Kapitel 83

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Es war Mitternacht, als wir beide uns wieder auf den Weg zurück ins Hotel gemacht haben. Das lag aber vor allem daran, weil es mit voranschreitender Zeit immer voller auf der Terrasse dort wurde und somit war es für uns beide nicht mehr gemütlich genug. Wir waren auch gute vier Stunden dort, es war eine schöne Zeit.

Auf dem Weg hat dieses Mal Sina die Initiative ergriffen und hatte irgendwann nach meiner Hand gegriffen. Spürbar nervös hatte sie dabei auf meine Reaktion gewartet, aber als ich ihre nur leicht gedrückt hatte, war alles wieder gut. Einige Wege runter, das Hotel kommt immer näher und ich bekomme zwischendrin eine Nachricht meines Vaters auf mein Handy, die ich schnell checke.
Chris: Wir machen gerade kurz Pause, aber das wird hier vermutlich noch etwas dauern. Musst also nicht auf mich warten.
Weil ich einen Abend mal auf dich gewartet habe, mache ich das nicht immer. Ich würde ihm das gerne schreiben, aber da er sowieso gerade den Kopf nicht für derlei dumme Späße hat, antworte ich ganz einfach.
Christina: Danke, dass du mir das sagst. Wir sind gleich wieder im Hotel.
Mehr oder weniger verfolgt Sina das, was ich mit meinen Vater schreibe. Ich habe nicht den Drang, dass ich mein Handy von ihr weghalten muss, sondern schaue einzig zu ihr hin.
Christina: Mein Vater ist wohl noch eine Zeit im Stadion. Ich solle nicht auf ihn warten."
Sina: Willst du dann vielleicht noch mit zu mir kommen?"

Ich schaue sofort zu ihr hin. Das ging jetzt ziemlich schnell in eine ziemlich falsche Richtung. Meinen Blick, dass ich kaum ernst bleiben kann und ihrer, dass sie begreift, wie das rüberkommen kann, ist gerade unbezahlbar.
Sina: Also nein, ich meine einfach so. Es war schade, dass wir schon gehen müssten, ich wäre gerne noch etwas geblieben. Und würde dich gerne bei mir haben. Aber nicht auf diese Weise, aber-"
Sina schreit innerlich auf, lässt meine Hand los, damit sie ihre beiden danach vor ihre Gesicht schlagen kann.
Sina: Warum bin ich so oft so peinlich!"
Ich muss drauf loslachen, weil sie sich vielleicht als peinlich wahrnimmt, aber ich gar nicht. Sie hatte mich hier und auch die Zeit vor meinen Prüfungen so abgelenkt, dass ich ihr einfach auf lange Zeit hin dankbar bin. Da Sina ihre Hände nicht von sich wegnimmt, nehme ich ihr die Hände vorsichtig weg und lächle sie sanft an.
Christina: Ich bleibe gerne noch etwas bei dir."
Bevor diese Situation, wir stehen in der Nähe des Hotels, kommen aus dem Gespräch und ich halte gerade ihre beiden Hände, lasse ich das und schreibe noch eine letzte Nachricht an meinen Vater, damit der auch Bescheid weiß.
Christina: Ich gehe noch etwas mit zu Sina. Nur zu Info.

Ins Hotel und wieder zum Fahrstuhl, aber dieses Mal geht es nicht in den vierten, sondern nur in den zweiten Stock. Sina zeigt mir dort, dass ich ihr nachlaufen soll, was ich auch stumpf mache. Den ersten Flur laufen wir komplett runter und um die Ecke, durch eine weitere Tür, hat sie recht nah daran ihr Zimmer. Hoffentlich finde ich später wieder zurück.

Ihr Zimmer ist deutlich kleiner als das, was ich mit mir meinen Vater teile. Okay, sie ist allein und ich denke mal, dass er für uns beide etwas mehr gezahlt hatte als für die Crew, die allein hier ist. Heißt aber nicht, dass es ein schlechtes Zimmer ist! Neben der Tür sind zwei Haken für Jacken oder sowas. Darunter stellt sie ihre Chucks ab und zeigt mir, dass ich ihretwegen auch meine Boots ausziehen und meine Jacke aufhängen kann. Während ich das mache, geht sie weiter ins Zimmer. Neben den Bett, was meinem gleich kommt, ist weiter hinten nur ein Sofa vor einem Fernseher und einem Tisch und das wars dann. Das Badezimmer liegt wieder neben mir und man könnte es durch die Tür erreichen, aber ich gehe weiter ins Zimmer und zum Sofa, wo ich mich setze.

Sina geht zu ihrem Nachttisch, da sie dort ihre Kette ablegt und auch ihre Haare aus dem Zopf löst, bevor sie sich zu mir wendet.
Sina: Ich hoffe, dass dir der gesamte Abend nicht zu seltsam vorkommt."
Christina: Ich habe meinen Vater als Vater...ich bin einiges gewohnt, keine Sorge."
Ein kurzes Lachen von ihrer Seite, bevor sie nun zu mir kommt und einen Moment neben den Sofa steht. Es scheint, als würde sie kurz überlegen, bis ich ihr eindringlich zeige, dass sie sich neben mich setzen soll.
Sina: Danke, dass du mir eine Chance gegeben hast."
Noch immer steht sie neben mir, aber immerhin versucht sie meinen Blicken nicht mehr auszuweichen. Vermutlich wolltest du wegen diesem Gespräch mich noch etwas bei dir haben. Nichts, was man so zwischen Tür und Angel bespricht.
Sina: Ich verstehe, warum du so abweisend gewesen bist und ich denke, dass ich dann auch keine Lust auf irgendwen gehabt hätte."
Christina: Trotzdem war es dir gegenüber gar nicht fair. Du bist ja nicht sie."
Ihr zuvor strenger und etwas mittleidiger Blick klart auf, bis Sina sich an ein Lächeln wagt.
Christina: Ich wünschte, dass ich das schon früher gemerkt hätte, denn ich bin ehrlich gerne bei dir. Und ich hoffe, dass das mit uns, was immer es auch ist oder wird, noch eine Zeit andauern wird."

Zuerst schaffen wir es noch, dass wir einander eine Zeit ansehen, aber irgendwann müssen wir unsere Blicke gleichzeitig voneinander verlegen abwenden. Nebenbei, damit wir wieder über normale Dinge reden, fragt mich Sina, ob ich noch etwas trinken will, was ich bestätige, sodass sie uns etwas holt und sich danach auch endlich zu mir gesellt. Und ab den Zeitpunkt verlieren wir jegliches Gefühl für die Zeit oder alles, was um uns herum ist.

Das nächste Mal schaue ich nämlich auf die Uhr, als es fast halb vier am Morgen ist und als ich sehe, dass mein Vater mir vor einer Stunde bereits geschrieben hatte.
Chris: Bin wieder im Zimmer. Lege mich gleich schlafen und mache mich um neun Uhr auf den Weg zum Stadion.
Ich lege mein Handy wieder weg und schaue danach zu Sina hin, die meine Reaktion gerade weniger einsortieren kann.
Christina: Mein Dad ist seit einer Stunde wieder zurück und ich denke, dass ich dringend gehen muss...tut mir wirklich leid."
Bevor ich aufstehen kann, greift Sina gleich nach meinem Arm und zieht meine Aufmerksamkeit daher komplett zu sich.
Sina: Wenn du noch nicht gehen willst...ich kann dir das Sofa für die Nacht anbieten. Es ist nicht sonderlich bequem, aber wenn du noch bleiben willst."
Ich würde so zumindest meinen Vater nicht stören, der die Auszeit und den Schlaf gerade dringend brauchen würde. Und ich könnte noch bleiben. Grund genug.
Christina: Gerne...aber ich muss morgen um neun mit zum Stadion."
Sina: Da muss ich sowieso auch spätestens los. Ich habe morgen ja auch meine Generalprobe, zu der ich erscheinen muss."

Ich lächle und nicke im Anschluss. Sina muss dadurch schmunzeln und steht von ihrem Platz auf, schaut dabei weiterhin zu mir.
Sina: Komm, ich gebe dir ein Shirt für die Nacht...

Nameless to YouGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt