Versuchte Erinnerung.

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„Singa! Steh auf, Heute kommst du mit!" Rief Martock in die Hütte, es dauerte nur wenige Sekunden und ich sprang aus der Hütte und stand vor ihm.

„Fertig! Geht Los!" Sagte ich erfreut und erntete missverständliche Blicke, denn sie verstanden meine Ausdrucksweise noch immer nicht ganz. Vier Monate war ich schon hier und ich fühlte mich Sau wohl. Obwohl ich immer noch nicht wusste wer ich war, aber es war nicht mehr schlimm. Ich konnte nichts vermissen! Die Welt ist Untergegangen und ich machte mir wenig Hoffnung, jemanden zu treffen den ich kannte, das war das Einzig gute an meiner Amnesie.

Martock lehrte mich vieles, unter anderem das Kämpfen und Jagen, Spurenlesen und auch Fischen. Auch wie man sich gegen die Guhle wehrte oder in der Wildnis überlebte, auch wie man nachts ruhig schlafen konnte, wenn man es nicht bis in das Dorf schaffte. Und noch vieles mehr, er half mir in jeder Minute in der ich ihn brauchte.

„Du bist Schwester des Dorfes! Meine Schwester!" Sagte er am Feuer und hielt meine Hände fest in seinen.

Er lächelte mich an und drückte mir eine Machete in die Hand, er selbst hatte eine selbstgebaute Axt dabei. Nuta kam auch mit uns mit, er war ein Mann mittleren Alters und schaute immer grimmig, obwohl er eigentlich ganz nett war. Er war im Gesicht tätowiert, es ging runter bis an seine Arme und den Rücken hinunter, ein Zeichen großer stärke. Erst bekamen wir die Typische Gesichtsbemalung von den Mädchen im Dorf und dann wollten wir auf die Jagd gehen. Artin hatte Angst um mich und wollte mich überreden, den Männern das Jagen zu überlassen, aber ich fühlte mich nicht wohl dabei, nur am Feuer zu hocken und über meine Vergessenen Erinnerungen nachzudenken, so kamen sie sicher nicht wieder.

Ich war nun fast so gekleidet wie die Frauen im Dorf, dünne hellbraune Mokassins zierten meine Füße, das Barfuß laufen, härtete sie ab. Einen braunen Ledernen Rock, der mit bunten Federn und Perlen geschmückt war und das ehemals weiße, jetzt graue Shirt, das ich schon vorher anhatte. Die Federn in den Haaren, hatte ich erst gar nicht abgelegt. Die beiden Männer hatten lange Hosen an und trugen nur wenige Federn, Martock hatte sich eine neue Frisur gemacht, seine Seiten waren nun glatt rasiert und er hatte einen Irokesen Schnitt und diesen leuchtend Rot, mit Ton gefärbt. In diesem steckten drei Schwarze Federn, er war der Rabe.

Nuta war definitiv der Bär! Er trug auch Zähne von diesem Tier als Kette. Das wir so wenig anhatten war nicht so schlimm, auch wenn die Clanmutter sagte das Bisse von den Guhlen, tödlich waren, wir wussten, wie man sie umgehen konnte. Stille war hier das passendste Wort, was es in meiner Sprache gab. Und wenn das nicht half, war es die Flucht. Ich war schnell geworden, verdammt schnell. Nuta packte einen Sack mit mehreren Fladen ein und auch Feldflaschen, die sie mit Wasser gefüllt hatten. Ich befestigte eine an meinen selbstgeflochtenen Gürtel aus Weidensträngen. Ich empfand es als nützlich, denn ich konnte die Machete hineinstecken und musste sie nicht die ganze Zeit in der Hand halten.

Heute wollten wir für zwei Tage fort bleiben und Wild suchen, hier in der Nähe war kaum noch was zu finden, Martock sagte, dass sich das Wild zu dieser Jahreszeit immer in das Flachland zurück zog, weil dort die saftigeren Wiesen waren.

So liefen wir durch den Wald, über Wiesen und kletterten auf Berge, immer im schnellen Schritt, bis zum Mittag durch, bis wir eine Pause auf einer Lichtung machten. Ich aß einen halben Fladen, die Frauen hatten ihn aus Maismehl und einer Wurzel gemacht, es schmeckte nicht sonderlich, aber es machte satt und stärkte einen.

Wir versuchten die Städte zu meiden, hier sollen die Guhle wohnen, gruselig, wie ich empfand. Aber es half nichts, im Wald erspähten wir eine große Gruppe von Guhlen und wir mussten durch eine Stadt gehen. Taylorsville konnte ich auf einem Schild lesen, das vor dem Ort stand. Aber auch hier Erinnerte ich mich an nichts, ich dachte, wenn ich eine Stadt betrete, dann könnte ich mich an mehr erinnern. Außer an dieses Kind, Judi.

The Walking Dead - JaneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt