Zurück zum Dorf, wir hatten kein Wild unterwegs gefunden und ich hatte auch kein Auge für Guhle, oder sonst was!
Artin nahm mich freudig in die Arme und tröstete mich sofort, ich musste ihr nicht mal erzählen was passiert war. Sie war einfach für mich da und tätschelte mir den Kopf. Ich lag mit diesem auf ihren Schoß vor dem Feuer und es war bereits dunkel.
„Was soll ich tun?" Fragte ich sie leise.
„Kleine Singa, ich kann es dir nicht sagen..." Sagte sie ruhig und tätschelte mich weiter.
„Ich erinnere mich an meinen Onkel und seiner Tochter, aber nicht an das was ich mit ihnen erlebt habe, nur an ihre Gesichter. Ich weiß nicht was sie mir bedeuten, oder..." Meine Stimme wurde immer leiser, bis sie ganz verstummte.
„Du musst entscheiden, ob du hier bleibst, oder ob du gehst!" Es stimmte was sie sagte, ich muss mich entscheiden, doch nicht jetzt.
Am nächsten Morgen sah es nicht anders aus, ich rief ihre Gesichter in Gedanken hervor und sagte immer wieder ihre Namen, doch es kam nichts mehr... keine Erinnerungen, keine Gefühle.
Der Kerl, Daryl, er hatte mich geküsst, was war da zwischen uns? Warum hat er das gemacht? Ich schüttelte meinen Kopf um den Gedanken zu verdrängen. Und ging vor die Hütte, Martock erwartete mich bereits, er lächelte und reichte mir seine Hand. Was immer er auch vor hatte, ich nahm sie an und er brachte mich an das Feuer der Ältesten, es brannte noch immer etwas. Ich setzte mich auf einen Baumstumpf und Martock nahm eine Handvoll Späne vom Boden und schmiss es ins Feuer, es fachte wieder auf.
„Erinnerungen sind wie Feuer, mal groß, mal klein! Und man selbst bestimmt wann es soweit ist!" Versuchte er mir zu erklären und ich merkte, dass er sich sichtlich Mühe gab.
„Kannst du es so ausdrücken, dass ich es verstehe?" Diese Indianischen Weisheiten nervten etwas.
„Du kannst dich erinnern, aber nicht hier. Hier findest du keine Antwort!" Es klang immer noch sehr wirr, doch ich verstand worauf er hinaus wollte. Hier werde ich mich nicht weiter Erinnern, ich musste wohl oder übel zurückkehren, wenn ich mich denn Erinnern wollte.
Ich teilte meine Fragen mit Artin und sie verstand mich, sehr gut sogar.
„Wir werden dich feiern, wenn du gehst, du hast uns große Hoffnung gebracht." Sagte sie ruhig, und ich stemmte die Hände in die Hüfte und schüttelte mit dem Kopf.
„Hoffnung, für was?" Wollte ich wissen. Sie lächelte mir zu und winkte mich zu sich, ich setzte mich neben sie.
„Du, unsere kleine Singa, hast Augen von Singa und auch Kraft wie Singa! Schamanen haben vorausgesagt, dass du kommst und uns heilst!" Sie erklärte es brummend und gab es Gesten reich wieder.
„Artin!? Wie soll ich Heilung bringen?" Ich wurde nun wieder leiser und sie tippte mir unsanft auf den Kopf.
„Hier drin!" Sagte sie etwas schroff und tippte weiter auf meinem Kopf. Ich nahm ihre Hand von meinen Kopf und schaute sie grimmig an.
„Hör auf! Das tut langsam weh! Und ich weiß nicht was du meinst!" Sie schnellte ihre Hand auf meine und hielt sie fest und pikste mit ihrem Messer in meine Fingerspitze, aus dem Affekt zog ich schnell meine Hand zurück und schaute auf den Stich, es blutete leicht.
„Das! Das bringt Heilung!" Und tippte mir wieder auf die Schläfe.
„Mein Blut?" Und wieder prasselten Erinnerungen auf mich ein und es stach in meinem Kopf wie Blitze.
Ein Guhl biss mich, es brannte heftig, aber ich überlebte... Ein Labor, der Doktor nimmt mir Blut ab, eine junge Frau, es war Jenny, sie half mir... doch wobei? Eine Glaswand! Und sie standen alle da! All ihre Gesichter sah ich da! Daryl, er weinte und Alice, sie war auch da!
„Ich kenne ihre Gesichter... Ich weiß wer sie sind... sie sind meine Familie!" Hauchte ich leise und Artin lachte leise und ich schaute zu ihr auf und verkniff die Augen.
„Artin, was soll ich tun?" Fragte ich sie leise, ja ich erkannte sie langsam wieder, doch ich wollte auch hier bleiben!
„Geh zu Familie..." Riet sie, doch ich schüttelte schnell den Kopf.
„Ihr seid auch meine Familie! Ich fühle mich bei euch wohl!" Erwiderte ich hektisch.
„Familie ist im Herzen, du bist eine Westliche Gestalt. Hier wirst du nie richtig glücklich!" Sagte sie mit erhobenem Kopf, als ob sie nicht traurig wäre, wenn ich gehen würde.
„Können wir nicht alle zusammen sein?" Hakte ich nach, ich wollte mich nicht Entscheiden. Sie stand auf und nahm mich in den Arm und zog mich in die Dorfmitte.
„Schau dir die Kinder an, die Männer und die Frauen... Sieh wie sie arbeiten. Sie hätten die Zivilisation damals wählen können, sie haben es nicht getan. Und Warum? Wir leben hier seid Jahrhunderten mit der Natur im Einklang, wir können und wollen nicht anders Leben, aber willst du hier so Leben?" Sie klang sehr Mütterlich und ich schaute mich um, die Kinder spielten im Sand oder flochten Körbe, die Männer nahmen das Wild aus und die Frauen nähten Kleidung oder stellten Schmuck her.
„Es ist nicht das, was ich mir vorstelle, aber..." Sie ließ mich nicht aussprechen und unterbrach mich aber sanft.
„Du hast deine Entscheidung längst getroffen... Kleine Singa." Als sie das sagte fühlte sich der Name Singa völlig falsch an.
„Mein Name ist Jane..." Und ich schaute ihr dabei in ihre großen braunen Augen und sie lächelte sanft und ihre Augen schimmerten hell.
„Hier bist du für immer Singa! Jetzt bereiten wir den Abschied vor!" Sie lächelte und ging in die Hütte wo sich die Zwei Ältesten immer aufhielten.
Am Abend wurde ein großes Feuer geschürt und wirklich alle, aus dem Dorf saßen am Feuer oder tanzten wild um das Feuer. Es war eine Abschiedsparty, Nuta wollte mir ein weiteres Tattoo machen und ich willigte ein, während sie alle tanzten oder aßen. Doch ich musste meinen Rücken hinhalten, an einem Stock befestigten Nadeln schlug er im Takt, der gespielten Trommeln in meinen Rücken. Von der Schulter bis zum Steiß, verspürte ich diese Schmerzen, aber es wären Erinnerungen die ich niemals vergessen würde!
Als er fertig war, hielt er mir einen Splitter eines Spiegels hin und ich nahm ihn, er hatte ein weiteres Stück in der Hand ich schaute hinein, er hat mir drei zickzack Muster auf das Schulterblatt bis hinunter zum Steiß gestochen.
„Zeichen für Wille und Stärke!" Sagte er Stolz und klopfte sich auf die Brust. Als nächstes kam Mara zu mir und reichte mir eine braune Tonschüssel und ich trank den Sud darin, die verbliebenen Schmerzen verschwanden und ich fühlte mich leicht und Frei und begann mit den Anderen zu Tanzen, Wild und Frei.
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The Walking Dead - Jane
FanfictionKlappentext: Was würdest du tun? Wenn die Welt, wie du sie kennst zu Ende ist... Jane und Alice machen diesen Horror durch, immer auf der suche nach Sicherheit. Zwischen Liebe und Tod, getrieben und verfolgt von Lebenden, sowie Untoten verschwindet...
