Gentlemanlike überließ er mir den Vortritt, ich stieg mit gezogener Waffe ein und schaute mich um. Es sah alles wie neu aus.
„Ich glaube wir haben einen Jackpot." Stellte ich fest. Denn als ich in die Küche ging, waren die Schränke noch zu und einigermaßen voll mit Konserven.
Daryl suchte währenddessen in anderen Räumen.
„Daryl? Suche mal Rucksäcke oder sowas!" Rief ich.
Ein kurzes, „Jupp!", ertönte aus dem Wohnzimmer. Ich stellte alles was ich als brauchbar empfand auf einen Tisch, der in der Küche stand. Einige steckte ich gleich in meinen Rucksack, auch Besteck packte ich ein, und Teller, Plastikbecher landeten auch darin. Kurz darauf kam Daryl mit ein paar Rucksäcken zurück. Und zwei weitere hatte er bereits gefüllt.
„Was hast du gefunden?" Fragte ich ihn, als ich weiter die Sachen auf den Tisch stellte.
„Ein paar Medikamente und noch ein paar Kleinigkeiten..." Er klang zwanglos.
„Gut! Hilf mir bei den Konserven!" Forderte ich ihn auf. Ohne zu murren packte er alles ein und stellte alles auf den Boden. Ich öffnete den nächsten Schrank und mir fiel Babymilchpulver entgegen.
Es war ideal, auch noch Gläschen und andere Babynahrungsmittel kamen zum Vorschein, so füllte sich ein ganzer Rucksack nur für Judith.
„Ist das nicht merkwürdig?" Fragte ich, ohne eigentlich eine Antwort zu erwarten.
„Das Plündern?" Hackte er nach. Ich drehte mich zu ihm.
„Nein, daran habe ich mich gewöhnt, ich meine... Es sieht hier so aus, als würde jeden Moment eine Familie heim kommen, einfach sehr friedlich..." Er nahm wahr, dass ich ihn anschaute und erwiderte mein Blick.
„Diese Familie kommt nie wieder und auch keine andere..." Sagte er kalt und packte die Sachen weiter ein.
Ich ging auf ihn zu und riss ihm den Rucksack aus der Hand und ließ ihn fallen.
„Tut mir Leid, dass ich dich so angeranzt habe..." Sagte ich leise und wollte seinen Blick einfangen. Er rieb sich sein Kinn und legte die Armbrust hinter mich auf den Tisch.
Umfasste mich sofort um meine Hüfte und zog mich an sich ran. Mit seiner freien Hand nahm er mein Kinn zwischen seine Finger und kam meinem Gesicht so dicht, sodass ich direkt in seine grau-blauen Augen sehen musste. Einen kurzen Kuss drückte er mir auf.
„Es tut mir Leid!" Sagte er und umfasste mich fester. Meine Hände fuhren an seinen Muskulösen Armen entlang, bis zu seinem Hals.
Zärtlich ergriff ich die Initiative und küsste ihn sanft und schloss meine Augen.
Seine Hand fuhr unter mein Top den Rücken hinauf. Er küsste mich wilder als erwartet und mir entfuhr ein stöhnen, er lachte etwas, als er sich löste.
Er drängte mich zurück an den Tisch und ich stand festgenagelt davor.
Seine Zunge umspielte die meine und seine Hand hielt meinen Nacken. Mit einem Schwung setzte er mich auf den Tisch und zog mich an sich. Erst zog er mir die Weste aus und dann führte sein Mund meinen Hals hinunter, er öffnete ihn und biss mir sanft in die Haut.
„Daryl..." Stöhnte ich auf. Doch er machte weiter und schob das Top hoch. Beherzt hielt ich seine Hand fest, erschrocken sah er mich an und richtete sich wieder auf.
„Habe ich etwas Falsches getan?" Frage er ruhig und strich mir durch mein Haar. Ich atmete tief ein um wieder einen klaren Gedanken zu fassen.
„Nicht hier... nicht Jetzt..." Konnte ich nur sagen. Daryl legte seine Stirn an meiner und stöhnte etwas.
„Du weißt gar nicht wie verrückt du mich machst!" Gab er zu und küsste mich wieder leidenschaftlich.
„Ich verspreche dir... Ich finde einen Sicheren Ort für dich!" Flüsterte er mir in mein Ohr. Ich nickte es ab und vergrub mein Gesicht in seinen Schultern. Nach einer Weile zog ich meinen Kopf weg und schaute ihm in die Augen.
„Jeder Ort ist sicher...wenn du bei mir bist!" Sagte ich leise. Er grinste und zwinkerte.
„Sollen wir es den Anderen sagen?" Ich wollte nur darauf hinaus. Er packte mich fest an den Schenkeln.
„Sie wissen es doch schon längst..." Sagte er feinfühlig.
„Sie ahnen es, mehr auch nicht..." Trotzig wie immer Antworte ich ihm. Er begann zu lachen und fasste sich an den Kopf und strich sich durch die Haare.
„Rick wird mich köpfen!" Sagte er lachend. Nun sah ich ihn verwirrt an.
„Nachdem Kuss, damals im Auto... Rick sah es natürlich. Er hatte mich später zur Seite genommen und mich zu Recht gestutzt! Er sagte, er würde mich eigenhändig erwürgen, wenn ich dir wehtue..." Erzählte er während er sich immer wieder durchs Haar fuhr. Ich schaute zu Boden und wurde etwas betrübt.
„Deswegen hast du nicht mehr mit mir gesprochen?" Wollte ich wissen. Er hielt mich an den Schultern fest.
„Nein, nicht nur... Ich meine... Es tut weh Menschen zu verlieren, ich habe die Liebsten Menschen in meinem Leben verloren! Es zerreißt mich, es fraß mich völlig auf! Ich war am Ende, kurz davor dem allem ein Ende zu geben! Und dann... dann kamst du. Und ich wusste es würde wieder wehtun wenn du gehst!" Versuchte er sich zu erklären.
„Es tat auch weh... Einige male war ich im Wald und war kurz davor mir einen Pfeil ins Gehirn zu jagen, es machte doch alles keinen Sinn mehr! Ja, Rick war immer für mich da, aber... Ich weiß nicht..." Ich nahm sein Gesicht in meine Hände und wischte ihm die Tränen aus seinem Gesicht.
„Ich werde dich nicht verlassen!" Und in mir stiegen die Tränen. Ich küsste ihn sanft und wieder wurde er verlangender, ließ aber genau so schnell wieder locker.
„Du sagtest, in solchen Gegenden, passieren schlimme Dinge..." Hakte er nach. Ich versuchte mich wegzudrehen, doch er hielt mich auf und streichelte meine Wange.
„Mein Vater... er...er hatte... Er war ein verdammter Wixer!" Zischte ich.
„Was ist passiert? Hat er dich angefasst?" Hakte er weiter nach. In mir stieg Wut, Trauer und Verzweiflung gleichzeitig, auf. Ich presste die Augen zusammen und versuchte ein schluchzen zu unterdrücken. Er küsste mich auf die Stirn und nahm mich fest in den Arm. Ich zeigte ihm meine Handgelenke, lange silberne Narben führten von dem Handgelenk bis zur Beuge.
„Als ich mich gegen ihn wehrte, wollte er mich umbringen... Er hatte mich ans Bett gefesselt und hat versucht mir die Pulsadern aufzuschlitzen... Er verging sich immer wieder an mir, bis ich Ohnmächtig wurde..." Mit einem tiefen schluchzen beendete ich den Satz. Daryl versuchte mich zu beruhigen, doch ich sackte immer wieder in seinen Armen weg.
„Er hatte Alice halb tot geprügelt... und auch sie hat er immer wieder... Ich konnte sie nicht beschützen!" Schluchzte ich weiter und gab mir selbst die Schuld daran.
„Du musst nicht weiter erzählen, wenn es dich so quält!" Tröstete er mich. Aber es befreite mich, ich fühlte mich leichter. Mein Gewissen konnte sich etwas erholen.
„Seit Mom gestorben war... Hatte er nur gesoffen und er fing an uns zu schlagen! Mit 18 Jahren habe ich Alice verlassen, ich konnte nicht mehr! Mir wurde es zu viel! Ich konnte einfach nicht mehr. Zwei Jahre später fand ich Alice in einer Gasse, grün und blau geschlagen, sie erzählte mir, dass unser Vater, sie an Männer verkaufte. Ich eilte in unser Haus, mir waren die Sicherungen komplett durchgegangen.
Er musste leiden!" Meine Worte klangen Hart und ich verkrampfte etwas, denn in mir stieg wieder die Wut, die ich damals fühlte.
„Er saß da, dreckig und stinkend auf der Couch, stinkbesoffen. Als er mich sah sagte er, dass er wusste, dass ich irgendwann wieder angekrochen kommen würde. Er torkelte auf mich zu und wollte sogleich wieder loslegen, doch ich stieß ihn von mir und trat solange auf ihn ein, bis er sich nicht mehr bewegte..."
Mein Gesicht verhärtete sich. Doch Daryl taute es wieder auf, er strich mir über die Wange.
„Mein Mädchen..." Flüsterte er und legte sanft seine Lippen auf meine und ich vergaß alles, ich vergaß die Erinnerungen. Ich dachte nur noch an mich und Daryl.
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The Walking Dead - Jane
FanficKlappentext: Was würdest du tun? Wenn die Welt, wie du sie kennst zu Ende ist... Jane und Alice machen diesen Horror durch, immer auf der suche nach Sicherheit. Zwischen Liebe und Tod, getrieben und verfolgt von Lebenden, sowie Untoten verschwindet...
