You're more important

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"Wie hast du es überhaupt geschafft, aus dem Arkham Asylum zu fliehen?", fragte er mich.
"Das werd ich dir sicherlich nicht verraten", antwortete ich und lächelte ein bisschen.
..
"Es tut mir leid", sagte er und lächelte unsicher.
"Das sollte es auch. Ich hab dir vertraut. Jemandem zu vertrauen fällt mir sehr schwer, weil ich damals niemanden hatte. Das kann man an einer Hand abzählen, wie vielen Menschen ich vertraue.. und es tut umso mehr weh, wenn dann sowas passiert", sagte ich und setzte mich auf den Boden.
John seufzte und sah nach unten. "Was wollte Scarecrow von dir?", fragte er mich und setzte sich zu mir.
"Ich sollte sein Versuchsobjekt werden und.. halt. Wo ist Jill?"
"Wer ist Jill?"
"Ein kleines blondes Mädchen, circa zwölf Jahre alt würde ich schätzen. Sie ist hier glaub ich auch irgendwo und-"
"Ich weiß, wen du meinst. Ich wusste nur nicht ihren Namen. Das Mädchen sitzt unten in einem der Wagen. Ihr geht's relativ gut"
Ich atmete erleichtert aus.
"Woher kennst du sie?"
"Ich hab sie zufällig getroffen und wollte ihr helfen. Das ist aber ein bisschen schiefgegangen.."

"Hör zu, Kleine. Es tut mir total leid, was passiert ist. Ich weiß, dass du das nicht einfach vergessen kannst, aber vielleicht kannst du mir irgendwann verzeihen. Ich möchte dich nicht verlieren.."
Er stellte sich hin und half mir beim Aufstehen.
"Ich hab ja in Arkham genug Zeit, darüber nachzudenken", sagte ich leise und sah zur Tür.
John biss sich auf die Unterlippe. "Nein, das hast du nicht. Ich mach nicht zweimal den gleichen Fehler", sagte er und nahm seinen Schlüsselbund.
"Was wird das?"
"Bist du körperlich irgendwie verletzt?", fragte er mich.
"Nicht allzu sehr"
"Kannst du klettern?"
"Ja, wieso fragst du das?"
Er schloss meine Handschellen auf.
"Ich hab gesagt, dass ich den Fehler nicht nochmal mache"
Ich bückte mich und hob mein Handy vom Boden auf. Es hatte nur einen kleinen Kratzer.
"Du riskierst deinen Job"
"Das ist mir egal. Du bist mir wichtiger"
Ich lächelte ein bisschen und umarmte ihn.
"Los, du hast nicht viel Zeit. Das macht zwar nicht alles wieder gut, aber ist vielleicht ein guter Anfang", sagte er und öffnete das Fenster.
Ich kletterte nach draußen auf das Dach des Erdgeschosses.
"Danke"
Er lächelte und schloss das Fenster.
Ich ging langsam zum Rand des Daches und sah unauffällig nach unten. Es standen mehrere Streifenwagen am Eingang und viele Polizisten und diese herum. Jill saß in einem der Wagen und sah sich um.
Es dauerte nicht lang, bis sie mich entdeckte. Ich hielt mir einen Finger vor den Mund und zeigte ihr damit, dass sie mich nicht verraten sollte.
Sie sah kurz zu beiden Seiten und danach zurück zu mir. Wahrscheinlich wollte sie sicher gehen, dass es nicht auffällt. Jill nickte leicht und lächelte. Ich erwiderte das Lächeln und ging zum anderen Ende des Daches. Dort kletterte ich vorsichtig an der Wand hinunter und hielt nach weiteren Polizisten ausschau.

Whatever doesn't kill you simply makes you strangerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt