Ein leises knarren weckte mich, doch ich öffnete weder die Augen, noch bewegte ich mich. So gut und fest hatte ich lange nicht mehr geschlafen. Ich hörte schritte die Quer durch das Zimmer gingen, bis hin in das Bad, was direkt an das Schlafzimmer grenzte. Wasser plätscherte und ein stöhnen drang zu mir. Es war Daryl, ich war mir sicher, wer sollte sonst hier rein kommen? Das was gestern auf dem Dach passiert war, war merkwürdig. Ich wollte weder ihn noch jemand anderen kränken. Doch bei ihm war ich mir sicher, dass er es schon war. Ich konnte ihn gut verstehen, was in ihm vorging, mir erging es ja nicht anders. Nur er konnte sich an unsere Vergangenheit erinnern, und ich eben nicht. Das machte ihn sicher total fertig, sollte ich vielleicht nur so tun, als sei alles in Ordnung? Es würde ihn sicher glücklich machen, doch nur ein Spiel spielen, wollte ich nicht.
„Ich weiß, dass du wach bist..." Grummelte er leise.
„Nein, bin ich nicht..." Flüsterte ich in das Kissen und zog es dichter zu mir, ich hatte mich die Nacht wohl nicht bewegt, denn ich lag noch immer auf dem Bauch. Er kam dichter und ich spürte seine Nähe, sehr Nahe musste er bei mir stehen.
„Du musst es eincremen..." Sagte er leise und ich spürte seine Finger an meinen Rücken entlang streichen, sofort bekam ich eine Gänsehaut und musste lächeln, es fühlte sich toll an.
„Du musst müde sein..." Stellte ich fest und klopfte auf die Bettdecke, nur kurz zögerte er und ich spürte wie er sich neben mich legte, seine wärme umgab mich leicht und ich blinzelte jetzt etwas. Er lag dicht neben mir und hatte seine Arme unter seinen Kopf gestreckt und hatte die Augen geschlossen. Es sah so aus, als ob er scharf über etwas nach dachte, denn seine Mundwinkel zuckten hier und da. Zögernd überlegte ich, ob ich wieder mit ihm sprechen sollte, aber ich wusste nicht wirklich über was! So entschied ich einfach meine Hand auf seine Brust zu legen. Sogleich zuckte seine Hand nach vorn und er legte sie auf meine. Er strich mit seinem Daumen über meinen Handrücken und seufzte auf.
„Als ich dachte... das du Tod warst... war ich oft kurz davor mich selbst umzubringen..." Sagte er leise.
„Ich bin froh, dass du es nicht getan hast..." Flüsterte ich zurück. In mir spürte ich ein wohliges kribbeln aufsteigen. Ich sah zu ihm rauf und er lächelte und sein Gesichtsausdruck war sanft. Jetzt stemmte er sich auf seinen Arm und betrachtete mich.
„Du hast dich für mich geopfert..." Sagte er schon fast traurig und mir war nicht klar was er sagte.
„Wie?" Fragte ich, und er erzählte mir was passiert war. Das ein Typ, der sich Governor nannte, mich haben wollte, denn ich trage das Heilmittel in mir, dass wusste ich ja, dank Artin. Ich floh mit ihm zusammen in den Wald, dort liefen wir in eine Falle und standen an der Klippe. Der Governor wollte ihn erschießen, doch ich stieß ihn von der Klippe und fiel mit ihm runter.
Er musste oft unterbrechen, während er es erzählte und mir stockte der Atem. Ich musste ihn wirklich sehr geliebt haben, doch warum erinnere ich mich nicht daran?! Ich schloss die Augen, ich musste seine Geschichte erstmal verarbeiten.
„Ich will, dass du dich an mich erinnerst..." Hauchte er und strich mir die Haare aus meinem Gesicht und steckte sie vorsichtig hinter mein Ohr. Ich wollte es auch, doch ich wusste, ich kann es nicht erzwingen.
„Wie sehr wünsche ich es mir... du kannst es dir nicht mal im Entferntesten vorstellen!" Seine tiefe, raue Stimme begann zu zittern, vorsichtig öffnete ich meine Augen. Der so harte und kalte Kerl hatte Tränen in den Augen und sein Gesicht war schmerz verzerrt. Ich konnte nicht anders und rutschte dicht an ihn heran und legte einen Arm um ihn. Er zog mich noch dichter und hielt mich fest in seinen Armen. Mein Kopf lag an seiner Brust, deutlich hörte ich seinen Atem, der ruhig und gleichmäßig ging, auch sein Herzschlag war laut und ging schnell. Ich spürte sein Zittern am ganzen Körper, das aber nach und nach aufhörte.
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The Walking Dead - Jane
FanfictionKlappentext: Was würdest du tun? Wenn die Welt, wie du sie kennst zu Ende ist... Jane und Alice machen diesen Horror durch, immer auf der suche nach Sicherheit. Zwischen Liebe und Tod, getrieben und verfolgt von Lebenden, sowie Untoten verschwindet...
