Wasser

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Glenn wollte unbedingt Mike dabei haben, was mir nicht wirklich Recht war. Solange er einfach nur mit anpackte... Und nicht mich...

Ein Zimmer im 1.Stock war voll gestopft mit Waffen und ich meine, richtige Waffen, die mit den Großen Kaliebern! Ich griff mir ein schickes Sturmgewehr, aber Rick bestand darauf, dass wir nur mit den Kleinen Waffen los ziehen. Diese wären nur für Notfälle, selbst der Dackelblick half dieses Mal nicht. So musste ich zu einer Glock 17 und einer Browning BDA greifen, natürlich durfte mein Messer nicht fehlen, was Alice für mich aufgehoben hatte.

Wir nahmen einen hohen Militärwagen, es war schon fast ein kleiner Lastwagen. Auf der Ladefläche standen zwei weiße, riesengroße Kanister, wir hatten nun die Aufgabe, diese voll zu machen.

Ich setzte mich als Beifahrer und Glenn fuhr. Mike stellte sich auf die Ladefläche und behielt die Umgebung im Auge. Glenn erzählte mir, dass sie schon einmal überrascht wurden und er, Carl und Maggie musste zwei Tage im Wasserwerk ausharren, bis die Beißerhorde weg war.

„Seit dem Winter, trifft man sie nicht mehr sooft! Dafür immer sehr zahlreich!" Sagte er und fuhr weiter. Ungefähr 3-4 Meilen waren es zum Werk, die fahrt verlief ruhig und es begegneten uns eine Hand voll Beißer. Er hielt vor einem riesigen Gebäude mitten in einem Industriegebiet, überall ragten erkaltete Schornsteine hervor. Grau in Grau und trist. Ich stieg aus und sah mich um. Mülltonnen und Schnee-matsch Haufen lagen hier, Reste von Beißern lagen verrottend auf den Wegen. Ihnen fielen langsam die Gliedmasen ab... Uhä...

„Jane, steig du auf den Wagen und halte Ausschau! Sag uns bescheid wenn etwas ist. Ich und Mike werden Wasser schleppen." Erklärte Glenn, ich nickte ihm zu und machte mich auf den Lastwagen. Jeden Eimer mit der Hand schleppen, mir hinauf geben und ich füllte ihn dann in einen der Kanister und gab ihn wieder runter und das wieder von vorn.

„So, Ablösung, bitte!" Schnaufte Glenn nach einiger Zeit und stieg zu mir hinauf.

„Da hinten bewegt sich andauernd was, halt dort die Augen offen." Sagte ich und deutete auf einen Zwischenraum bei den gewaltigen Gebäuden. Er nickte und nahm Position ein.

Unten reichte mir Mike die Hand, ich kniff die Augen zusammen und sprang vom Laster. Und ging an ihm vorbei in das Haus, drinnen war es genau so trist wie draußen. Ich schnappte mir zwei der Eimer und plötzlich stand Mike schon neben mir.

„Da drüben ist der Wassertank." Sagte er und ging vor, eine riesige Säule ging bis an die Decke. Er stellte einen Eimer unter einen Hahn und zog ihn auf, es dauerte eine Weile, bis die Eimer voll waren.

„Weißt du... ich, ich habe dir nie gesagt, dass ich dich vermisst habe..." Stammelte er. Ich stellte die Eimer an die Seite und stöhnte auf.

„Jetzt weiß ich es..." Sagte ich genervt. Der Eimer füllte sich und er stellte den Anderen unter.

„Weißt du, ich habe nie aufgehört an dich zu denken..." Stakste er rum, ich stöhnte auf und schnappte mir die Eimer und ging schnell raus. Ich versuchte nicht so sehr zu schwappen. Ich reichte Glenn die Eimer und wartete bis er sie mir wieder runter reichte. Ich hörte schnelle Schritte wieder hinter mir und huschte schnell an Mike wieder vorbei und rein. Gleiche Prozedur, Eimer drunter, Hahn auf, warten...

„Geh mir doch nicht aus dem Weg!" Mike schien genervt zu sein. Mir erging es nicht anders. Was wollte er von mir? Hat die Situation heute Morgen nicht gereicht? Ich wusste, dass er noch was von mir wollte, aber ich nicht mehr von ihm. War er so Naiv und merkte es nicht?

„Lass mich doch mit dir reden, Jane!" Sagte er leise, und er packte mich am Arm und drehte mich zu sich rum.

„Mike, das was damals zwischen uns war, war damals! Es ist schon lange Vorbei!" Erklärte ich ihm zickig. Wieder nahm ich mir die Eimer und schleppte sie zu Glenn. Und wieder zurück. Mike beeilte sich immer mehr um mich abzufangen, allein.

The Walking Dead - JaneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt