„Nein.", unterbrach ich ihn sofort, weil eh wieder nur eine Ausrede gekommen wäre. „Seit wir mehr Zeit miteinander verbringen spüre ich es. Seit Monaten, Carlos, Monate. Und ich weiß, dass du es auch spürst. Ich bin nicht mehr nur ein Fan, der sein Idol anhimmelt. Und du bist nicht mehr der Rennfahrer, der sich bei einem Fan entschuldigen wollte. Du liegst in meinem Bett. Du hast mich geküsst. Du nimmst mich mit auf öffentliche Auftritte, bezahlst mir Hotelzimmer, damit ich bei dir sein kann."
Ich musste eine Pause machen, weil mein hoher Puls mir meinen Atem raubte.
„Verarsch mich nicht Carlos. Und verarsch dich selbst nicht. Ich weiß, was ich für dich empfinde. Und ich weiß es schon sehr lange. Du weißt es auch."
Carlos rührte sich kein Stück, starrte einfach an die Decke, seine Hand noch immer in seinen Haaren.
„Carlos, ich denke jeden Abend an dich. Ich ziehe so oft es geht deinen Pulli an, um das Gefühl zu haben, dass ich dir nahe bin. Ich träume von dir. Es beeinflusst meinen gesamten Tag, wenn wir schreiben oder telefonieren."
Wieder wartete ich auf eine Reaktion von ihm, doch es schien, als hatte er den Atem angehalten. Was dachte er wohl gerade? Wünschte er sich nicht hier zu sein? Überlegte er sich gerade die nächste Ausrede, um aus dieser Situation zu kommen?
Entmutigt stieß ich die Luft aus meinen Lungen aus.
„Vielleicht bin ich aber doch nur ein Fan, der sich zu viel eingebildet hat."
Eine kleine Träne bahnte sich ihrem Weg aus meinem Augenwinkel, über meine Wange, bis sie von meinem Kinn tropfte und auf Carlos Hand landete, welche noch immer auf dem Bettlaken genau vor mir lag.
Sofort schnellte sein Kopf zu mir und er sah mich erschrocken an. Dann wanderten seine Augen auf seine Hand und wieder zurück zu meinem Gesicht.
„Guapa, weinst du?", flüsterte er entsetzt.
War das sein Ernst?! Ich schnaufte.
„Weißt du was Carlos, geh einfach. Nimm deinen Ferrari und verschwinde zurück in dein Hotel. Und nimm deinen Pulli mit, der liegt da auf der Kommode." Ich deutete auf die Kommode, welcher hinter Carlos an der Wand stand, und wollte vom Bett aufstehen.
Bevor ich mich jedoch hinsetzen konnte, ergriff er meinen ausgestreckten Arm und zog mich an ihn heran.
Verärgert versuchte ich meinen Arm aus seinem Griff zu lösen. Er konnte jetzt echt nicht erwarten, dass ich noch um ihn kämpfen würde, wenn er mir doch gerade ganz klar gezeigt hat, was seine Antwort war.
„Kiera.", sprach er meinen Namen mit seinem wunderschönen Akzent aus und augenblicklich verflog ein Fünkchen Ärger in mir.
„Was!?", fragte ich ihn trotzdem noch mit genervter Stimme.
Carlos braune Augen zeigten plötzlich einen Ausdruck, welchen ich noch nie in ihnen gesehen hatte. Angst? Verzweiflung? Unsicherheit?
„Ich..." Seine Augen wanderten sprunghaft von meinem rechten, zu meinem linken Auge, zu meinen Lippen, zurück zu meinen Augen und sein Griff um meinen Arm wurde fester.
Wie hypnotisiert wartete ich darauf, was er sagen würde. Mein Ärger war wie weggeblasen. Ich wollte einfach nur noch wissen, was er zu sagen hatte.
Dann blieben seine Augen an meinen hängen und die Unsicherheit, welche ich vorher noch in ihnen gelesen hatte, war weg. Stattdessen sah ich nun Entschlossenheit in ihnen.
Carlos Augen verdunkelten sich und seine freie Hand legte sich erneut auf meine Wange. Diesmal war seine Hand aber nicht sanft, sondern umfasste fest meinen Hinterkopf.
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A longer Bathroom Break - Carlos Sainz x OC
FanfictionDie 22-jährige Kiera verbringt mit ihrer Freundin ein Wochenende in Zandvoort, um sich den Traum zu erfüllen, einen Grand Prix live zu sehen. Das Wochenende läuft super, bis zwischen zwei Qualifying-Runden etwas Unvorhergesehenes geschieht. Durch ei...
