Meine Tränen waren versiegt, jetzt entstand in mir Wut und Verzweiflung.
Ich weiß nicht wie lange ich dort kauerte, doch als ich mich langsam wieder besann, sah ich, dass es bereits dunkel war. Meine Gelenke schmerzten und meine Muskeln rebellierten, als ich mich aufrichtete.
Daryl stand am Fenster und starrte hinaus. Ich stand auf und musterte ihn.
„Bleibst du nur bei mir, weil dich Rick sonst zu Kleinholz verarbeitet?" Wollte ich wissen und sprach eintönig.
„Ich habe keine Angst vor Rick." Gab er knapp zurück.
„Warum dann?" Ich ging weiter auf ihn zu. Er stöhnte, drehte sich um und schaute kalt.
„Du würdest dich wahrscheinlich selbst umbringen oder Amok laufen..."
Ich schloss die Augen und drehte mich weg, als er so kalt sprach.
„Ich gehe die Tür abschließen..." Sagte ich leise und wollte gerade mich in Bewegung setzten, als er mich aufhielt, dieses Mal aber nicht grob, sondern hielt mich an meinen Schultern sanft zurück.
„Habe ich schon." Er drückte sich an mich ran und umarmte mich von hinten. Ich hielt seine Arme um meinen Oberköper fest. Ich spürte seinen Atem an meinem Hals. Und sein Bart kitzelte mich etwas am Nacken.
Ein Gefühl von Sicherheit breitete sich in mir aus. Und ich konnte mich wieder nicht zurück halten, ließ den Kopf hängen und weinte leise. Meine Tränen tropften auf seine Arme. Schließlich drehte er mich um und nahm mich richtig in den Arm. Mein Kopf lag an seiner Brust und ich hörte sein Herz schlagen. Sein regelmäßiger tiefer Atem beruhigte mich etwas.
„Wir werden sie finden!" Flüsterte er mir in mein Ohr.
Ich wollte nicht schluchzen und biss mir auf die Lippe und verkrampfte mich dabei etwas. Er bemerkte es sofort und nahm sich ein Stück zurück, nur soweit dass er mein Gesicht sehen konnte.
Ich wollte ihn nicht anschauen, auch wenn es relativ dunkel war, hätte er gesehen wie verzweifelt ich ausgesehen haben musste.
Es half alles nichts, er nahm mein Kopf in seine Hände und schaute mir in die Augen. Sie glänzten hell und funkelten, ich verlor mich in ihnen und wieder versiegten die Tränen.
„Du brauchst schlaf..." Sagte er dann einfühlsam. Ich nickte leicht, warum er auf einmal so freundlich und sanft war, war mir ein Rätsel.
Und löste mich aus seinem Griff und legte mein Waffengürtel ab und zog die Stiefel aus. Und setzte mich in mein Bett. Daryl wollte gerade zur Couch gehen.
„Kannst du bei mir schlafen?" Flüsterte ich kaum hörbar. Doch er verstand es und blieb stehen, drehte sich zu mir. Atmete tief durch und legte die Armbrust auf den Tisch vor der Couch ab. Er zog sich seine Motorradstiefel aus und legte sich neben mich. Nun legte ich mich auch hin.
Er lag auf dem Rücken und hielt seine Augen geschlossen, ich legte mich auf die Seite und schaute zu ihm rüber, mein Kopf tat weh, wegen diesem ganzen geflenne.
Er dachte sicherlich, dass ich nur am heulen war. Aber es sollte mir egal sein. Ich deckte mich zu und schlief schnell ein.
Mitten in der Nacht wachte ich schreckhaft auf und dachte an Alice, was wenn sie sich draußen verlaufen hatte, oder sich versteckt? Meine Augen brannten und ich konnte ein Schluchzten dieses mal nicht unterdrücken. Ich merkte wie er sich bewegte.
„Schlecht geträumt?" Fragte er verschlafen.
„Hmmh" Sagte ich nur um weitere Schluchzer zu vermeiden. Er drehte sich hastig zu mir um und zog mich halb auf sich drauf und hielt mich fest.
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The Walking Dead - Jane
FanfictionKlappentext: Was würdest du tun? Wenn die Welt, wie du sie kennst zu Ende ist... Jane und Alice machen diesen Horror durch, immer auf der suche nach Sicherheit. Zwischen Liebe und Tod, getrieben und verfolgt von Lebenden, sowie Untoten verschwindet...
