Flucht, Zuflucht

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Knapp zwei Tage liefen wir durch den Wald, der Jäger konnte einfach keinen Spuren folgen, zu viel Beißer waren in letzter Zeit hier unterwegs gewesen, sodass wir kaum etwas zu Essen fanden. Wir fanden einen Bach, in dem ich mich etwas säubern konnte.

Wasser war Mangelware, an Schlaf war erst gar nicht zu denken. Bis jetzt hatten wir alle noch keine Zeit um darüber zu reden, was geschehen war. Uns war es wichtiger eine Sichere Bleibe zu finden!

Erst als wir weit genug weg waren und nichts mehr von Terminus hörten oder sahen, kamen wir etwas zur Ruhe und liefen nicht mehr so schnell.

Die erste Nacht im Wald war furchtbar, alle waren angespannt und wir sagten kein Wort. Ab und zu streiften sich meine und Daryls Blicke. Ich konnte mir nicht vorstellen, was er über mich dachte.

Es war mir einfach so raus geplatzt. An einer kleinen Lichtung machten wir halt und ich wurde als Späher eingeteilt.

Daryl und Michonne eben so. Wir machten uns in verschiedenen Richtungen auf und suchten nach einem Dorf, einer Stadt oder einfach nur ein Haus, in dem wir uns etwas hätten ausruhen können. Mein Revolver hatte nur noch zwei Schuss und meine Machete war auch schon ramponiert, sehr viele Beißer hätte ich damit nicht mehr erledigen können. Wir mussten dringend endlich etwas finden! Irgendwas!

Ich schaute mich in dem eintönigen Wald um, nur verdammte Bäume! Bäume das war es doch! Ich steckte meine Machete an den Hosenbund rieb mir meine Hände warm und sprang hoch und zog mich an einem der Äste hoch, es war eine verzweigte Kiefer. Sie eignete sich sehr gut zum Klettern. Immer höher kletterte ich hinauf, ein paar trockene Äste kratzten mein Gesicht und hielten hier und da die übergroße Weste fest.

Ich hätte sie Daryl schon längst zurückgeben sollen, die Schussweste habe ich Rick gegeben, er gab sie Carl. Er machte sich sehr viel sorgen um ihn. Aber wir kamen glimpflich aus der Sache raus. Ich hatte Glück! Denn der Baum war etwas größer als die Anderen, ich kletterte so hoch ich konnte und sah mich nun um.

Wir waren von Bergen umgeben! Und überall war Wald...

Doch dann hörte ich ein, mir ein gut bekanntes, Geräusch, ich drehte meinen Kopf in die Richtung, ich sah eine Straße! Und darauf glänzte etwas Schwarzes...

Die Geräusche des Motors, es war MEIN Mustang!

Beth und Judith! Sie waren noch am Leben! Ich schwang mit den Armen und verlor das Gleichgewicht und prallte an den Ästen ab. Schnell griff ich nach einem anderen Ast und hielt mich fest.

„Scheiße! Das wird Blau!" Meckerte ich mich selbst an.

Schnell erklomm ich wieder den Baum und sah den Mustang noch, ich verfolgte ihn mit meinen Blicken, mal war er weg, hinter den Bäumen und dann sah ich ihn wieder. Er hielt an und ich erkannte Häuser. Kleine Häuser aus rotem Backstein.

Nun hatten wir endlich ein Ziel! So schnell wie möglich kletterte ich wieder runter, einige male rutschte meine Hand ab und schrammte sich, an der Rinde auf, jedes Mal fluchte ich. Hoch war es definitiv einfacher als runter. Es waren noch knapp 3m bis ich wieder Boden unter den Füßen hatte und da tauchte plötzlich ein Beißer unter mir auf. Er hatte mich noch nicht entdeckt, also blieb ich ruhig stehen und versuchte mich nicht mehr zu bewegen. Der Beißer hatte nur noch einen Arm und trug kaum noch Kleidung, er roch und schnappte umher. Sicher roch er mich! Ich wollte nach einem Ast greifen und mein Bein etwas entlasten, denn ich stand hier echt krampfhaft da.

Als ich ihn erreichte und ich das Gleichgewicht verlagerte, brach der Ast unter meinen Füßen schon, der Beißer sah auf und schnappte wild und starrte mich mit seiner verfaulten Visage an. Sein Kiefer hing schief und seine halbe Gesichtshälfte war...war einfach fast weg! Dreck und verfaultes Blut klebten an ihm.

The Walking Dead - JaneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt