Mittwoch geht es Christina bereits deutlich besser. Auch wenn ich am Morgen vor ihr aufgewacht bin und eine Zeit bereits im Wohnzimmer gesessen habe, als sie gegen Mittag dazukam, sah sie nicht mehr ganz so...geschaffen aus. Sie sieht wieder gesund aus, das Fieber ist auch gesunken, aber dafür kämpft sie jetzt noch ein bisschen mit ihrer Erkältung.
Am Nachmittag spielte sie wieder mit ihren Kater, schaute eine ihrer Serien weiter, wenn sie etwas Ruhe brauchte, oder sie war bei mir mit in der Küche. Gegen ihren Husten hatte sie noch etwas genommen, was ich ihr mitgebracht hatte. Am Abend wollte ich mich wieder ums Essen kümmern, hatte dafür extra am Morgen ein altes Rezept rausgesucht und musste dafür einkaufen. Mit einem kurzen Abstecher zur Apotheke hat auch alles funktioniert und wir beide hoffen, dass sich die letzten Symptome in den nächsten Tagen noch legen werden, damit alles wieder gut ist. Ich schaue optimistisch daher, weil ich immerhin in wenigen Tagen wieder von zu Hause weg muss und da hoffe ich einfach, dass ich meine Tochter nicht krank zu Hause zurück lassen muss.
Das Abendessen ist beinahe fertig, da kommt Christina zu mir in die Küche. Neben ihr her läuft Stitch, der sich auch neben sie setzt, als sie sich neben mich stellt.
Christina: Was machst du da bitte?"
Chris: Ich kümmere mich ums Abendessen."
Mich bringt es zum Schmunzeln, da ihr Blick aussagt, dass sie das auch bereits wusste, dass sie von mir mehr Infos haben wollte. Mit diesem Ausdruck schaue ich in ihre Richtung und nach kurzer Zeit muss Christina schwach lachen.
Christina: Das wusste ich bereits auch. Ich habe mitbekommen, dass du ein paar Sachen vom Einkauf mitgebracht hast, aber ich wollte wissen, was du da genau machst."
Chris: Ich habe mich an einer Suppe versucht, die ich damals immer bekam, wenn ich krank gewesen bin. Mir hatte sie immer geholfen."
Christina: Du weißt doch, dass ich Suppen wirklich nicht leiden kann."
Ja, das weiß ich, aber ich weiß auch, dass dir das helfen könnte. Einen Moment überlege ich und denke dann darüber nach, dass ich die sture Art von Christina einfach für mich nutze.
Chris: Du hattest doch gesagt, dass du mich mal auf Tour begleiten wolltest."
Christina: Ja, und?"
Chris: Beim ersten Block über Silvester hinweg sind einige Arbeiter nicht da und so hätten wir Platz. Aber das geht nur, wenn du wieder halbwegs gesund wärst."
Ihr Blick sagt schon alles. Dass sie eigentlich keine Lust darauf hat, aber dass sie auch weiß, dass sie mich nicht umstimmen kann. Natürlich hat sie meine Intention verstanden, war auch mein Ziel und jetzt hoffe ich einfach, dass sie nachgibt. Sie kämpf mit sich, da sie bei ihrer Antwort bleiben will, aber dann seufzt Christina genervt, legt ihren Kopf kurz in den Nacken und schaut im Anschluss wieder zu mir.
Christina: Okay, du hast gewonnen. Gib mir einen Teller dieser verdammten Suppe."
Mein Lachen kommentiert meine Tochter mit einem Blick, wobei ich genau sehen kann, dass sie sich ihr eigenes gerade verkneift. Sie nimmt aus den Schränken zwei Teller und stellt sie mir zur Seite, damit ich uns beiden etwas auftun kann, sodass wir uns danach gemeinsam setzen.
Ich denke an alten Zeiten, wenn ich diese Suppe koche oder esse. Seitdem ich ausgezogen bin von zu Hause, habe ich sie vielleicht drei Mal selbst gemacht. Als Sarah noch da war, hatte sie sich zumeist darum gekümmert, dass wir Abend was auf den Tisch stehen hatten. Und zu Hause wollten meine Eltern das auch nicht an mich abtreten, weil ich damals oft schon genug mit Christina zu tun hatte. Schlussendlich habe ich vieles in den letzten Jahren wieder entdeckt und auch wieder zum ersten Mal seit einer zu langen Zeit getan.
Eine sehr lange Zeit warte ich darauf, dass Christina sich beschweren würde, da das eine Sache ist, die sie generell kaum als eine Leibspeise bezeichnen würde. Aber darauf warte ich vergeblich. Als ich dann fertig bin, mir einen zweiten Teller nehmen will, schiebt sie mir unauffällig auch ihren rüber.
Christina: Dürfte ich auch noch?"
Sie spricht es so leise aus, dass ich es beinahe nicht hören konnte, aber ich habe es mitbekomme, lächle sanft und nehme beide dann mit.
Christina: Wo hast du das Rezept dazu her?"
Chris: Das kommt aus meiner Familie. Mein Vater hat es mir immer gemacht, wenn ich krank geworden bin. Als ich klein war, war ich sehr anfällig für Erkältungen. Die hat mir immer geholfen und als ich dich hatte, da hate Papa mir das mitgegeben."
Mit beiden befüllten Tellern komme ich wieder zurück zum Tisch und bemerke dort auch den Blick von Christina. Dass sie mich gerade etwas bedrückt anschaut, als täte ihr etwas leid. Als sie ihren Teller vor sich stehen hat, schaut sie keinen Moment zu mir.
Christina: Tut mir leid, dass ich das vorhin einfach so gesagt hatte. Ich wusste nicht, dass es von deinem Vater kommt."
Chris: Ich weiß ja, dass du es gar nicht so meinst. Du hasst einfach generell Suppen und es war nicht gegen meinen Papa."
Stitch hat sich zwischendurch ins Wohnzimmer verzogen, weil er sich dort aufs Sofa legen kann, wo er auch schnell wieder eingeschlafen ist. So sitzen wir beide allein für uns hier.
Christina: Meintest du das vorhin jetzt wirklich so, oder wolltest du mich einzig überreden? Sollte es mir am zweiten Weihnachtsfeiertag gut gehen, darf ich mitkommen?"
Ich nicke, da ich es so gemeint habe. Natürlich wollte ich sie überreden, aber ich würde sie deswegen niemals anlügen. Auch wenn es für dich dann eine so ungewohnte Situation sein wird. Jeder kennt deine Tochter, aber niemand hat sie jemals gesehen.
Christina: Was wird Andreas dazu sagen?"
Chris: Seine Familie kommt ab und an auch mit. Jetzt mit seiner kleinen Tochter ist das etwas sehr kompliziert, aber ihn wird es nicht stören."
Das Beste, was in den letzten Wochen immer wieder vorkam, ist, dass ich dein ehrlich glückliches Lächeln wieder sehen darf. Und es freut mich, dass es irgendwas im entferntesten mit mir zu tun hat.
Christina: Dann hoffen wir Mal, dass diese Suppe wirklich Wunder bewirken kann, denn das würde ich mir nur ungerne entgehen lassen."
Sieben Folgen The Big Bang Theory später, ging es für uns beide wieder ins Bett. Diesen Abend läuft Stitch besonders provokant an mir vorbei in mein Zimmer, da Christina für diese Nacht noch unten bei mir bleiben wollte. Ich habe nicht mehr darauf bestanden, aber sie wollte es so. Meine Tochter wollte noch bei mir bleiben. Und schlussendlich war ich damit okay. Morgen ist Heiligabend, auch wenn mir noch gar nicht danach ist...
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Nameless to You
Fanfiction»Es heißt immer, dass alles im Leben einen bestimmten Grund hat, aber manchmal würde ich diesen nur zu gerne wissen!« Ein anfangs normaler Herbsttag im November zerstört in diesem Fall eine gesamte Familie und keine erbrachte Mühe scheint das Ausmaß...
