Kapitel 74

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Kapitel 74
~Katherine's Sicht~

"Nicht mal hier hat man seine Ruhe von dem Scheiß.", meckerte ich, da wir tatsächlich beim Sportunterricht mitmachen mussten. "War doch gar nicht so schlimm.", erwiderte Henri. Natürlich war es für ihn nicht schlimm. Er war sportlich, hatte ordentlich Muskeln und liebte Sport. Wir verließen gerade die Sporthalle und gingen in die Kabinen. "Bis gleich.", brummte ich und verschwand hinter Lissy in der Mädchenumkleide.

Die Jungs warteten vor der Schule auf uns. Wir kamen quatschend und lachend aus dem Schulgebäude und ich begrüßte Henri mit einem kurzen Kuss. "Alles wieder gut?" Ich nickte und sah ihm in die Augen. Diese Augen. Einfach einzigartig und unbeschreiblich schön.

"Wollen wir wieder mit dem Boot raus fahren?", fragte Lucía. "Melissa und Alexa können ja mitgehen.", fügte sie hinzu, als sie Lissys und meinen Blick sah. Wir nickten und verabredeten uns um halb vier am Strand.

Zu Hause packten wir uns eine Tasche mit Handtüchern und zogen uns unsere Badesachen an. Roberto lief mit uns zum Strand, wo Lissy und ihre Austauschschülerin Alexa schon warteten.

Wir saßen auf dem Boot und tranken kalte Limonade, während uns der Wind um die Ohren peitsche. "Habt ihr Lust heute Abend noch wegzugehen?", fragte Rúben und ließ einen Blick durch die Runde schweifen. "Ja, wieso nicht? Wohin soll's gehen?", erwiderte Lissy sofort und warf mir einen verschwörerischen Blick zu. Oh Gott, was hatte sie vor? "Ja, eigentlich keine schlechte Idee.", erwiderte ich mit einem misstrauischen Blick zu Lissy.

Nachdem wir ein bisschen geschwommen waren, fuhren wir auch schon wieder zurück, da wir uns für den Abend fertig machen wollten.

"Henri, wo ist meine Bürste?", fragte ich genervt und sah ihn durch den Spiegel hindurch an. "Hier.", sagte er, nach einem Blick durch's Bad und nahm sie von dem Hocker, der im Eck stand. Ich hielt ihm die Hand hin, als Zeichen, dass er sie mir geben sollte, doch er schüttelte den Kopf und meinte: "Ich kämm' sie dir." Ich überlegte einen Moment und da mir kein Grund einfiel, der dagegen sprach, setzte ich mich auf den Hocker.

Er kämmte mir extrem vorsichtig die Haare und als er fertig war, gab er mir einen Kuss auf den Scheitel, bevor er mir die Bürste gab. "Wunderschön.", murmelte er und zog mich von dem Hocker hoch, um mich zu küssen. Sofort jagten diese kleinen erregenden Blitze durch meinen Körper und in meinem Unterleib begann es vor Lust zu zucken. Ich vertiefte den Kuss, als es plötzlich an der Tür klopfte. "Seit ihr soweit?", rief Lucía von draußen.

Ich löste mich von Henri, die Hände auf seiner Brust ruhend, und gab ihm einen kleinen vielversprechenden Kuss. Ich musste ihn leider auf später vertrösten. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht, das ich versuchte unter Kontrolle zu halten, öffnete ich die Tür, vor der Lucía stand. Wow, sah sie heiß aus. "Seit ihr so weit?", fragte sie und zog mich aus dem Bad. "Nurnoch ein bisschen Highlighter, Lidschatten, Eyeliner und Mascara. Dann bin ich so weit.", erwiderte ich. "Nein, wir können gehen. Mir gefällst du ungeschminkt sowieso besser. Und wem willst du außer mir gefallen?", meinte Henri und legte von hinten seine Arme um mich, was meine Libido sofort zum glühen brachte.

Ich legte den Kopf in den Nacken und sah ihn an. Eigentlich hatte er ja Recht. Und wenn ich ihm so gefiel, sollte das genügen.

Carmen fuhr uns zu dem Club, wo wir einen Moment auf Lissy und Alexa warteten. Als sie kamen, begrüßte mich Lissy mit einer überschwänglichen Umarmung. Dann hielt sich mich auf Armlänge von sich und zischte ein: "Heiß." Dabei wackelte sie mit den Augenbrauen, womit sie mich zum lachen brachte.

Nachdem sich alle begrüßt hatten betraten wir die Bar. Ein großer dunkler Raum, der nur durch bunt getönte Lichter leicht beleuchtet war. Lucía wollte mich direkt zur Tanzfläche ziehen, doch ich gab ihr ein Zeichen, dass ich erst etwas trinken würde. Daraufhin drückte sie mir einen zwanzig Euro Schein in die Hand. Ich wollte protestieren, doch sie war schon in die Menge auf der Tanzfläche verschwunden.

Ich setzte mich mit Henri und Lissy an die Bar und bestellte uns Cocktails. "Was gibt's eigentlich bei Chris?", fragte ich Lissy. "Nichts besonderes. Er bereut es, dass er sich nicht angemeldet hat.", erwiderte sie und rührte mit ihrem Strohhalm in ihrem Cocktail rum. Man sah ihr an, dass sie ihn vermisste.

Nach unseren Cocktails drängten auch Lissy und ich uns in die tanzende Menge. Henri blieb auf seinem Barhocker sitzen, da er nicht tanzen konnte, wie er behauptete. Besser als ich sähe er dabei wohl alle mal aus.

Mach dem Motto 'Hier kennt mich ja sowieso keiner' tanzte ich und wollte mir gar nicht vorstellen, wie bekloppt ich dabei aussehen musste. Aber egal. Ich ließ meinen Gliedern einfach freien Lauf.

Shut up and kiss meGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt