Ich holte mein Handy kurz aus der Tasche um auf die Uhr zu gucken. Es war kurz nach 5pm.
"Handy weg!"
"Beruhig dich, wollte nur wissen wie spät es ist..", meinte ich und packte es weg.
"Wie heißt du überhaupt?"
"Clarke"
"Und weiter?"
Ich blieb erstmal still.
"Hm?", hakte er nochmal nach.
".. Spencer"
"Spencer? Clarke Spencer?"
"Ja.."
Er lachte ein wenig. "Warte mal einen Moment", meinte er und ging in einen Nebenraum. Ich sah ihn leicht verdutzt an, aber er bemerkte es scheinbar nicht. Ich setzte mich auf eine Couch in einer Ecke des Raums.
Nach fünf Minuten kam er zurück. Er hatte sich einen Mantel übergezogen und hielt ein Handy in der Hand, doch dieses packte er kurz danach in seine Tasche.
"Er ist in zehn Minuten hier."
Ich sah ihn mit großen Augen an. "Bitte was?"
"Ich habe gesagt, dass er in zehn Minuten hier ist"
"Hast du ihn jetzt wegen mir angerufen?"
"Ja"
Ich lehnte mich zurück und starrte an die Decke. Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Zum einen war es möglich, dass ich nun meinen Vater treffen konnte, aber es musste nicht sein, dass er es war. Er war ein Krimineller..!
"Hey, ich hab dich was gefragt."
"Hm, sorry, ich.. war in Gedanken"
"Komm mit. Wir warten unten an der Bar"
Ich nickte.
Wir gingen eine Treppe hinunter. Pinguin schloss eine Tür auf und ging zu einem der Tische.
"Möchtest du irgendwas trinken? Vielleicht Rotwein?"
"Ja, gerne."
Ich setzte mich an den Tisch. Cobblepot holte ein Flasche und schenkte uns beiden Wein ein.
Ich setzte meine Mütze ab und öffnete meine Jacke. Hier war es wärmer als in den anderen Räumen.
"Ich schau mal, ob er schon da ist", meinte Cobblepot und stand auf. Er ging zur großen Tür, die zur Eingangshalle führte. Diese schloss er auf und betrat die Halle.
"Oswald", hörte ich jemanden sagen. Ich drehte mich zu den beiden um.
"Samuel", erwiderte Pinguin und umarmte den Mann kurz.
Er hatte rote Haare, ein natürlicher Rotton, kein leuchtendes gefärbtes Rot, dazu noch Sommersprossen, einen schwarzen Anzug und schwarze Handschuhe. Mit der einen Hand spielte er mit einem Feuerzeug. Pinguin unterhielt sich mit ihm, ich verstand aber nicht, worüber sie redeten. Aufeinmal sah Burningman zu mir herüber. Ich drehte mich schnell wieder um.
'Ganz ruhig bleiben, beruhig dich', dachte ich mir die ganze Zeit.
"Clarke? Komm mal her!", rief Pinguin. Ich stand auf und ging langsam zu den beiden Männern. Burningman sah mir die ganze Zeit über in die Augen. Ich wendete den Blick erst ab als ich direkt vor ihm stand.
"Clarke?", fragte er. Ich sah hoch und lächelte unsicher.
"Du bist wirklich Clarke.. Spencer?"
Ich nickte.
"Ich, ähm.. Oswald, würdest du uns erstmal allein lassen?"
Pinguin ging und Samuel, wie ihn Pinguin nannte, und ich setzten uns an die Bar.
"Wieso hast du mich gesucht?"
"Nun ähm, ich hab einiges über dich erfahren und.. ich hab etwas über deine Kinder erfahren und-"
"Und du hast erfahren, dass mein zweites Kind Clarke hieß beziehungsweise heißt und nie gefunden wurde"
"Genau. Ich wollte dich treffen. Ich hab zwar gehört, dass du gefährlich sein kannst, aber, wenn man eins und eins zusammen zählt, du auch mein Vater sein könntest und ich weiss, das kommt jetzt alles ziemlich überrumpelnd und es tut mir leid, wenn ich jetzt zu viel rede oder zu viel vermute oder behaupte oder keine Ahnung.."
Er lachte leise ein bisschen. "Beruhig dich erstmal", meinte er. "Ich weiss nicht, ob du meine Tochter sein kannst. Ich.. ich glaube es aber nicht. Meine Tochter war damals zwei Jahre jung. Das Haus stand in Flammen und sie war in ihrem Kinderzimmer in der ersten Etage des Gebäudes. Es ist nahezu unmöglich, dass sie irgendwie aus dem Haus hätte kommen können.. Tut mir leid, aber ich.. ich muss jetzt gehen.."
Er stand auf und verließ die Iceberg Lounge. Ich sah ihm hinterher und merkte wie sich langsam Tränen in meinen Augen bildeten. Ich hielt sie zurück und stand langsam auf. Oswald kam auf mich zu.
"Ich gehe jetzt lieber", sagte ich zu ihm und verließ die Lounge ebenfalls. Ich war gerade mal ein paar Meter von der Lounge entfernt als die ersten Tränen meine Wangen herunterliefen.
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Whatever doesn't kill you simply makes you stranger
FanfictionDas Leben auf Gothams Straßen ist alles andere als einfach und sicher. Doch was passiert, wenn man auf eine Person trifft, die dieses Leben vollkommen auf den Kopf stellt? Genau das passiert Clarke, eine junge Taschendiebin, die eigentlich nur vers...
