I missed you

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Hier oben auf dem Dach blieb ich bis Mitternacht sitzen. Es war inzwischen sehr kalt und ich zitterte schon ein bisschen, wollte aber warten.
Doch ein paar Sekunden später war mir nicht mehr kalt. Jemand hatte mir einen Mantel über die Schultern gelegt. Ich drehte mich um und sah einen Mann mit grünem Anzug, übersät mit Fragezeichen, und einer Maske. Er sah zu mir und lächelte ein bisschen. Ich stand vorsichtig auf und sah ihm ins Gesicht während ich langsam die Maske von seinen Augen nahm.
"Eddie!", rief ich und umarmte ich stürmisch.
"Da freut sich aber jemand mich zu sehen", sagte er lachend und drückte mich an sich.
"Wie..wie bist du aus Arkham rausgekommen?"
Er zog die Augenbrauen an. "Weisst du denn etwa immer noch nicht, wer ich bin?"
"Doch, das weiss ich sehr gut-"
"Clarke bist du hier oben?", hörte ich John rufen. Er schien wohl an der Tür zum Dach zu stehen.
"Versteck dich hinter dem Schornstein", flüsterte ich.
"Aber-"
"Mach bitte einfach"
Er tat was ich sagte und ich ging schnell zu John.
"Was machst du denn hier oben?"
"Ich musste nachdenken"
"Worüber"
"Privat"
Er sah mich fragend an.
"Wieso hast du mich gesucht?"
"Nunja, es ist mittlerweile nach Mitternacht und ich hab mir etwas Sorgen um dich gemacht"
Ich lächelte und umarmte ihn. "Du musst dir um mich keine Sorgen machen. Ich hab jahrelang alleine auf der Straße überlebt"
Er schien nicht sehr überzeugt zu sein.
"Wie wärs damit, ich hab noch ein bisschen Geld und davon hol ich mir morgen ein Handy, dann schreib ich dich an, deine Nummer hab ich ja, und dann stehen wir immer in Kontakt. Du brauchst dir dann keine Sorgen machen"
"Wieviel hast du denn noch?"
"Vielleicht hundert Dollar, aber 'n Freund schuldet mir noch siebzig."
"Wofür?"
"Habs ihm damals geliehen als er Geldprobleme hatte. Ist jetzt aber unwichtig. Also, ich kauf mir morgen ein Handy und wenn was ist oder du dir Sorgen machst, rufst du mich an, ja?"
"Okay, aber mach nichts Dummes"
"Ich doch nicht", sagte ich lachend. John ging zurück in die Wohnung und ich zurück zu Eddie.
"Warum umarmst du einen Cop?", fragte er und wirkte ein wenig angespannt.
"Er ist mein Bruder"
"Ich dachte, du hättest keine Familie mehr?"
"Ich hab ihn durch Zufall kennengelernt, nachdem ich aus Arkham raus war. Beruhig dich, Eddie"
Er kam zu mir und umarmte mich.
Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte beziehungsweise warum er gerade so komisch war, erwiderte die Umarmung aber.
"Wieso wolltest du mich treffen?"
"Ich hab ähm", er kratzte sich im Nacken. "Ich wollte dich mal wieder sehen"
"Da bin ich froh, ich hab dich sehr vermisst"
Wir setzten uns zusammen an den Rand des Gebäudes und erzählten.
"Und was hat die gute Clarke denn so Schönes gemacht nachdem sie aus dem Asylum fliehen konnte?"
"Nicht sehr viel. Ich habe erst beim Joker gewohnt, in der Zeit hab ich meinen Bruder kennengelernt. Als der Joker dann von der Polizei geschnappt wurde, zog ich zu meinem Bruder. Seitdem geh ich zur Schule und führe ein halbwegs normales Leben"
"Halbwegs?"
"Nunja ich.. ich hab vor, dem Joker zu helfen"
Er sah mich erwartungsvoll an.
"Er wird bald nach Arkham gebracht. Momentan ist er noch in Untersuchungshaft beim GCPD, weil die Cops denken, er hätte etwas geplant. Sobald er zum Asylum gebracht werden soll, schreite ich ein"
"Du stellst dir das zu einfach vor"
"Ich hab das alles schon zig mal durchdacht. Er soll irgendwann gegen Ende nächster Woche zum Asylum gebracht werden. Das wird wieder mit so'nem Transporter gemacht. Mit soeinem kam ich damals mit ihm auch dorthin. Es gibt nur zwei mögliche Strecken, die zum Asylum führen. Die eine werde ich blockieren. Frag mich nicht, wie. Das muss ich mir noch überlegen. Und dann müssen sie die andere Strecke nutzen. Dort werd ich den Wagen aufhalten und in einem günstigen Moment den Joker dort rausholen"
"Die Idee ist an sich nicht schlecht, aber wie willst du alleine eine ganze Straße sperren?"
"Das lass mal meine Sorge sein", sagte ich lächelnd. "Viel mehr mach ich mir Gedanken darüber, wie ich den Wagen aufhalten soll.."
"Also ich hätte da 'ne Idee"
"Ich will niemanden umbringen"
"Achso, na dann nicht"
Ich seufzte und lehnte mich an ihn. Er legte einen Arm um mich.
"Was wenn man die Reifen kaputt schießt?"
"Der Wagen würde noch ein paar Meter weit rollen, aber fahren könnte man nicht mehr. Überleg dir gut, was du machst. Diese Leute sind schwer bewaffnet. Eine falsche Sache und dann war's das mit dir"
"Ich könnte ja erst auf die Reifen schießen bis der Wagen zum Stehen kommt. Wenn dann die ersten Männer mit Waffen rauskommen, schieß ich ihnen in die Füße"
"Du willst also alleine einem Schwerverbrecher zur Flucht verhelfen?"
"Nicht alleine. Ich kenn da 'n paar, die mir vielleicht helfen"

Whatever doesn't kill you simply makes you strangerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt