„Ich hoffe, dass Dominics Tochter gleich kommt.", fing ich ein Gespräch an, weil ich nicht in peinlichem Schweigen hier sitzen wollte. „Carlos hat extra Merch mitgebracht, weil sie ein großer Fan von ihm ist."
„Gutes Kind.", kommentierte Lexy und zum ersten Mal an diesem Abend schenkte ich ihr ein ehrliches Lächeln.
Bevor ich noch mehr sagen konnte, stand unser spanischer Kellner schon am Tisch.
„Ich habe für jeden ein Bier mitgebracht.", verkündete er. Von den vier Flaschen hatte er jeweils zwei in seinen beiden Händen. Jedem von uns stellte er eine Flasche auf den Tisch, bevor er sich wieder neben mich setzte. „Danke", sagte ich und strich ihm über den Rücken.
„Das ist also der berühmte Rennfahrer?", fing Julius plötzlich auf Deutsch an zu reden.
Verwirrt darüber, seine Stimme zu hören, drehte ich meinen Kopf zu ihm. „Ja, das ist er."
Der Blick, welchen Julius Carlos zuwarf, sprühte nur so vor Abneigung. Und er versuchte es nicht einmal zu verstecken.
„Hast du ein Problem mit ihm?", fragte ich den Typen gerade heraus. Sein Blick war absolut respektlos und der Fakt, dass er auf Deutsch sprach, obwohl wir uns vorher darauf geeinigt hatten uns auf Englisch zu verständigen, machte mich einfach wütend.
Julius schüttelte seinen Kopf, sodass seine viel zu langen Haare ihm um den Kopf flogen. „Nein. Kein Problem." Dann machte er eine kurze Pause und sein Blick wanderte von Carlos Gesicht, seinen Körper runter und wieder nach oben. „Er ist nur sehr viel kleiner, als ich es erwartet hatte."
Man könnte es als normalen Kommentar auffassen, doch aus Julius Mund klang es definitiv nach einer Beleidigung.
Was denkt er denn, wer er ist? Hat der heute Mal in den Spiegel geschaut? Er ist das Gegenteil von Carlos. Wenn Carlos der Hauptpreis wäre, wäre Julius gerade mal so der Trostpreis. So ein Wicht.
Dann kam mir eine Idee. Damit Carlos sich nicht so ausgeschlossen fühlen würde, wollte ich ihn ins Gespräch mit einbinden.
„Julius meinte gerade, dass du sehr viel kleiner bist, als er erwartet hatte.", übersetzte ich für meinen Freund.
Sofort schoss Julius Kopf in meine Richtung und er lief rot an. „Warum übersetzt du das denn?!", blaffte er mich an.
Doch ich sah ihn nicht an. Stattdessen schaute ich Carlos an, dessen Augenbraue sich hob. Dann wanderte sein Blick zu Lexys Freund.
„Wieso sollte ich es denn nicht übersetzen?", fragte ich scheinheilig.
„Weil er es nicht hören sollte?! Was denkst du denn, warum ich es auf Deutsch gesagt habe?" Die Hand, in der er seine Bierflasche hielt, verkrampfte sich so sehr, dass seine Knöchel weiß wurden.
„Wenn man etwas sagt, sollte man auch zu seinen Worten stehen. Entweder sag etwas nettes oder sag gar nichts!", stellte ich klar. Wenn er schon jemanden beleidigen wollte, dann sollte er es auch von Angesicht zu Angesicht machen und nicht hinter dem Rücken wie so eine Pussy.
„What's going on?", schaltete Carlos sich jetzt dazwischen. Ich schüttelte nur den Kopf, um ihm zu sagen, dass ich es ihm später erklären würde.
Julius trank einen großen Schluck aus seiner Flasche, bevor er sie laut auf den Tisch knallte. „Ich gehe. Ich bin hier anscheinend eh nicht erwünscht."
Er wollte aufstehen, doch Lexy legte ihm eine Hand auf seinen Arm. „Nein! Bleib doch. Wir sind doch gerade erst angekommen.", bat sie ihn.
Doch er schlug ihre Hand weg. Und zwar ziemlich fest, ich konnte es klatschen hören.
„Hallo? So behandelt man seine Freundin nicht!", griff ich ein. Ich stellte meine Flasche beiseite und war ab jetzt jederzeit bereit aufzustehen. Der Typ machte mi Angst.
„Und von dir lasse ich mich erstrecht nicht so behandeln. Du hast mich den ganzen Abend ignoriert. Ich weiß echt nicht, was dein Problem ist." Er deutete mit seinem wurstigen Finger auf mich und zog die Augenbrauen zusammen. „Das stimmt allerdings.", mischte Lexy sich jetzt ein.
Ungläubig sah ich meine Freundin an. Sie verteidigte ihn auch noch? Das konnte doch nicht ihr Ernst sein.
„Lexy, wir gehen.", bestimmte er und stand auf. Währenddessen packte er ihre Hand und zog sie ebenfalls von der Bierbank hoch. Sie wehrte sich nicht, sondern tat einfach, was er von ihr wollte.
„Lexy!", rief ich hinterher, als sie sich vom Tisch entfernten. Doch sie drehte sich nicht einmal mehr um.
Komplett perplex schaute ich nur hinter den beiden her und beobachtete sie dabei, während Julius seine Freundin hinter sich her zog und sie das Gelände verließen.
Eine einzige Träne bahnte sich den Weg meine Wange runter.
Dieser Moment fühlte sich an wie ein Ende. Als hätte ich sie jetzt endgültig verloren. Sie stand komplett auf seiner Seite, sah gar nicht, was für ein Mensch er war.
Sollte ich hinterher? Würde das etwas bringen? Würde ich sie überreden können, ihn alleine gehen zu lassen?
Nein, das würde nichts bringen. Hatte ich ja gerade gesehen. Sie stand komplett auf seiner Seite. Zumindest, solange er anwesend war. Unter uns hatte sie ja schon anders über ihn gesprochen.
„Hey." Eine warme Hand legte sich auf meinen Rücken.
Ich riss meinen verschwommenen Blick von den beiden los und schaute stattdessen Carlos an, welcher mich angesprochen hatte.
„Was ist passiert? Ich habe leider nichts verstanden." Seine Stimme war sanft und beruhigte mich ein wenig.
„Tut mir leid, dass wir dich ausgeschlossen haben. Das war sowieso kein schönes Gespräch." Ich ließ meinen Kopf in meine Hände sinken und atmete tief ein und aus. Währenddessen fing Carlos an mit seiner Hand auf meinem Rücken Kreise zu ziehen.
„Komm mit mir.", sagte er dann plötzlich und stand auf. Verwundert hob ich meinen Kopf und sah zu ihm hoch. „Warum? Wohin?"
Statt mir zu antworten, machte Carlos einfach nur eine Kopfbewegung, um mich zum Aufstehen zu bewegen.
Ich seufzte, aber dann folgte ich seiner Aufforderung. Mein Bier nahm ich aber mit, das brauchte ich jetzt.
Frohes Neues meine süßen Chilis! <3
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A longer Bathroom Break - Carlos Sainz x OC
FanfictionDie 22-jährige Kiera verbringt mit ihrer Freundin ein Wochenende in Zandvoort, um sich den Traum zu erfüllen, einen Grand Prix live zu sehen. Das Wochenende läuft super, bis zwischen zwei Qualifying-Runden etwas Unvorhergesehenes geschieht. Durch ei...
