Fast so nervös wie gestern bei dem Gespräch mit Lexy saß ich in meinem Büro und wartete auf Schwarze. Ich könnte produktiv sein und arbeiten, um die Zeit bis zum Termin zu überbrücken, doch stattdessen starrte ich einfach den Ferraribecher in meinen Händen an. Ehrlichgesagt starrte ich durch ihn hindurch.
Mein Kopf war leer. Ich hatte total schlecht geschlafen. Beim Einschlafen ging mir Carlos nicht aus dem Kopf. Als ich versucht hatte mich abzulenken, hatte ich die ganze Zeit über dieses Gespräch hier nachgedacht. Dadurch konnte ich erstrecht nicht einschlafen.
Erst spät nachts waren mir die Augen zugefallen und ich war heute Morgen kaum aus dem Bett gekommen.
Trotzdem präsentabel aussehend wartete ich jetzt also auf meinen Mitarbeiter. Die Uhr zeigte fünf Minuten nach zwei an. Um zwei war unser Termin.
Ich wollte gerade nach meiner Maus greifen, um nachzusehen, ob der Termin vielleicht abgesagt wurde, da klopfte es lautstark an meiner Tür.
Ich riss mich zusammen und erwachte aus meinem sinnlosen Starren. „Herein.", rief ich laut.
Schwarze trat durch die Tür. Er hatte seinen Blaumann an, da er frisch aus der Werkstatt kam. Als er meine Tür hinter sich schloss, sah ich, dass seine Hände dunkel vom Öl gefärbt waren.
Er begrüßte mich nicht, sondern warf mir nur einen genervten Blick zu, als er sich mit seinem dreckigen Overall auf einer meiner hellgrauen Sessel sinken ließ. Ich hoffte, dass die Firma die Reinigung übernehmen würde.
Du schaffst das Kiera, sprach ich mir selbst Mut zu. Du hast gestern schon ein Krisengespräch geführt, da wird das hier ein Klacks für dich werden.
Vielleicht hätte ich meinen Chef nach Tipps fragen sollen, wie man so ein Gespräch abwickelt. Dann erinnerte ich mich an den Lehrgang. Vielleicht konnte ich heute sogar etwas von dem Gelernten anwenden.
Ich stellte den Ferraribecher beiseite und faltete meine Hände auf dem Tisch. Dann sah ich meinem blonden Mitarbeiter direkt in die Augen.
„Herr Schwarze.", begann ich. „Ich denke Sie wissen, warum Sie hier sind?" Klar wusste er das. Immerhin hatte ich es ihm in der Mail geschrieben.
„Ja.", sagte er stumpf und nickte kurz.
„Gut. Ich möchte mit Ihnen das Kriegsbeil begraben und einige Missverständnisse aufklären.", erklärte ich ihm trotzdem nochmal.
Mein Mitarbeiter schwieg, also fuhr ich fort.
„Das erste große Missverständnis hat sich ja zum Glück schon in Italien geklärt. Trotzdem möchte ich es Ihnen noch einmal direkt sagen. Ich habe absolut kein Interesse daran sie zu feuern. Sie führen seit Jahren mit Erfolg unsere Werkstatt und ich könnte mir keinen besseren für den Job vorstellen." Das meinte ich auch so.
Schwarzes harte Augen wurden ein wenig weicher, dennoch sagte er noch immer nichts.
„Mir ist bewusst, dass Sie und einige andere unzufrieden damit sind, dass ich das Autohaus bald übernehmen werde."
Er schnaufte. „Das ist noch untertrieben.", murmelte er dann.
Ich zog meine Augenbrauen zusammen. „Was meinen Sie denn damit? Wenn ich wüsste, womit Sie unzufrieden sind, könnte ich daran etwas ändern."
„Da sind so einige Punkte." Er lachte freudlos auf.
„Schreiben Sie mir die Punkte gerne auf und ich schaue, was sich da machen lässt.", bot ich ihm an.
Zuhören. Verstehen. Argumentieren.
Das hatte ich im Lehrgang beigebracht bekommen.
„Das meinen Sie nicht ernst?" Schwarze zog seine Augenbrauen hoch und ich zuckte mit den Schultern.
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A longer Bathroom Break - Carlos Sainz x OC
FanfictionDie 22-jährige Kiera verbringt mit ihrer Freundin ein Wochenende in Zandvoort, um sich den Traum zu erfüllen, einen Grand Prix live zu sehen. Das Wochenende läuft super, bis zwischen zwei Qualifying-Runden etwas Unvorhergesehenes geschieht. Durch ei...
