Ich weiß es einfach!

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Alice PoV.

Der General zog seine Panzer ab und ließ uns komplett in Ruhe, nur ab und zu mal schaute er persönlich und jedes Mal unbewaffnet, vorbei. Nur Rick sprach mit ihm, keiner wollte sich mit so einem Kerl unterhalten!

Judith weinte oft und fragte immer wieder nach Jane, ich erzählte ihr, dass sie nur auf Plünder Tour ist und sicher bald wieder da sei. Ich hoffte so sehr, dass sie bald wieder da war!

Rick fuhr mit Michonne jeden Tag früh weg und kamen erst, meist mitten in der Nacht wieder, auch Glenn und Maggie fuhren oft zusammen weg. Sie hatten einen Zaun gefunden und sie bauten ihn zu einem Tor um, damit die Beisser nicht sofort in das Hotel Gelände gelangen konnten. Weder der General, noch einer unserer Suchtrupps fanden Jane, Daryl oder den Governor. Aber ich konnte spüren, dass es ihr gut ging. Naja, auf jeden Fall spürte ich dass sie Lebte, ich war mir sicher! Und sicher war auch, dass sie wieder Richtung Norden flohen, die Berge und Täler sind ideal zum Verstecken, der Governor wird sie nicht finden! Er durfte sie einfach nicht finden!

Motorengeräusche zogen mich aus meinen Gedanken, ich hatte Tor Dienst und rannte hin, es war merkwürdig, es war erst Mittag und ich erkannte Ricks Van! Schnell schloss ich das Tor auf und er fuhr hinein. Sein Gesichts Ausdruck ließ nichts gutes zu...

Nachdem ich das Tor wieder verschlossen hatte, rannte ich zum Wagen, Michonne öffnete die hintere Tür und ich sah... Daryl! Benommen wankte ich dichter und Michonne zerrte Daryl aus dem Wagen. Er war komplett verdreckt und altes Blut klebte an ihm, er ließ fast leblos seinen Kopf hängen und ein Geruch schlug mir entgegen, war er besoffen?

„Was ist, wo ist Jane?!" Schrie ich fast Lautlos auf. Michonne brachte Daryl rein und ich starrte ihnen hinterher. Ich sackte auf die Knie und rappelte mich sofort wieder hoch, Rick kam um das Auto rum und sah mich an und biss den Kiefer zusammen. Er sagte nichts und ging rein, schnell lief ich ihm hinterher und folgte ihm in die Kantine, er stand mit dem Rücken zu mir und öffnete eine Whiskey Flasche und trank draus. Ich ging dichter auf ihn zu.

„Sie ist Tod..." Hauchte er leise, ich riss meine Augen auf.

„Nein! Sie lebt!" Sagte ich streng, es stimmte nicht, ich würde es spüren!

„Doch Alice! Daryl hat es gesehen!" Er wirkte wieder Ernst, mir war es egal. Ich würde es wissen, wenn sie Tod wäre! Ich stürmte die Treppe hoch, Michonne hat Daryl in sein Zimmer gebracht und kam gerade wieder heraus und hatte einen Traurigen Blick aufgesetzt. Ich stürmte an ihr vorbei in das Zimmer, auf dem Bett entdeckte ich ihn, er lag mit ausgebreiteten Armen darauf. Ich stürmte auf ihn zu und blieb vor ihm stehen und trat ihm gegen sein Bein, er hob den Kopf etwas und ließ ihn wieder fallen. Er stank nach Alkohol, es war widerlich!

„Wo ist Jane!?" Motzte ich ihn an, war es ein lachen, was aus seiner Kehle ran?

„Sie... ist Tod!" Lallte er und rieb sich über sein Gesicht.

„Ist sie nicht!" Keifte ich ihn an und verschränkte die Arme.

„Sie ist von der Klippe gestürzt... Sie hat den Hurensohn von Governor mit in den verfickten Abgrund gerissen!" Lispelte er durch seine Hand, musste er sich die Tränen verkneifen? Er fing an zu wimmern.

„Sie lebt..." Sagte ich versteift darauf, er richtete sich ruckartig rauf.

„Nein! Verdammt! Wie sollte sie die Scheiße überlebt haben!? Sie ist Tod und nichts wird sie zurück bringen!" Stammelte er lallend und ließ sich wieder auf das Bett fallen. Mir reichte dieses Dumme Gespräch, ich verließ das Zimmer und zog mich auf das Dach zurück. Das konnte nicht stimmen, ich empfand keine Trauer! Wenn ihr etwas Schlimmes passiert wäre, dann hätte ich es gemerkt... Ich war mir so sicher wie nie!

Die ganze Nacht hielt ich weiter Wache, ich wollte nicht schlafen, sicher konnte Jane auch nicht schlafen. Auch wenn sie von einer Klippe gefallen ist, es gibt Chancen, dass sie das Überlebt hat und sie hat auch überlebt, jede Zelle in mir glaubte es! Die Sonne ging wieder auf und ich hockte noch immer an der Dachkante und starrte in die Gegend, das Feld was Rick angebaut hat, war von den Panzern platt gefahren, doch es sprießte ganz gut, sicher werden wir viel Ernten können.

„Hey..." Erklang es hinter mir, ich drehte meinen Kopf zu Seite und sah Daryl hinter mir, er hatte noch immer die furchtbaren dreckigen Klamotten an und stank nach Schnaps.

„Hey...." Erwiderte ich leise und verkrampft leicht, er setzte sich zu mir und stöhnte auf und hustete etwas.

„Es tut mir Leid!" Sagte er sehr leise und raufte sich die Haare.

„Es gibt nichts zu Entschuldigen!" Knurrte ich ihn an und stemmte die Hände auf die Mauer, er blieb ruhig und zitterte etwas.

„Alice, ich habe es selbst gesehen..." Sagte er sanft und ruhig, ich schnaufte und sah ihn verachtend an.

„Auch wenn du es nicht verstehst! Ich weiß das es ihr gut geht und ich weiß das sie lebt!" Maulte ich ihn an, doch versuchte eindringlich zu sein. Er schüttelte den Kopf und sah mir in die Augen, er hatte Tränen in den Augen.

„Glaubst du nicht, ich wünschte mir auch, dass es ihr gut geht?" Wimmerte er und krallte sich in seine Hose fest. Er musste sich sehr zusammen reißen um nicht los zu heulen.

„Daryl, kapierst du es nicht! Sie lebt!" Spie ich schon fast und sprang auf. Er schüttelte den Kopf und stand langsam auf und legte mir seine Hände auf die Schultern und starrte mir eindringlich in die Augen.

„Woher willst du das wissen?" Hauchte er jetzt. Ich fuhr mit meiner Hand an mein Herz und klopfte drauf und starrte zurück.

„Ich spüre es..."

The Walking Dead - JaneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt