Es dauerte definitiv viel länger mit diesem Pickup, als mit meinem Mustang. Auch Daryl merkte es und fluchte immer wieder, dass das Ding endlich schneller fahren soll. Aber all das Fluchen brachte nichts.
„Na Verwöhnt worden?" Fragte ich Sarkastisch.
Er Blickte kurz in meine Richtung. „Etwas." Gab er zu. Das wars, mehr sagten wir nicht. Bis ich dann die Straße erkannte an der das Hotel lag. Und dann begann ich auf meinem Sitz hin und her zu hampeln.
„Musst du pissen?" Fragte er genervt.
Ich stöhnte auf. „Halts Maul und fahr weiter!" Das Hotel kam immer näher, ich war so aufgeregt. Wie Alice wohl reagieren wird, wenn sie erfährt dass Onkel Ricki dort war. Und dann fuhr er um die Ecke und parkte vor dem Hotel. Aber irgendwas stimmte hier nicht. Alice hätte uns doch kommen gehört der Motor war nicht zu überhören, dann wäre sie doch schon längst an der Tür. Ich stieg aus und ging zur Eingangstür. Daryl kam mir hinterher, ich spürte seine Blicke auf mir.
Ich holte meinen Schlüssel raus und wollte ihn in die Tür stecken, bis ich merkte dass sie offen war.
„Oh nein!" Sagte ich und stürmte rein und die Treppen hoch.
„Hey!...Hey! Warte nicht so schnell!" Rief er und folgte mir. Ich stand vor der Zimmer Tür, sie war verschlossen. Vorsichtig klopfte ich an die Tür.
„Alice?" Fragte ich leise. Es kam keine Antwort. In mir quollen die Tränen heraus und legte meinen Kopf an die Tür. Das konnte doch jetzt nicht wahr sein!
„Alice?" Fragte ich wieder, etwas lauter. Doch wieder kam keine Antwort. Mit zittrigen Händen Schloss ich die Tür auf. Es war so gut wie nichts verändert, nur das ihre Bettdecke nicht da war. Ich durchsuchte das Zimmer, das Bad. Danach stürmte ich in alle anderen Zimmer und suchte wie blöd. Daryl ließ mich nicht aus den Augen, als ich ihn kurz ansah. Sah er traurig aus und wollte mich am Arm packen.
„Lass mich! Alice ist hier irgendwo!" Sagte ich schluchzend und rannte wieder in die Lobby, dabei sah ich, dass mein Bogen, den ich hier Heute Morgen hingelegt hatte weg war. Kurz schaute ich in der Küche nach.
„Alice?" Rief ich hinein. Aber es kam noch immer keine Antwort.
„ALICE!" Rief ich und lauschte. Doch nichts war zu hören. Daryl stand an der Tür, er verschränkte die Arme. Verdammt, wo ist sie hin! Das konnte doch nicht wahr sein! Ich habe ihr doch gesagt, dass sie nicht raus soll!
„Ich geh sie suchen!" Sagte ich ernst und wollte gerade zur Tür gehen. Dieses Mal packte mich Daryl fester am Arm.
„Wir packen den Pickup voll und warten dann noch eine Weile. Dein Bogen ist weg, sie wird sicher versuchen zu jagen." Wollte er mich beruhigen? Es half nichts.
„Aber sie kann das doch nicht! Eher erschießt sie sich selbst... Lass mich los ich muss sie suchen!" Meckerte ich ihn an und versuchte mich zu winden.
„Es hat keinen Sinn da raus zu gehen und sie zu suchen, Verdammt!" Meckerte er nun.
„Lass mich endlich los!" Schrie ich ihn an. Ich versuchte meinen Arm zu befreien, doch er hielt mich fest.
„Wir warten hier auf sie! Sie wird schon noch kommen!" Sagte er eindringlich und schaute mir in die Augen.
In seinen Augen sah ich, dass er es ernst meinte. Ich wusste, dass er ewig so auf mich einreden würde. Also gab ich nach. Ich ließ meine Arme fallen und entspannte mich etwas.
„Gut, dann lass uns den Pickup voll machen!" Sagte ich leise.
„Geht doch, es gibt keine Anzeichen, dass ihr etwas passiert ist, mach dir keine Sorgen, sie wird sicher bald wieder hier sein." Beruhigte er mich weiter. Vielleicht hatte er Recht, vielleicht wollte sie sich die Zeit vertreiben... vielleicht.
Als er merkte, dass ich nicht mehr gehen würde ließ er seinen griff los und ich rieb mir den Arm, es wird sicher Blau. Dachte ich mir, dafür werde ich mich noch rächen.
„Ich räume die Küche, geh hoch und pack alles was man noch gebrauchen kann." Sagte er und verschwand in die Küche. Ich ging nach oben und holte mehrere blaue Säcke und räumte erst die anderen Zimmer leer, alle Klamotten, Bettdecken und Kopfkissen nahm ich mit. 10Säcke kamen zusammen, alle stellte ich runter vor die Tür. Einräumen kann Daryl, er schleppte fleißig unsere Vorräte zum Pickup.
Nun war nur noch mein und Alices Zimmer dran. Ich öffnete die Tür und setzte mich erst einmal auf mein Bett. Ich zog meine Decke ran und kuschelte mich kurz ein, ich dachte an Alice und mir trieb es wieder die Tränen in die Augen.
„Verdammt, Alice! Wo bist du?" Flüsterte ich und merkte wie wieder heiße Tränen sich ihren Weg bahnten.
„Alles Ok?" Fragte mich eine raue Stimme. Schnell wischte ich mir die Tränen weg und drehte mich um.
„Das kannst du dir doch denken!" Flappte ich leise.
„Die Küche ist Leer und die Säcke sind auch verstaut. Aber wie ich sehe ist hier noch mehr." Er stöhnte merkbar auf. Als ich mich aufrichtete, sah ich, dass es bald dunkel wurde. Schnell stand ich auf und sah zum Fenster hinaus.
„Pack deine Sachen, wir müssen weg bevor es dunkel wird. Ich habe keine Lust im Dunkeln zu fahren!" Wieder wirkte er Kalt.
„Dann fahr doch!" Trotzig Antworte ich ihm. Er klopfte zweimal auf den Rahmen.
„Man du machst mich fertig!" Sagte er genervt. Hektisch drehte ich mich um.
„Wenn du unbedingt willst dann fahr, ich bleibe hier und warte auf Alice!"
„Verdammt, Rick killt mich..." Sagte er kaum hörbar.
Es war mir egal was Rick mit ihm machte, Alice ist mein ein und alles. Auch wenn er mein Onkel ist, Alice ist wichtiger!
„Ich habe meiner Mom versprochen immer auf sie aufzupassen. Ich konnte damals nicht auf sie aufpassen...." Fing ich an zu erzählen. Daryl kam zu mir und stellte sich dicht hinter mich.
„Sie kommt schon bald zurück..." Wollte er mich aufmuntern.
„Sicher..." Sagte ich und versuchte einen Schluchzer zu unterdrücken.
Ich ging in das Badezimmer, ich wollte nicht, dass Daryl mich so sieht, es war einfach zu peinlich. Und packte alle Medikamente ein, die wir auf unseren Touren zusammen gesammelt hatten. Wir hatten mehr als genug um mindestens zwei Jahre, jeden Tag eine Schmerztablette zu nehmen. Auch Antibiotika hatten wir viel, Mullbinden, Pflaster, Hustensaft, einfach alles.
Wir hätten es so gut haben können, aber ich musste ja wegfahren und sie hier alleine lassen. Langsam verdrängte Wut meine Trauer.
Was fällt Alice ein einfach raus zu gehen! Ich habe ihr tausendmal gesagt, sie soll nicht allein rausgehen. Ein großer Rucksack voll mit Medikamenten und so'n Zeug. Ich stellte ihn an die Tür. Danach ging ich zum Schrank um unsere Persönlichen Klamotten zu packen. Doch als ich den Schrank öffnete überkam mich die Frucht.
„Ihre Sachen sind weg..." Sagte ich fassungslos. Daryl der es sich auf dem Sofa bequem gemacht hatte, kam in schnellen Schritten zu mir rüber.
„Sie kommt nicht wieder! Sie hat ihre Sachen gepackt und ist abgehauen!" Sagte ich noch immer fassungslos. Meine Knie gaben nach und ich saß auf dem Boden und hielt mir meinen Kopf, weil ich es einfach nicht verstehen wollte.
„Dieses kleine Miststück! Verdammte Scheiße!" Brummte ich vor mich hin.
Was war nur in Alice gefahren? Warum hat sie mich verlassen!?
DU LIEST GERADE
The Walking Dead - Jane
FanfictionKlappentext: Was würdest du tun? Wenn die Welt, wie du sie kennst zu Ende ist... Jane und Alice machen diesen Horror durch, immer auf der suche nach Sicherheit. Zwischen Liebe und Tod, getrieben und verfolgt von Lebenden, sowie Untoten verschwindet...
