Genug von Witzen

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   Der Rückweg war grausam. Durch den durchgehenden Nieselregen war der Boden total aufgeweicht und der Weg von der Strecke zurück in die Stadt war eine einzige Rutschpartie. Nicht selten hatte ich gesehen, wie sich einige Fans hingelegt haben. Zudem steckte ich ewig im Stau, weil so viele Leute auf einmal die Strecke verlassen wollten. Nach einiger Zeit taten meine Füße vom ganzen Stehen weh. Dazu waren meine Socken auch noch durchnässt und ich hatte eisige Füße. Hoffentlich würde ich nicht krank werden.


   Am Hotel angekommen waren meine weißen Schuhe nicht mehr weiß, sondern braun. Und meine vorher beige Hose war ebenfalls braun. Ich fühlte mich auch sehr braun. Was das bedeutete? Keine Ahnung, aber das passte.

   Kalt, dreckig, nass. Einfach braun.

   Die Leute im Hotel hatten mich komisch angeschaut, als ich da ankam. Der ältere Valet war der Einzige, der mich freundlich angelächelt hatte. Alle anderen sahen mich an wie einen pinken Elefanten auf Rollschuhen und ihre Blicke gingen mir ganz schön auf die Nerven.

   Außerdem bildete ich mir ein, dass ich braune, matschige Fußspuren auf dem roten Teppich hinterließ. Schon lange hatte ich mich nicht mehr so unwohl gefühlt.

   So schnell ich konnte war ich zum Aufzug gegangen und es hatte zum Glück nicht lange gedauert, bis sich die Türen geöffnet hatten und ich endlich wieder aufatmen konnte.

   Als ich aus dem Aufzug ausstieg, war ich so froh, als ich meine Zimmertür sah. Ich würde jetzt schnell ein heißes Bad nehmen und mich dann in mein Bett kuscheln.

   Während ich meine Schlüsselkarte aus meiner Tasche kramte, öffnete sich ein wenig weiter den Flur runter eine Tür.

   Ich hob meinen Kopf und schaute in die Richtung, aus der jetzt Schritte auf mich zukamen.

   „Kiera!", begrüßte Jorge mich freundlich. Seine blonden Haare hatten heute perfekte Wellen. Waren sie gestern auch schon so schön oder hatte ich das nur wegen der Dunkelheit und dem Alkohol nicht bemerkt? Da konnte man ja neidisch werden.

   „Oh, hey Jorge." Ich lächelte ihn erschöpft an.

   „Qué pasa?", fragte er mich sofort besorgt, als er meinen Blick sah. Er kam auf mich zu und legte eine Hand auf meine Schulter.

   „Ach." Ich winkte ab. „Es ist nichts passiert. Es war einfach ein anstrengender Tag und der gestrige Abend hat ja auch nicht wirklich gut geendet."

   Jorge zog seine Augenbrauen zusammen. „Warum das? Hattest du doch zu viel getrunken?"

   Verwirrt sah ich ihn an und schüttelte langsam den Kopf. „Nein, ich meine das mit Matthin." Wusste er etwa nichts davon?

   Jorge nahm seine Hand von meiner Schulter, als ich meine Karte gefunden hatte und mein Zimmer aufschloss. „Komm rein. Ich muss endlich aus den Klamotten raus.", lud ich ihn ein.

   Ich fühlte mich ein klein bisschen schlecht, als ich mit meinen dreckigen Sachen in meine blitzblanke Suite trat. Was sollte ich aber sonst tun?

   Gemeinsam traten wir ein und die Tür schloss sich automatisch hinter uns.

   Meine Tasche legte ich auf die hohe Kommode neben dem bodentiefen Spiegel direkt neben der Eingangstür. Dann zog ich endlich meine matschigen Schuhe aus und ging mit ihnen in der Hand ins Bad, um sie in das Waschbecken zu schmeißen. Die Badewanne stand ja leider im Wohnzimmer.

   Nach den Schuhen zog ich die nassen Socken aus, welche ich über den Rand des Waschbeckens zum trocknen hinlegte.

   Jorge war mir ins Bad gefolgt.

A longer Bathroom Break - Carlos Sainz x OCGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt