"Was meinst du damit?", fragte ich ihn.
"Schau dir dieses Foto mal an"
Er hielt mir einen Bilderrahmen mit einem Foto hin. Darauf waren Mary und ich abgebildet. Sie hielt mich dort auf ihrem Arm, und mit der anderen Hand trug sie einen Pokal. Ich vermutete, dass sie ihn beim Tanzen gewonnen hatte.
"Ich hab mich unten im Wohnzimmer umgesehen. Fast alles ist verbrannt, aber vereinzelt haben wenige Sachen das Feuer überlebt"
"Hast du etwa diesen Pokal gefunden?"
"Besser"
Er hielt mir eine silberne Kette mit einem kleinen Anhänger hin. "Schau dir jetzt nochmal das Foto an"
Auf dem Foto hatte meine Mutter genau diese Kette um.
"Wo hast du die her..?"
"An das Wohnzimmer grenzt ein Bad an. Diese Kette lag auf einem Regal neben dem Spiegel. Komm her"
Ich nahm meine Haare beiseite, damit er mir die Kette umlegen konnte.
"Sie ist wunderschön", sagte ich lächelnd.
"Du bist wunderschön", erwiderte Eddie und stand auf. Er half mir kurz darauf auch beim Aufstehen und nahm den Affen.
"Wollen wir dann erstmal wieder zurück?"
"Ja, ist glaub ich besser"
Ich nahm das Fotoalbum und ging mit Eddie die Treppe hinunter.
Wir fuhren mit der Bahn zurück in die Stadt. Eddie musste sich noch mit jemandem treffen, aber da es schon abends war, ging ich lieber nachhause.
Ich betrat die Wohnung und brachte das Album und den kleinen Affen, den mir Eddie zurück gab bevor er ging, in mein Zimmer.
Danach ging ich duschen und legte mich aufs Bett.
Ich nahm mir das Fotoalbum und sah es mir noch eine Weile an.
Gegen neun kam dann auch John nachhause.
"Clarke?", rief er mich.
"Ja?"
"Ah gut, du bist schon hier"
Er kam zu mir ins Zimmer. Ich klappte das Album zu und legte es zur Seite.
"Wo warst du heut Nachmittag?"
"Ich war mit meinem Freund in der Stadt"
"Achso, okay. Hast du Hunger?"
"Nicht wirklich, aber danke. Du scheinst ganz schön abgelenkt zu sein. Ist irgendwas passiert?"
"Es.. nein, nichts wichtiges"
"Sag schon"
"Ach, heute Nachmittag ist ein Auto explodiert und.. und ich hab mir halt Sorgen gemacht, weil ich dich nirgends finden konnte. Auf meine Anrufe hast du nicht reagiert.."
"Ich hatte mein Handy aus, sorry.."
"Halb so wild. Ich geh jetzt schlafen, gute Nacht"
"Schlaf gut"
Er verließ mein Zimmer, und ich legte das Fotoalbum in eine Schublade meines Schreibtischs.
Danach ging auch ich schlafen.
Am nächsten Morgen verließ ich schon recht früh die Wohnung. Ich wollte so wenig Stress wie möglich haben, und heute zu spät anwesend sein wäre nicht vorteilhaft.
"Hey, geht's dir wieder besser?"
Luke stand am Eingang und schien auf mich gewartet zu haben.
"Ja, relativ. Wo ist Bruce?"
"Ich hab meinen Namen gehört?" Ich drehte mich um und sah Bruce vor mir stehen.
"Oh, hi ähm, tut mir leid, dass ich gestern nicht hier war. Mir gings noch sehr schlecht durch die Betäubungsmittel.."
"Ich hab schon davon gehört. Ist nicht so schlimm. Ich kann es nachvollziehen. Hauptsache, dir geht's gut. Unter diesen Umständen kann ich einmal eine Ausnahme machen"
Wir betraten das Gebäude. Bruce machte sich auf den Weg in sein Büro. Luke und ich erledigten ein bisschen Papierarbeit.
"Sowas fragt man eigentlich nicht, aber wie ist das so, entführt worden zu sein? Ich mein, was hat er gemacht beziehungsweise, was hast du dir die ganze Zeit für Gedanken gemacht?"
"Er hat mir nichts schlimmes angetan. Ich war halt nur an den Stuhl gefesselt. Sehr viel hab ich nicht mitbekommen, da ich noch leicht betäubt war. Das war so ein Gefühl wie, wenn du gleich einschläfst. Aber mein Bruder hat mich gerettet. Was ich mir die ganze Zeit über gedacht habe? Nun, verständlicherweise hab ich mir die ganze Zeit Gedanken darüber gemacht, ob ich dort sterben würde und wenn ja, wie. Aber ich hab mich auch gefragt, warum mir mein Bruder geholfen hat, und nicht Batman oder Robin.. Die zwei sind ja nachtaktiv, oder?"
"Ja, das stimmt.."
"Aber ich war sehr froh, als ich endlich von dort weg war.."
"In dem Video meinte Burningman, dass dein Bruder allein dort hinkommen sollte. Weißt du, warum?"
"Nein, das hat mich John auch schon gefragt.. Ich weiss es nicht"
Den Rest des Tages unterhielten uns Luke und ich noch über Burningman, die Entführung und Batman und Robin.
In den nächsten Wochen passierte nicht viel. Ich beendete das Praktikum, ging wieder zur Schule und traf mich manchmal mit meinem Vater in der Stadt. Von den Sachen, die ich aus dem Haus hatte, hab ich ihm noch nichts erzählt.
..
"Hey, Clarke, warte mal bitte!"
Ich drehte mich um und sah Luke die Treppe hinunterlaufen.
Wir waren gerade in der Schule, naja, viel mehr wollte ich die Schule gerade verlassen, da Unterrichtsschluss war.
"Was gibt's?"
"Es ist vielleicht ein bisschen kurzfristig, aber ich wollte fragen, ob du mich morgen zu einer Spendengala begleiten würdest. Ich weiss, du bist in einer Beziehung, aber Bruce und ich wurden eingeladen und ich möchte nicht ohne Begleitung hin. Heißt nicht, dass du eine Notlösung wärst, nein. Ich meinte nur-"
"Beruhig dich. Ich weiss schon wie du das meinst", versuchte ich ihn leicht lachend zu beruhigen. "Das müsste kein Problem sein, ich würde dich gern begleiten. Wieviel Uhr?"
"Ich würde dich abends um sieben abholen und nach der Veranstaltung würden wir dich auch wieder nachhause bringen"
"Danke, na dann, bis morgen", meinte ich und umarmte ihn kurz.
"Bis morgen", antwortete er lächelnd.
Ich verließ das Gebäude und machte mich auf den Weg zu Eddie. Er wusste nicht, dass ich auf dem Weg zu ihm war, aber eigentlich müsste er daheim sein.
Ich klopfte an der Tür und wartete. Als die Tür geöffnet wurde lächelte ich, doch dies änderte sich, als dort eine leichtbekleidete Blondine stand. Ihre Sachen waren grün und übersäht mit Fragezeichen. Sie musste wohl irgendwas mit Eddie zutun haben..
"Ähm, wer bist du?", fragte ich sie.
"Das könnte ich auch dich fragen"
"Ich hab zuerst gefragt"
"Ich bin Query"
DU LIEST GERADE
Whatever doesn't kill you simply makes you stranger
FanfictionDas Leben auf Gothams Straßen ist alles andere als einfach und sicher. Doch was passiert, wenn man auf eine Person trifft, die dieses Leben vollkommen auf den Kopf stellt? Genau das passiert Clarke, eine junge Taschendiebin, die eigentlich nur vers...
