Happy Birthday

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Nachdem ich fertig war verabschiedete ich mich von Edward und stand auf, um zu meiner Zelle zu gehen. An der Tür zur Kantine wurde ich jedoch abgehalten. Der Joker zog mich am Arm ein wenig zur Seite.
"Sieh zu, dass du genug Schlaf bekommst. Morgen müde zu sein wäre nicht von Vorteil"
"Was ist denn morgen?"
"Morgen kommen die Blackgate-Leute hierher und es kann sein, dass wir bereits morgen den Ausbruch starten" Den letzten Teil des Satzes flüsterte er mir ins Ohr.
"Soll ich dann irgendwo warten oder irgendwas machen?"
"Versuch, dich einfach unauffällig zu verhalten. Wenn es abseits der der äh Ausgangszeiten ist, dann weiss ich ja wo du bist. Wenn nicht, stell dich an die Wand neben dem Eingang vom Zellenblock"
"Links oder rechts?"
"Unwichtig. So dass ich dich sehe"
Ich nickte. "Sonst noch irgendwas zu beachten?"
"Wenn wir das nicht morgen versuchen, dann ist es nur aufgeschoben und nicht aufgehoben", flüsterte er mir noch zu und verschwand. Ich machte mich auf den Weg zu meiner Zelle und legte mich sofort schlafen.

Am nächsten Morgen wachte ich nicht von allein auf, und auch nicht vom Alarm.
"Happy Birthday", sagte eine lächelnde Ivy und stand direkt vor mir.
"Danke", entgegnete ich ihr und erwiderte das Lächeln. "Und du hast dir das echt gemerkt?"
Müde setzte ich mich hin und gähnte.
"Du bist jetzt siebzehn, oder?"
Ich nickte als Antwort.
"Wie spät ist es?"
"Nicht sehr viel früher als sonst. Gleich müsste auch de-" In dem Moment ging auch schon der Alarm los.
"Mein Zeitgefühl ist doch spitze, ne?", meinte sie lachend. Ich stimmte ein und wir gingen zu den Duschen. Als wir fertig waren blieb ich noch länger bei den Spiegeln, da ich meine Haare heute flechten wollte.
"Ivy, kannst du mir mal kurz helfen?"
"Ja, wobei?"
"Halt mal bitte diese Strähne fest", meinte ich zu ihr und flechte weiter meine Haare.
"Okay danke", sagte ich, nahm die Strähne und steckte sie in den Zopf sodass sie etwas locker an der Seite hing.
"Schick", hörte ich Ivy sagen und musste lächeln. "Wo hast du das gelernt?"
"Im Heim" Als ich das sagte, musste ich mich wieder daran erinnern, wie mir die Haare abgeschnitten wurden.. Es war das Einzige an mir gewesen, worauf ich wirklich stolz war..
"Hörst du mir überhaupt zu?"
"Oh, sorry, ich war in Gedanken"
"Kommst du mit zum Essen?"
"Klar"

Während des Essens sah ich mich nach dem Joker um, wurde aber nicht fündig. Das Gespräch am Tisch verfolgte ich gar nicht mit und ich stand sofort auf als ich fertig war. Auf dem Hof setzte ich mich wie abgesprochen neben den Eingang. Hier war es relativ langweilig. Aber nicht sehr lange. Alle wurden aufgefordert, zurück in ihre Zellen zu gehen. Ich wollte mich gerade auf den Weg machen, wurde aber vom Joker abgehalten.
"Mitkommen", sagte er schnell und nahm meine Hand. Wir gingen schnell durch die Menschenmenge, aber nicht zu den Zellen. Wir versteckten uns stattdessen hinter einer Hecke. Dass uns hier jemand entdeckte, war ziemlich unwahrscheinlich.
"Du wartest hier. Ich bin in einer Minute zurück. Sollte dich jemand entdecken, renn zu denen aus Blackgate."
Ich nickte und er verschwand. Kurz darauf hörte ich einen Schuss und der Alarm ging los. Ich sah den Joker zum Tor rennen und seufzte schon mit dem Hintergedanken, dass er mich hier zurücklässt, doch er schoss auf das elektrische Türschloss und rannte zu mir.
"Beeilung!", rief er und griff nach meiner Hand. Beim rennen konnte ich sehen, wie einige Insassen aus dem Zellenblock rannten.
"Hast du die Türen geöffnet?", fragte ich schnaufend.
"Ich hab das Tor geöffnet. Dass die Türen nun auch offen sind, wusste ich vorher nicht"
Wir rannten zum Tor, wurden aber von einem Cop aufgehalten.
"Glaubst du echt, dass das eine gute Idee ist?", fragte der Joker. Der Cop war nervös, das war ihm leicht anzusehen.
Ich sah hinter ihm einen schwarzen Wagen vorfahren. Jemand aus dem Wagen schoss ihm ins Bein, woraufhin er hinfiel. Der Joker zerrte mich zum Wagen, öffnete die Tür und schuppte mich hinein. Danach stieg auch er ins Auto und rief zum Fahrer, dass er losfahren sollte. Er schloss die Tür und der Wagen setzte sich in Bewegung.
Ich atmete schwer und lehnte mich im Sitz zurück.
"Kannst du schießen?", fragte mich der Joker.
Ich schüttelte den Kopf.
"Okay, Kopf runter!"
Ich duckte mich und sah, dass er sich aus dem Fenster hängte. Vorher nahm er sich noch eine Pistole, die unter dem Sitz lag und schoss damit auf die Polizeiwagen, die hinter uns her fuhren.
"Fahr schneller!", rief er. "Und fahr durch so viele Gassen wie möglich!"
Nach ein paar Minuten waren wir die Polizeiwagen anscheinend losgeworden. Ich sah aus dem Fenster und entdeckte sehr viele alte und kaputte Häuser. In dieser Gegend war ich noch nie.
"Halt da vorne an"
Der Fahrer fuhr in eine Seitengasse und stoppte.
Der Joker stieg aus und zog mich mit sich. "Hat Spaß gemacht", meinte er lachend.
"Das nennst du Spaß?", fragte ich ihn.
"Los, komm"
"Wohin?"
"Meine Wohnung"
Ich sah ihn verdutzt an, aber er ging schon los. Daher beschloss ich, ihm einfach zu folgen. Diese Gegend gefiel mir ganz und gar nicht.. Ich hatte das Gefühl, dass hinter jeder Ecke ein Vergewaltiger oder Mörder warten könnte.
"Nervosität zeigen ist hier sehr gefährlich", meinte der Joker, als hätte er mich beobachtet.
"Ich fühl mich hier halt etwas unwohl.."
Er bog in eine Seitengasse, in der einige Männer mit Masken standen. Ich ging so dicht wie möglich hinter ihm.
"Hey, Boss!", meinte einer von ihnen. Die anderen sahen zu mir und mir war das sehr unangenehm.
"Starrt sie nicht so an, die ist nicht für euch! Wer ihr zu nahe kommt, ist tot, kapiert? Hey, Montie, ich brauch 'nen Fahrer für morgen. Kriegst du hin, oder?"
"Sicher"
Der Joker nickte und ging durch eine Tür. Nachdem ich auch im Haus war schloss er sie. Wir gingen einige Treppen hoch, bis zu seiner Wohnung. Er schloss die Tür auf und wir gingen hinein.
"Hast du Hunger?", fragte er mich, zog seine Schuhe aus und ging zur Küche.
"Ein bisschen", meinte ich und zog mir meine Schuhe auch aus.
"Magst du Pizza?"
"Ja"
"Ich schieb eine in den Ofen. Mach schonmal den Fernseher an, ich wollt noch Nachrichten gucken"
Ich machte den Fernseher an und setzte mich aufs Sofa. In dem Moment kam der Joker aus der Küche, welche irgendwie auch zum Wohnzimmer gehörte, und setzte sich auch aufs Sofa. Er nahm sich die Fernbedienung und schaltete auf einen Nachrichtensender.
"..ein Feuer ausgebrochen war, wurde ein Großteil der Insassen ins Arkham Asylum geliefert. Dabei kam es unglücklicherweise zu Komplikationen. Einige Insassen konnten fliehen. Die Polizei bittet die Einwohner Gothams zuhause zu bleiben, wenn es nicht dringend nötig ist, das Haus zu verlassen.
Und nun zum Sport. Das Fußballspiel, welches wegen schlechtem We-"
Er schaltete den Fernseher aus und lachte.
Ich grinste und lehnte mich zurück. Joker holte die Pizza aus dem Ofen und stellte sie auf den Tisch im Wohnzimmer. Ich nahm mir sofort ein Stück. "Hast du eigentlich 'nen Ort wo du äh hinkannst?", fragte er mich während ich aß.
"Nee, nicht wirklich. Wahrscheinlich geh ich wieder zu der Straße, in der ich vorher auch gelebt hab"
"Du äh könntest auch hier bleiben, wenn du willst"
"Und das würde dir auch keine Umstände machen?"
"Nee, nicht wirklich"
"Also wenn das okay wäre, würd ich gern hier bleiben"
"Gut, ich zeig dir nacher noch wo du schläfst. Morgen fahren wir in die Stadt und holen dir ein paar Sachen"
Ich lächelte und er erwiderte es. Danach schaltete er den Fernseher wieder an.
"Hier, such du aus. Ich muss noch was erledigen" Er legte mir die Fernbedienung auf den Tisch. "Bin in einer oder zwei Stunden wieder zurück. Mach nichts Dummes und lass niemanden herein, niemanden! Ich schließ die Tür hinter mir ab"
Ich nickte und er verschwand. Ich schaltete mich durch die verschiedenen Sender, blieb dann aber bei einer Quizshow hängen. Dann nahm mir eins der Kissen und legte mich aufs Sofa. Von der Pizza ließ ich noch zwei Stücke über. Die konnte Joker später noch essen, wenn er wollte. Nach ein paar Minuten schlief ich dort ein.

Whatever doesn't kill you simply makes you strangerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt