Lange fuhren wir, immer auf Landstraßen, niemals auf dem Highway. Wir sahen niemanden mehr von unseren Verfolgern. Wirklich schnell kamen wir nicht voran, wir machten in einer Kleinstadt Pause, wir brauchten dringend etwas zu Essen und Sprit.
Daryl passte auf mich auf, er bewegte sich mir gegenüber wie ein Magnet.
Keiner der Beißer kam mir näher als 5 Meter. Ich konnte also kaum etwas ausrichten, nur wenn er selbst in Bedrängnis geriet konnte ich einen umlegen.
Wir fanden einen kleinen Konsum, doch auch hier war kaum was zu finden, dieses Mal fanden wir Tüten Suppe.
Es schmeckte widerlich mit dem Kalten Bachwasser, aber besser als nichts.
Wir fanden einen Truck, der Benzin liefern sollte, nun lag er auf der Seite, aber der Tank war Leer.
Daryl fand einen Leeren Kanister und sammelte jeden Tropfen Benzin ein, den er fand. Nach 5 Stunden umherirren, hatten wir gerade Mal einen halben Kanister zusammen. Er trat gegen ein Auto und es schepperte Laut.
„Scheiße!" Brüllte er und trat erneut gegen einen Außenspiegel, er flog ein paar Meter und blieb in einiger Entfernung liegen.
Ich konnte nichts tun... rein gar nichts.
Der Wind frischte auf und ich rieb mir die Schultern, ich hatte einen blauen Pullover gefunden, er war mir viel zu groß und kratzen tat er auch noch, aber er erfüllte seinen Zweck. Daryl sah zu mir rüber.
„Alles Ok?" Fragte er besorgt, ich nickte ihm zu und ging weiter, zurück zum Mustang.
Daryl füllte gerade das bisschen Benzin in den Tank und ich lehnte mich neben ihn ans Auto und schaute nach oben. Eben war es noch heiß und ich lag im Pool und nun nur gefühlte Augenblicke später, zog sich der Himmel grau zusammen, die Bäume hatten fast alle Blätter abgeworfen...
Ein weißer Punkt zwischen dem Grau am Himmel erregte meine Aufmerksamkeit, es flog dichter auf mich zu, immer dichter und landete auf meiner Wange. Eiskalt durchzog es mich.
„Es schneit..." Und noch mehr, tausende dieser kleinen weißen Flocken fielen zu Boden. Daryl richtet sich auf und schaute nach oben. Und nickte langsam.
„Wir müssen uns beeilen..." Sagte er und stieg ein. Ich tat es ihm gleich und schon trat er auf Gas.
Die Flocken wurden dichter und wir sahen kaum mehr etwas von der Straße.
Selbst die Scheibenwischer kamen nicht mehr hinterher.
„Wir müssen hier bleiben! Sonst bleiben wir noch stecken!" Sagte ich aufgeregt, denn ich sah nur noch das saubere weiß von dem Schnee.
„Mitten auf einem Feldweg?" Es klang eher wie eine Antwort, als eine Frage.
Er fuhr einfach weiter, zwar langsamer, aber mir wurde trotzdem ganz mulmig...
Es dauerte nicht lange und ein dumpfer stoß, zwang das Auto zum halten.
Daryl trat immer wieder aufs Gas, doch es ging nicht mehr vorwärts und auch nicht zurück. Er schlug auf das Lenkrad.
„Fuck!" Entfuhr ihm, mir viel sofort ein Sarkastischer Satz ein, sowie: Ich habe es dir ja gesagt, oder, hättest du auf mich gehört, aber ich verkniff es mir einfach. Die Situation war schon anstrengend genug.
„Tja... Dann müssen wir warten bis es aufhört zu schneien..." Sagte ich dann doch. Ich sah wie er den Kopf ans Lenkrad legte, er schien nachzudenken.
Einige Minuten sagte er nichts.
„Daryl..." Flüsterte ich leise und berührte ihn an seiner Schulter.
„Wir können nicht im Auto bleiben... Der verdammte Sprit ist fast leer... wir würden erfrieren!" Sagte er leise und wurde immer lauter.
„Wir würden einschneien und verrecken!" Nun klang er schon wieder sauer, wie so oft in letzter Zeit.
Ich zuckte vor ihm zurück und ballte meine Hände zu Fäusten und drückte sie auf meine Oberschenkel. Er legte seine kalte Hand auf meine Faust.
„Wir müssen hier weg, wir suchen uns ein Haus und machen ein Feuer..." Erklärte er nun wieder völlig verändert. Ich entspannte mich langsam.
„Es bleibt ja nichts anderes Übrig..." Zischte ich leise, denn ich wusste, egal wie verhunzt MEIN Mustang auch war, ich liebte ihn. Ich wollte ihn nicht einfach so hier lassen, er hatte mir mehr als einmal das Leben gerettet.
„Mein Gott! Es ist nur ein Auto!" Maulte Daryl mich an, er wusste was ich dachte. Ich presste den Kiefer zusammen, es hingen sehr viele Erinnerungen an ihn, sehr viele...
Ich stieg einfach aus und stapfte durch den Schnee nach vorne. Er ging mir schon, an einigen Stellen, bis zu den Knien.
Daryl folgte mir und hielt Schritt. Der Wind fegte steif und mir wurde Arschkalt. Ich rieb mir die Arme und die Schultern um etwas Wärme zu erzeugen, es half kaum. Ich versuchte meinen Kopf soweit im Kragen des Pullovers zu verstecken wie es nur ging.
Doch der Wind biss sich in mein Gesicht, und die Schneeflocken, machten das Ganze auch nicht einfacher...
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The Walking Dead - Jane
FanfictionKlappentext: Was würdest du tun? Wenn die Welt, wie du sie kennst zu Ende ist... Jane und Alice machen diesen Horror durch, immer auf der suche nach Sicherheit. Zwischen Liebe und Tod, getrieben und verfolgt von Lebenden, sowie Untoten verschwindet...
