Langsam versuchte ich meine Augen zu öffnen, doch es fiel mir sehr schwer. Das grellte Licht in dem Raum tat in den Augen weh und blendete. Nach einigen Sekunden konnte ich ein paar Sachen erkennen. Weiße Wände, ein alter Fernseher oben in einer Ecke, eine weiße Bettdecke und eine Frau mit hellbraunen kurzen Haaren am Ende vom Bett. Sie drehte mir den Rücken zu.
"Ähm, hi?", meinte ich mit fragendem Unterton.
"Oh, die junge Dame ist erwacht", sagte eine mir sehr bekannte raue Stimme. Die 'Frau' drehte sich um und setzte sich neben das Bett.
"Der Plan hat funktioniert?", fragte ich, aber mehr an mich selbst gerichtet.
"Wieso setzt du dein Leben aufs Spiel, nur damit ich nicht nach Arkham muss?"
"Wieso nicht? Du hast mir geholfen, mehrmals. Ich wollte dir auch helfen. Außerdem, ich habs überlebt"
"Mit Streifschuss", fügte der Joker hinzu.
"Aber überlebt", betonte ich. "Wozu dieses 'sexy' Outfit?", fragte ich und lachte ein bisschen.
"Gefällt es dir nicht?", meinte er gespielt traurig. "Ich hab mir so viel Mühe gegeben"
"Es ist wunderschön", sagte ich grinsend. "Wie lang war ich weg?"
Er sah zur Uhr. "Circa zwanzig Stunden"
"Shit, ich muss-"
"..nachhause? Ich hab ihm mit deinem Handy 'ne Nachricht geschickt. Ich hab ihm gesagt, dass du beim Versuch mir zu helfen verwundet wurdest und im Krankenhaus übernachtest"
"Bitte was?!"
Er fing an zu lachen und gab mir mein Handy. Ich öffnete schnell den Chat von John und mir.
'Bin feiern gewesen und übernachte bei einer Freundin. Clarke'
Ich atmete erleichtert aus und legte das Handy auf den Tisch. "Wie geht's dir? Tut deine Schulter noch weh?"
"Geht, Schmerzen sind noch da, aber gestern war es schlimmer. Aber mir ist ein bisschen schwindlig"
"Wundert mich nicht. Hast viel Blut verloren"
Mein Handy fing an zu klingeln. Es war John. "Och nee, bitte nicht..", jammerte ich.
Ich nahm den Anruf an.
"Hey, wo bist du?", fragte John.
"Bin noch bei meiner Freundin"
"Seit wann gehst du eigentlich feiern?"
"Eigentlich nicht oft, aber ich wurde überredet"
"Naja, egal. Wann kommst du nachhause?"
"In zwei Stunden, okay? Wir schauen gerade 'nen Film"
"Ist gut, bis nacher"
"Tchau"
Ich legte auf und legte seufzend das Handy weg.
"Ich muss in zwei Stunden daheim sein, und John darf meine Verletzung nicht bemerken."
"Hm, also die Sachen von gestern anziehen kannst du nicht.. Warte"
Er verließ den Raum und ich stand vom Bett auf. Als ich stand bekam ich starke Kopfschmerzen und hielt mich an der Wand fest.
Nach zehn Minuten kam der Joker mit einem großen schwarzen Shirt und meiner Schultasche in den Raum.
"Wo hast du das jetzt her?", fragte ich und zeigte auf die Sachen.
"Die Tasche hatte Carlos geholt als Nick dich ins Krankenhaus gefahren hat. Das Shirt hat Montie gerade schnell gekauft. Ist zu groß, aber das ist gut so. So sieht man den Verband nicht"
Er gab mir das Shirt und sah mich erwartungsvoll an.
"Ich werd mir nicht vor dir das Shirt ausziehen, wenn es das ist, worauf du jetzt wartest"
Er fing an zu lachen. "Ist ja schon gut, hast eine Minute", sagte er und ging aus dem Raum. Ich zog mir so schnell es ging meine Sachen an. Mit der schmerzenden Schulter war das nicht besonders leicht. Als ich mir gerade das Shirt überziehen wollte ging die Tür wieder auf. Glücklicherweise stand ich mit dem Rücken zur Tür. Ich zog es herunter und zog mir meine Schuhe an. Der Joker sagte nichts dazu, was ich zwar nicht erwartet hätte, aber ich fands gut. Ich machte das Zopfgummi aus meinen Haaren heraus und ließ diese über die Schultern fallen. Danach verließen er und ich das Krankenhaus. Er trug meine Tasche. Wir fuhren Richtung Downtown. Dort setzte er mich zwei Straßen von der Wohnung entfernt ab.
"Danke", meinte ich bevor er weiterfuhr. Auf dem Weg zur Wohnung machte ich mir Gedanken über Ausreden für jede mögliche Frage.
Zuhause angekommen schloss ich die Tür auf und stellte meine Tasche in mein Zimmer.
"Clarke?", hörte ich John rufen.
Ich ging in sein Arbeitszimmer und sah ihn am Schreibtisch. "Hey", meinte er und umarmte mich. Es tat höllisch weh, aber ich biss die Zähne zusammen und zwang mich zu einem Lächeln.
"Und wie wars?", fragte er.
"Ganz gut"
"Was ist los? Du guckst so gekniffen"
"Kopfschmerzen, hab wohl 'n bisschen viel getrunken. Und wie wars bei dir so?"
"Hmm ganz okay"
"Klingt ja nicht sehr begeistert. Was ist los?"
"Gestern sollte der Joker eigentlich nach Arkham gebracht werden"
" 'Eigentlich'?"
"Ist nicht alles nach Plan verlaufen.. Ein paar bewaffnete Personen haben ihm zur Flucht verholfen. Wir sind zwar noch zur Verstärkung gekommen, aber leider zu spät"
"Das heißt er läuft draußen frei rum?"
"Ja, du hältst dich von ihm fern!", sagte er sofort.
"Beruhig dich, ja, ich halt mich von ihm fern.. Habt ihr die Leute schon, die ihm geholfen haben?"
"Nein, noch nicht. Eine Person hätten wir fast erwischt. Hab ich beim Transporter angeschossen, aber als wir dort waren, war am Wagen niemand mehr"
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Whatever doesn't kill you simply makes you stranger
FanfictionDas Leben auf Gothams Straßen ist alles andere als einfach und sicher. Doch was passiert, wenn man auf eine Person trifft, die dieses Leben vollkommen auf den Kopf stellt? Genau das passiert Clarke, eine junge Taschendiebin, die eigentlich nur vers...
