2 - Bitter Night

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Seine Finger tanzten Tango auf den Erhebungen ihrer Wirbelsäule. Wie Eis zerschmolz sie in seinen Armen, während seine Lippen ihre mit Küssen bedeckten. "Ruby", murmelte er und das rollende R in seiner Stimme durchdrang sie wie das Schnurren einer Katze. "Lass uns weg gehen..."

Seine Hände jagten Schauder über ihren Rücken. "Alexej..." Sie konnte kaum atmen. Seine Augen, die im schwachen Licht noch schwärzer wirkten, bohrten sich in ihre, schienen ihre Willenskraft zu fressen und anbetend murmelte sie immer wieder seinen Namen. Jemand riss die Haustür auf und eine strenge Frauenstimme knurrte: "Elisabeth Imogen Herondale!"

Alexej und Ruby fuhren auseinander, beide gleichermaßen erschrocken über die plötzliche Unterbrechung. Verwirrt und beschämt ordnete Ruby ihre Kleidung und ihr Haar. Sie hatte keine Ahnung, wie sie aussehen mochte, doch jede dieser Begegnungen mit Alexej hinterließ eine Spur des Chaos an ihrem Körper und in ihrem Kopf. Und wann verdammt noch mal hatte er ihre Bluse aufgeknöpft?

Die kleine Frau mit dem flammend roten Haar nickte ihr auffordernd zu und wünschte Alexej freundlich eine angenehme Nacht, als hätte sie ihre Tochter nicht gerade beim heimlichen Herummachen erwischt, während sie hinter Ruby die Tür schloss. Der junge Mann verabschiedete sich ebenso höflich und rief noch eine kleine, russische Anzüglichkeit hinterher, die nur Ruby verstehen würde. Ihre Mutter sprach kein Russisch, aber ihr Vater schon. Hoffentlich stand er nicht irgendwo in der Nähe. Sie wäre vor Scham im Boden versunken! Falls er ihr die Zeit dazu gelassen hätte.

Gemeinsam durchquerten sie den Flur und betraten das Wohnzimmer, in dem ihr Vater wartend am Kamin lehnte. Ganz in schwarz gekleidet war er eine beeindruckende Erscheinung, seine goldenen Augen musterten sie eindringlich und das Licht ließ sein blondes Haar und seinen kurzen Bart wie Gold schimmern. Seine Finger trommelten abwartend auf dem Kaminsims - eine Geste, die sie schon immer gehasst hatte, er wusste genau, wie nervös er sie damit machte. Sein großer Siegelring funkelte bei jeder Bewegung.

"Weißt du eigentlich, wie spät es ist?", fragte er verärgert, als ihre Mutter sich in einem Sessel niedergelassen hatte. Beide trugen Abendgarderobe, sie hätten eigentlich noch Stunden weg sein sollen, dachte Ruby verärgert und warf einen Blick auf die leise tickende Uhr auf dem Kaminsims, die ihr höhnisch mitteilte, dass es schon weit nach Mitternacht war.

Also vielleicht nicht Stunden. Sie räusperte sich verlegen. "Jetzt schon, Dad", murmelte sie. Alexej hatte sie offensichtlich länger aufgehalten, als sie gedacht hatte. Aber das schaffte er immer. Allein bei dem Gedanken an ihn und das, was sie einige Minuten zuvor getan hatten, fühlte sie schon, wie sie errötete.

"Ich will nicht, dass du diesen ... diesen Typen jemals wiedersiehst!" Er donnerte mit der Faust auf den silbergrauen Marmor, so dass Ruby erschrocken zusammenzuckte. Nicht, dass sie das nicht schon gewöhnt wäre, aber es erschreckte sie jedes mal wieder, wenn er sie in seiner väterlichen Eifersucht anbrüllte.

"Jace!" Clarissa Herondale setzte sich gerade hin und warf ihrem Mann einen besänftigenden Blick zu. Ihr hochgestecktes Haar schimmerte wie Samt und das helle Lindgrün ihres dezenten Kleides ließ ihre Augen funkeln und machte sie zu einer filigranen Elfe. Ruby biss sich auf die Lippen. Sie hätte alles gegeben, so auszusehen.

"Siehst du das etwa anders?", fuhr er auf und ballte die Fäuste. Clarissa lachte leise. Sommersprossen und elfenbeinweiße Haut. Obwohl Jace sie aufgebracht anstarrte, konnte Ruby so viel Liebe in seinen Augen sehen und wusste, dass er ihr in allem nachgeben würde, was sie von ihm verlangte.

"Sie ist noch so jung", sagte Clary. "Und es ist ihr erster Freund. Denk doch mal an uns!" Ruby wusste nicht genau, was sie damit meinte. Sie wollte es eigentlich auch nicht wissen. Allein die Vorstellung, ihre Eltern hätten mal das getan, was sie und Alexej... Sie verschränkte die Arme vor der Brust um ein Schaudern zu unterdrücken, aber ihre Eltern hatten nur Augen für einander. Zweifel schlichen sich in Jace's Gesicht und er verschränkte die Arme. Eine große, schwarze Gestalt vor dem Kamin. Runenmale erhoben sich an seinem Hals, gerade dort, wo der Kragen endete. "Es ist drei Uhr Morgens", sagte er grimmig. "Und wir hatten eine ganz eindeutige Abmachung."

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