun...

The Walking Dead - JaneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt