„Ich hatte dir eigentlich geschrieben und gefragt, ob es okay ist, wenn Julius mitkommt, aber du hattest mir nicht geantwortet.", erzählte Lexy mir, während sie sich mit ihren Fingern durch ihre blonden Haare fuhr.
Entschuldigend lächelte ich sie an. „Ich muss zugeben, dass ich keine Ahnung hab, wo mein Handy ist. Ich glaube, es liegt in meinem Büro. Oder in meinem Auto. Es könnte überall sein." Ich zuckte mit den Schultern.
Lexy lachte und schüttelte den Kopf. „Oh man. Wir können es ja gleich suchen gehen.", schlug sie vor. Doch ich schüttelte den Kopf. „Nein, alles gut. Ich brauche es eh nicht. Die wichtigsten Menschen sind ja jetzt hier." Ich lächelte meine Freundin an und drehte dann meinen Kopf zu Carlos.
Dieser hatte seine Hände auf dem Tisch gefaltet und starrte sie an. Oh verdammt, er verstand ja gar nichts.
„Macht es euch etwas aus, auf Englisch zu reden? Sonst ist Carlos so ausgeschlossen.", fragte ich die beiden und jetzt sah ich Julius zum ersten Mal an.
Seine lockigen blonden Haare sahen so aus, als wäre er schon seit Monaten nicht mehr beim Friseur gewesen. Zusätzlich ließ er sich einen ungepflegten Drei-Tage-Bart stehen und er hatte sichtbare Fettflecken und Fingerabdrücke auf seiner schwarzen Brille. Das einzig ordentliche an ihm war das weiße Hemd, welches er anhatte.
Carlos hingegen sah total rausgeputzt aus. Er hatte zwar auch einen Drei-Tage-Bart, doch in Kombination mit seinen gemachten Haaren und seinem dunkelblauen Polo sah er ziemlich gut aus.
Auch Lexy sah hübsch aus. Sie trug ein weißes Sommerkleid und eine taillierte weiße Jacke drüber. Jedoch ruinierte Julius das Bild ein wenig. Sorry not sorry.
„Wir können ruhig die Sprache wechseln.", stimmte Lexy auf Englisch zu und sofort hob Carlos seinen Kopf. „Ihr müsst euch wegen mir keine Umstände machen.", sagte er sofort und schüttelte den Kopf. Schnell legte ich ihm eine Hand auf seinen Arm und er drehte sich zu mir. „Du gehörst dazu, also solltest du auch mitreden können.", beruhigte ich ihn.
Doch bevor wir wirklich ein Gespräch anfangen konnten, trat Justin an unseren Tisch.
Nervös knetete er seine Hände, als wir ihn alle erwartungsvoll anschauten. Als er nichts sagte, sprach ich ihn an.
„Was gibt's Justin?" Beruhigend lächelte ich und er lächelte leicht zurück. „Ist es wohl okay, wenn ich ein paar Bilder von seinem Auto mache?" Mit seinem Daumen deutete er über seine Schulter zum Ferrari.
Ach, wie süß. Er traute sich nicht Carlos zu fragen.
„Darf er ein paar Bilder von dem Ferrari machen?", wendete ich mich an Carlos. Dieser zog seine Augenbrauen hoch und sein Blick wanderte von mir zu Justin.
„Klar kannst du das." Carlos stand von der Bierbank auf und zog seinen Autoschlüssel aus der Hosentasche. „Willst du dich vielleicht auch mal reinsetzen?", fragte er den Azubi und hielt den Schlüssel hoch.
Justins Augen wurden größer. „Jetzt im Ernst?! Natürlich!" Ein riesiges Grinsen bildete sich auf dem Gesicht des Azubis und es fehlte nur noch, dass er Luftsprünge machen würde.
„Ich geh mal kurz mit.", informierte Carlos mich. Doch ich stand jetzt ebenfalls auf. „Warte, ich komm mit."
Lexy sah mich verwirrt an. „Warum gehst du mit? Ich dachte, wir könnten mal wieder ein bisschen reden."
Mein Blick ging zwischen ihr und Julius hin und her. Ehrlichgesagt hatte ich nicht wirklich Lust mit ihr vor ihm zu reden.
„Ich komm gleich sofort wieder. Ich will nur ein paar Bilder für unseren Instagram Account machen. Hab gestern einen erstellt und das hier ist perfekte Marketing." Ich zeigte auf Carlos, welcher schon mit Justin auf dem Weg zum Auto war.
„Du benutzt deinen Freund als Marketing?", meldete sich jetzt Julius zu Wort. „Natürlich, wofür hab ich ihn denn sonst?", erwiderte ich ironisch, in der Hoffnung, dass er es checken würde, dass das nicht ernst gemeint war. Seinem kritischen Blick nach zu urteilen, verstand er es nicht. Konnte mir aber auch egal sein.
„Bin gleich wieder da." Ohne noch auf eine Antwort zu warten, ging ich den beiden hinterher.
Carlos öffnete Justin gerade die Fahrertür, als ich zu ihnen stoß.
„Setz dich." Carlos deutete mit seiner Hand auf den Fahrersitz. Langsam ging Justin auf den Wagen zu. Bevor er sich reinsetzte, beugte er sich runter und schaute sich alles an.
„Wahnsinn. Das Lenkrad besteht ja zur Hälfte aus Carbon. Und die Knöpfe auch.", bemerkte er ehrfürchtig.
Ich legte währenddessen eine Hand auf Carlos Schulter und zog ihn ein wenig zu mir. „Kann ich mir mal dein Handy leihen?" Da ich meins ja nicht hatte, um Bilder zu machen, wollte ich das von Carlos nehmen. Seine iPhone Kamera war eh besser als die von meinem Handy.
„Klar. Hier." Er zog sein Handy aus seiner Hosentasche und gab es mir. Dann widmete er sich sofort wieder Justin. „Komm, steig ein."
Eigentlich musste ich das Handy gar nicht entsperren, um die Kamera zu öffnen, doch aus Reflex tat ich es trotzdem. Schnell gab ich seinen Pin ein, mittlerweile hatte ich mir seinen Geburtstag nämlich gemerkt, und entsperrte das Handy.
Wo ich letztes Mal von seinem Rennauto als Hintergrundbild begrüßt wurde, war es diesmal ein anderes Bild. Sofort schlug mein Herz schneller, als ich das Aufzugbild erkannte, was ich von uns in Spa gemacht hatte.
Er hatte es als Hintergrundbild eingestellt? Oh mein Gott.
Mein Herz schlug sofort höher und ich biss mir auf die Innenseite meiner Wange.
Ich schaute vom Handy auf und sah Carlos dabei zu, wie er gerade den Dreipunktgurt um Justin legte. Justin sah dabei aus wie ein Kind im Süßigkeitenladen.
Carlos war einfach zu gut für diese Welt.
Moment, reiß dich zusammen Kiera. Das ist das perfekte Fotomotiv. Du kannst später noch von ihm schwärmen.
Bevor der Moment vorbei ging, öffnete ich die Kamera und schoss ein paar Bilder. Erst von vorne durch die Windschutzscheibe. Dann stellte ich mich hinter die beiden, schoss dort ein paar Fotos, bis ich auf die Idee kam auch das Auto selbst zu fotografieren.
Ich hatte Carlos ja extra gesagt, dass er genau hier parken sollte. Denn er stand jetzt direkt neben unserer Verkaufshalle und an dieser stand der Name unseres Autohauses. Wenn ich jetzt also ein paar Schritte zurück machte und die Weitwinkelkamera benutzte, dürfte sowohl der Ferrari als auch unser Logo drauf sein.
Mein Plan ging auch auf. Es passte perfekt. Das Rot vom Auto passte perfekt zum Rot an unserem Logo. Das würde ein super Bild für unseren Instagram Account sein. Morgen würde es das erste sein, was ich machen werde, wenn ich auf der Arbeit ankommen würde.
Mit einem Mal sprang der Motor vom Ferrari an und nicht nur meine Aufmerksamkeit richtete sich nun wieder auf den Wagen.
Ich ging wieder auf die beiden zu.
„Wahnsinn! Oh mein Gott!", hörte ich Justin auf Deutsch rufen.
„Drück mal ein bisschen aufs Gas.", ermutigte Carlos ihn.
Sofort ließ der V12 hören was er konnte und es war fast schon ohrenbetäubend. Der Klang des Autos war viel heller, als der von meinem Audi beispielsweise. Einfach nur schön, anders konnte man das nicht beschreiben.
Leute es ist ein Weihnachtswunder geschehen. Ich hab jede Minute, in der ich Zeit und einen freien Kopf hatte dafür genutzt, diese Story weiterzuschreiben. Ich will sie endlich beenden und ihr sollt das Ende bekommen, was ihr verdient.
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A longer Bathroom Break - Carlos Sainz x OC
FanfictionDie 22-jährige Kiera verbringt mit ihrer Freundin ein Wochenende in Zandvoort, um sich den Traum zu erfüllen, einen Grand Prix live zu sehen. Das Wochenende läuft super, bis zwischen zwei Qualifying-Runden etwas Unvorhergesehenes geschieht. Durch ei...
