Die darauffolgenden Tage waren eher ruhig. Ramon war nicht oft im Anwesen, was eigentlich nicht schlecht war, da es für mich sehr unangenehm war, dass ich eine Person vor ihm gefoltert hatte, die sogar noch meine Stiefschwester war. Sie hat mir zwar viel schlimmes angetan, aber trotzdem konnte ich mir nicht erklären, wie ich auf einmal alles in meinem Körper ausschalten konnte und dafür sorgen konnte, dass sie Schaden abbekam. Zudem, wenn Ramon noch neben mir stand und das ganze Geschehen genau betrachtet hatte.
Es wäre mir recht gewesen, würde ich ihn nie wieder sehen, doch nicht jetzt. Nachdem Renée vor fünf Tagen zu mir gekommen ist und erzählt hat, dass die Sache mit Josh vorbei war, fragte ich mich immer wieder, weshalb ich nicht direkt gehen durfte. Selbstverständlich konnte ich auch einfach Renée nach dem Grund fragen, doch von diesem hielt ich gerade mit Absicht abstand.
Wie er sich das letzte mal verhalten hatte, zeigte mir nur, dass er sich genauso schlagartig ändern konnte, wie sein Bruder. Am Ende würde auch er Handgreiflich gegenüber mir werde, obwohl ich das gerade noch bezweifelte oder eher hoffte, dass es nicht so sei.Ich habe schon zwei Mal gemerkt, dass Renée nach mir gesucht hatte, doch auch gleich wieder aufgab, als es hieß, ich wäre nicht da oder man wüsste nicht, wo ich sei.
Fernando hab ich in den letzten Tagen immer wieder mit einer anderen Frau durch das Haus laufen sehen. Sie wirkten nicht so, als wären sie zusammen, was mich ein bisschen neugierig machte. Doch ich unterstand mich, jemand anderen zu fragen. Ich hatte eigentlich geplant, ihn selbst auf sie anzusprechen, wenn wir uns wieder allein über den Weg liefen, da ich die wo möglichen Gerüchte über die beiden gar nicht erst hören wollte. Es war allerdings recht schwer, den Bruder von Ramon und Renée mal alleine zu erwischen, da er meist in Begleitung von irgendwem war. Meist eines seiner Familienmitglieder.
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Ich hatte gerade Mittagspause und war alleine in meinem Zimmer. Edith war mit den Anderen Angestellten in die Küche gegangen, um Mittag zu essen. Ich hatte keinen Hunger, wie in letzter Zeit öfters. Die Sache mit Josh und das komische Verhalten vor vier Tagen brachte mich nur noch dazu, viel nachzudenken und entweder vergessen zu lassen, dass es Essen gab oder ich kein Hunger dazu hatte.
"Jetzt reicht's mir.", seufzte ich genervt und trat entschlossen durch meine Zimmertüre. Ich hatte noch eine Dreiviertelstunde, bis ich wieder an die Arbeit musste. In dieser Zeit konnte ich versuchen, mit Rocco zu sprechen. Ihn sah ich oft im Anwesen und jedes mal grüßten wir uns. Keine Ahnung, weshalb er das mit mir machte. Immerhin bin ich ja nur eine Angestellte.
Ich wollte Antworten und die würde ich nur von Ramon, Renée, Fernando oder eben Rocco kriegen. Ramon war nicht da, Renée wollte ich nicht sehen und Fernando war nie allein. Rocco war schon immer nett zu mir und hat sich gegenüber mir nie gewalttätig gezeigt. Ihm vertraute ich hier im Haus am meisten. Außerdem wusste ich, dass er jetzt auch Pause machen würde und anschließend in die Firma von der Familie fahren würde, wo er vielleicht wieder Überstunden machen müsste. Heißt: ich müsste wieder bis morgen warten, bis ich an meine Information kam und diese Zeit war schlichtweg zu lang.
Nervös lief ich zu seinem Büro und stach mir immer wieder leicht in den Finger. Ich biss auf meine Unterlippe, bevor ich zögernd meine Hand hob und sachte gegen die Türe klopfte.
Ich betete bereits innerlich dafür, dass er es nicht gehört hatte, als jedoch schon ein "Herein", ertönte, das mich leise über mich fluchen ließ.
Tief durchatmend öffnete ich die Türe und trat vorsichtig herein. Ich steckte erst meinen Kopf durch einen Spalt, da ich mir einen kurzen Überblick über die Situation machen wollte. Eben sehen, ob er vielleicht gestresst oder sauer war. Dann konnte ich wenigstens noch schnell genug abhauen.
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You saved me
RomanceEin einfaches Mädchen wird eines Tages von Anhängern der Mafia entführt und sollte eigentlich für Geld wieder zurück gehen. Aber was ist, wenn die falsche Person entführt wurde? Textausschnitt: „Pack deine Sachen!", befahl er ruhig aber trotzdem so...
