Verzweifelt.

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Es wurde schnell dunkel und auch kalt, der Wind zog wieder von den Bergen in das Tal. Ich hockte die Ganze Zeit an diesem Baum, ich hatte kein Gefühl mehr, was ich beschreiben könnte.

Nur immer wieder sah ich meine eigenen Augen vor mir, Seelenlos und Mordsüchtig, eben wie einen Beißer. War ich vielleicht nur ein Beißer mit Gewissen? Schnell schüttelte ich den Kopf um den Gedanken zu verdrängen. Es war Zeit wieder zum Hotel zu gehen, ich ging in die Richtung, aus der ich dachte, gekommen zu sein. Es war richtig, denn nur wenige Meter weiter sah ich das Hotel. Das Gelände war doch etwas größer, als ich dachte...

Ich ging hinten, neben den Pool rein und stand mitten in der Kantine. Es war keiner hier, ich wollte auch niemandem begegnen... Zurück in mein Zimmer, nein, Daryl war sicher dort. Alle anderen Zimmer waren auch belegt... Blieb nur noch der Keller. Ich ging durch die Küche in den Keller und setzte mich gleich neben der Tür auf den Boden und zog den Mantel enger. Ich schlief nicht, ich konnte einfach nicht... sobald ich die Augen schloss, sah ich wieder diese, meine Augen vor mir...

Oben hörte ich Geräusche, es war Morgen, oder? Ich sah einfach mal nach und als ich die Tür öffnete, schien mir Licht entgegen. Ja, es war bereits Morgen...

Ich schleppte mich aus dem Keller in die Küche und in die Lobby.

„Oh mein Gott! Leute! Ich habe sie gefunden!" Rief Maggie laut, ich schaute sie traurig an, drehte mich weg und ging an ihr vorbei. Rick und Carl kamen mir entgegen, Rick begann wieder mich aus zu meckern, doch ich hörte ihn nicht. Ich drängte mich einfach an ihm vorbei. Auf dem halben Weg zur Treppe, polterte mir wieder Judi entgegen, willig streckte sie ihre Hände nach mir aus, erst wollte ich auch sie Ignorieren, doch sie begann zu weinen und ich stöhnte auf und nahm sie auf den Arm. Sofort war sie wieder ruhig und ich ging meinen Weg fort.

An Carols Zimmer machte ich halt, senkte den Kopf und klopfte.

„Komm rein, Tür ist offen!" Rief sie freundlich von drinnen. Ich öffnete die Tür und steuerte das Sofa an und lies mich darauf fallen. Judi spielt mit meinen Haaren, sie wickelte sie um ihre Fingerchen und strich sie immer wieder glatt.

„Jane! Alle suchen nach dir!" Stellte Carol fest als sie mich sah. Ich nickte und schaute aus dem Fenster, sie hatte das Sofa direkt vor das Fenster gestellt, das war unser Fernseher...

Sie setzte sich zu mir und legte mir eine Hand auf mein Knie.

„Ist es wirklich so schlimm?" Fragte sie Mütterlich. Ich ließ den Kopf hängen und ich merkte wieder wie Tränen flossen.

„Nicht!" Brabbelte Judi von unten herauf, ich schaute nach ihr und sie lächelte und patschte mir auf die Wange.

„Nicht!" Sagte sie wieder und patschte erneut. Es konnte mich kaum beruhigen.

„Jane, nicht!" Sagte sie und patschte etwas sanfter, ich musste lächeln und die Tränen versiegten etwas, ich wischte sie mir aus dem Gesicht. Die Kleine strahlte mich an, man konnte nicht weinen, wenn sie einen so ansah. Ich Atmete schwer und Judi legte ihren Kopf auf meine Brust und war ganz still. Ich schaute zu Carol, sie hatte auch Tränen in den Augen, aber lächelte mich an. Sie wusste was ich brauchte, Ruhe.

Sie erinnerte mich oft an meine Mutter, ihre Blicke, ihre Gesten. Ich wollte Alice nicht schon wieder behelligen, sie hätte nur ständig irgendwas gefragt, aber Carol war einfach nur da. Es klopfte an der Tür und Carol sprang auf und ging hin.

„Ja, sie ist hier, aber sie braucht Ruhe..." Sagte sie ruhig.

„Ich will sie aber sehen!" Daryl Stimme klang fest.

„Sie braucht wirklich Ruhe..." Erklärte sie, ich wusste das Daryl nicht aufhören würde.

„Lass ihn rein..." Sagte ich gerade laut genug, dass sie es hörte. Die Tür quietschte etwas und fiel danach ins Schloss, ich sah wie Carol in den angrenzenden Raum ging und mich mit Daryl allein ließ.

Er stand hinter mir, ich konnte sein Spiegelbild in der Glasscheibe sehen, er blickte zu mir runter.

„Warum bist du abgehauen?" Fragte er ruhig. Ich wusste keine Antwort darauf, also schüttelte ich mit dem Kopf. Nun ging er um das Sofa und setzte sich in die Äußerste Ecke des Sofas und er legte seine Hände verkrampft auf seine Knie.

„Verstehst du nicht! Ich will dich nicht verlieren..." Sagte er leise, ich streichelte Judis Kopf.

„Du bist mir das Wichtigste in meinem Leben..." Gab er zu und fuhr sich durch die Haare. Ich starrte weiter nach draußen und beobachte sein Spiegelbild.

„Sag doch etwas!" Er sprang auf und sah wütend aus. So vorsichtig wie möglich stand ich auch auf und hielt Judi fest und stellte mich direkt vor ihm und schaute in seine Unergründlichen Augen.

„Du bist das Beste, was mir passieren konnte..." Flüsterte ich mit Tränen in den Augen. Er kam dichter und nahm meinen Kopf in seine Hände und führte ihn dicht an seinen. Ich entzog mich ihm und schaute weg.

„Was ist denn? Was willst du eigentlich?" Fuhr er mich scharf an.

„Ich habe Angst dir weh zu tun! Ich habe Angst, dass ich dich Infizieren könnte! Ich will dich doch nur nicht verlieren..." Sagte ich leise, bis meine Stimme abbrach. Daryl kam dichter auf mich zu und hielt mich nun fest.

„Du wirst mich nicht Infizieren! Ich küsste dich sooft..." Sagte er nun wieder sanft. Er nahm mein Kinn zwischen seinen Zeigefinger und Daumen und zog mein Gesicht an seines. Er küsste mich sanft und ich lies mich darauf ein. Judi kicherte auf meinem Arm und Daryl löste sich mit einem Grinsen.

Und Judi lachte erfreut.

„Tut mir Leid, dass ich euch störe, aber Rick und Jenny suchen nach dir." Maggie klang erfreut, ich sah zur Tür und sie stand im Rahmen und lächelte.

„Ok. Wo sind sie?" Fragte ich ohne Betonung auf den Worten

The Walking Dead - JaneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt