Ich wachte mit höllischen Kopfschmerzen auf einem Sofa auf. Wieso war ich hier? Wie bin ich hier her gekommen? Was war passiert? Wo war ich überhaupt?
Schlagartig fiel mir wieder ein, was passiert war. Ich griff hektisch zu meinen Wangen, doch ich spürte keine Schnitte oder Blut.
Schnell stand ich auf und ging zu einem Spiegel an der Wand. Ich schien wohl zu schnell aufgestanden gewesen zu sein, da ich ein paar Sekunden lang viele bunte Punkte vor mir sah. Diese verschwanden jedoch schnell wieder. Ich betrachtete mein Gesicht im Spiegel. Meine Augen waren ein bisschen rot, aber sonst sah ich so aus wie immer.
Ich atmete erleichtert aus und sah mich in der Wohnung um. Es schien Jacks Wohnung gewesen zu sein, aber wo war er?
Ich ging ins Bad und wusch mein Gesicht mit kaltem Wasser um erstmal richtig wach zu werden. Ich trocknete mein Gesicht ab und wollte wieder aus dem Bad gehen, erschrak jedoch als ich Jack am Türrahmen stehen sah.
"Was war denn mit dir vorhin los? Hast du Drogen genommen oder was?"
"Wie spät ist es?"
"Kurz vor vier, nachts. Was war mit dir los?"
"Ich.. ich weiß es nicht genau"
"Du nimmst aber keine Drogen, ne?"
"Nein, ich war nur etwas neben der Spur.."
"Du wirkst immer noch so nervös, was ist denn mit dir los?"
"Nichts, mir geht's halt nicht so gut", blockte ich ab und ging an ihm vorbei. Ich setzte mich aufs Sofa.
"Verarsch mich nicht, letztes mal bist du auch nicht zusammengebrochen"
"Was willst du denn jetzt hören? Dass ich Angst gehabt hätte?"
"Hattest du?"
"Weiß ich nicht"
"Du musst doch wissen, ob du Angst hattest oder nicht"
"Ich weiß es aber nicht! Eigentlich hab ich keine Angst vor dir, aber.. ach keine Ahnung!"
Ich lehnte mich zurück und seufzte.
Jack stellte sich zu mir hinter das Sofa.
"Du hast also keine Angst vor mir?", fragte er bedrohlich langsam.
"Spars dir, ich hab grad andere Sorgen"
Er lachte leise. "Du weißt, dass ich nicht aufgebe bis ich weiß, was los ist"
"Ich weiß es doch selber nicht genau"
Ich hatte zwar eine Vermutung, eine sichere Vermutung, aber es musste ja nicht so sein. Zumindest versuchte ich mir das einzureden.
Crane war so ein Mistkerl! Es musste doch irgendein Gegenmittel geben.. Er war doch andauernd diesem Gas ausgesetzt, was machte er denn dagegen? Entweder hatte er ein Gegenmittel oder er war an dieses Gas gewöhnt..
"Hallohoo. Hörst du mir überhaupt zu?"
"Ich war in Gedanken, sorry"
"Worüber hast du nachgedacht?"
"Nichts wichtiges"
"Clarke, was ist mit dir los? Warum bist du denn so ernst?"
"Mir geht's einfach nicht gut, ja? Ich möchte nicht darüber reden"
Jack zog seinen Mantel aus, hängte ihn über die Lehne eines Sessels und warf ein paar Messer auf den Tisch.
"Redest du jetzt mit mir?", fragte er und setzte sich neben mich.
"Was wird das?"
"Du bist zunehmend nervöser geworden als ich mit 'nem Messer in der Hand auf dich zugegangen bin. Das da sind alle, die ich bei mir habe. Was ist mit dir los? Dass es dir einfach nicht gut geht, glaub ich dir nicht"
"Es sind wahrscheinlich Nebenwirkungen von Scarecrows Gas"
"Das heißt, du hast Angst vor mir", sagte Jack grinsend.
"Nein, und ich sag dir auch nicht, wovor ich Angst habe"
"Warum?"
"Ich behalte das lieber für mich. Aber als ich diesem Gas ausgesetzt war hab ich einige Sachen gesehen und das schlägt mir auf die Psyche. Ich kann das manchmal nicht mehr kontrollieren"
"Und als es dir zu viel wurde hast du das Bewusstsein verloren"
Ich nickte langsam. Jack fing an zu lachen.
"Ja, das ist sehr witzig", sagte ich sarkastisch.
"Sei doch nicht so mürrisch"
"Du hast leicht reden"
Er sah mich erwartungsvoll an.
"Hast du dieses Gas schonmal eingeatmet?"
"Nein", sagte er und legte seine Füße auf den Tisch.
"Weißt du, mich würde es ja mal sehr interessieren, wovor du Angst hast", sagte ich grinsend.
"Angst? Ich hab keine Angst", antwortete er lachend.
"Jeder hat vor irgendwas Angst"
"Ich nicht"
"Red dir das ruhig weiter ein"
Er beugte sich nach vorne, doch ich drückte ihn mit der Hand ein bisschen zurück.
"Lass die Finger von den Messern"
"Du kennst mich wohl schon zu gut", sagte er grinsend und lehnte sich wieder zurück.
"Und trotzdessen war es nicht einfach dich zu finden"
"Wie hast du mich überhaupt gefunden? Hab ich zu viele Hinweise für die Cops gegeben?"
"Nein, zumindest nicht dass ich wüsste. Ich hab das Video mit dem Fake-Batman gesehen und der Ort kam mir ein bisschen bekannt vor"
"Achso, da war ja was"
"Jap, die Überraschung ist mir anscheinend gelungen"
"Ich mag Überraschungen eigentlich nicht so"
Ich sah ihn erwartungsvoll an.
"Bin ich wirklich so ein schlechter Lügner?", fragte er lachend.
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Whatever doesn't kill you simply makes you stranger
Fiksi PenggemarDas Leben auf Gothams Straßen ist alles andere als einfach und sicher. Doch was passiert, wenn man auf eine Person trifft, die dieses Leben vollkommen auf den Kopf stellt? Genau das passiert Clarke, eine junge Taschendiebin, die eigentlich nur vers...
