Unfähig mich zu bewegen, lag ich in meinem Bett und konnte alles nicht mehr verstehen, ich dachte auch nicht mehr nach. So war es besser, hier war ich daheim. Ich schloss meine Augen um vielleicht wieder diese Wahnvorstellung zu bekommen und dieser Welt zu entfliehen zu können.
Und da war sie auch schon, diese wohlige wärme die mich umhüllt, die Wärme von ihm, ich öffnete wieder meine Augen, doch ich sah nur die hell gelbe Wand vor mir. Ein seufzen flüchtete aus meinem Mund und ich schloss wieder meine Augen.
„Hey Kleine..." Ich hörte seine Stimme ganz nah bei mir, aber wenn ich meine Augen wieder öffnen würde, wäre dort nur diese Wand, so hielt ich sie geschlossen.
„Hey..." Flüsterte ich leise und musste mir die Tränen verkneifen.
„Ist das nicht schön hier? Die Sonne ist Heute so warm..." Sagte er wieder, und ich wusste ich könnte mich nun in seine Welt flüchten, zaghaft öffnete ich die Augen und sah in vor mir, er strich mir meinem Arm entlang und lächelte lieblich. Keine Narben waren mehr in seinem Gesicht, keine Spuren des Überlebenskampfes.
„Wo sind wir?" Fragte ich säuselnd.
„Dort wo immer du sein willst!" Nun strich er mir meine Haare aus meinem Gesicht. Wir lagen auf der Seite und ich sah ihm direkt in seine Augen, sie glänzten so schön.
„Bei dir..." Sagte ich leise und zog mich dichter zu ihn ran. Fest umschlungen hielt er mich fest und ich konnte sogar seinen Herzschlag spüren. Sein Atem flog über mich hinweg und nahm sämtliche Sorgen mit sich, ich war bei ihm, endlich wieder.
„Wir sollten langsam los, sie warten schon auf uns!" Sagte er nach langer Zeit.
„Zu wem, wer wartet?" Fragte ich zögernd und sah ihn wieder an, doch er lächelte sanft und richtete sich auf, ich tat es ihm gleich und sah, das wir an einem Strand lagen, es Meer rauschte sanft und schlug kleine Wellen an den Sandbänken und wirbelte den Schaum auf, der wild durch die Luft flog.
Es war herrlich warm und die Sonne schien grell auf uns hinab, daraufhin schrien die Möwen über uns und zogen weiter den Strand runter, ich stellte mich hin und der feine Sand klebte an meiner Haut und rieselte leise wieder zurück auf den Boden.
Unerwartet küsste er mir meine Schulter und legte seinen Kopf darauf, er seufzte und umschlang mit seinen Armen meinen Oberkörper, ich hielt sie vor mir fest und sah den Strand hinauf. Und ich sah drei Kinder im Sand spielen, sie hatten quietsch bunte Spielsachen in der Hand und bauten riesige Strandburgen, einer der Kinder war Carl, er hob gerade ein tiefen Graben aus, Judi war auch dabei und holte fleißig Wasser vom Meer und schüttete es in den Graben, aber da war noch ein Mädchen, dass ich nicht kannte.
„Daryl? Wer ist das Mädchen, dort bei Carl und Judi?" Fragte ich leise, der Wind frischte auf und der Himmel zog sich zusammen, schnell drehte ich mich zu ihm. Jetzt hatte er wieder seine alten Klamotten an und trug seine Armbrust.
„Sie war unser Kind." Sagte er mit zusammen gebissenen Zähnen, plötzlich waren wir nicht mehr am Strand, sondern in einem düsteren Wald, ich sah an mir runter, ich hatte Blut getränkte Kleidung an.
Zögernd und zitternd nahm ich meine Hände hoch und starrte sie an, auch sie waren über mit Blut, frischem Blut. In der rechten Hand hatte ich ein Messer, die Spitze war abgebrochen und es war auch sonst ramponiert und ebenfalls blutig.
Hastig suchte ich nach dem Mädchen und suchte den Wald mit meinen Augen ab, aber sie war nicht mehr da, nur die dunklen Büsche und der noch dunklere Wald, das Moos an den Bäumen schien sich zu bewegen. Ruckartig drehte ich mich wieder zu Daryl, doch auch er war nicht mehr da.
„Daryl?" Fragte ich erst zögernd.
„DARYL!" Schrie ich nun laut, es schallte auf mich tausendfach zurück, ein Krampf in meiner Brust brachte mich noch mehr zum schreien, und dann kam dieses ewige angsterfüllende Geräusch zu meinen Schreien dazu.
Beißer, hunderte strömten aus dem dunklen Wald, geifernd torkelten sie auf mich zu, ich starrte diese Biester an, mein Herz raste wild. Doch bevor der Erste mich erreichen konnte, lief ich los, einfach weg immer durch den Wald. Von überall schallte mein Schrei noch immer auf mich ein, mit der Mischung vom grollen und stöhnen der Beißer.
Der Himmel riss ein Stück auf und ein Sonnenstrahl schaffte es durch die dicken dunklen Wolken und traf ein Stück vor mir auf den Boden, auf eine Lichtung. Für eine Sekunde blieb ich stehen, denn ich sah eine dunkle Gestalt darauf stehen, wankend drehte es sich zu mir und trat in das Licht. Freudentränen sprudelten aus mir raus, denn ich erkannte wer dort stand, Daryl.
So schnell ich konnte lief ich auf ihn zu und nahm ihn fest in den Arm, kurz verstummte alles um uns herum und seine Arme hielten mich fest. Doch dann kam das grollende Stöhnen wieder und das sehr laut, wir würden jetzt gefressen werden, da war ich mir sicher, aber wenigstens, war ich bei ihm.
Ich spürte wie sein Körper anfing zu zittern und dann verspürte ich kalten Stahl an meinem Hinterkopf.
„Es wird gleich vorbei sein, dann sind wir für immer zusammen." Sagte er leise und legte seine Lippen auf meine, eine letzte Träne glitt aus meinem Auge und er schoss.
Die Kugel ging durch unsere beider Köpfe, wir waren Tod und doch für immer zusammen.
Mit einem Schrei wachte ich auf und musste feststellen, dass wieder diese verdammte Wand vor mir war. Dies war nur eine Einbildung, wie sonst auch, doch es fühlte sich so echt an, ich musste mich beruhigen, bevor ich wieder eine Spritze bekommen würde, so ging ich schwankend zur Tür und in den Aufenthaltsraum, ich setzte mich wieder auf meinen Sessel und begann zu wippen, es beruhigte mich. Sehr sogar!
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The Walking Dead - Jane
FanfictionKlappentext: Was würdest du tun? Wenn die Welt, wie du sie kennst zu Ende ist... Jane und Alice machen diesen Horror durch, immer auf der suche nach Sicherheit. Zwischen Liebe und Tod, getrieben und verfolgt von Lebenden, sowie Untoten verschwindet...
