Die Halle war vollgestellt mit großen Kisten. Ich kletterte auf einen Stapel und sah mich unauffällig um.
Scarecrow war weiter hinten im Raum und setzte seine Maske ab.
Er nahm sein Telefon und rief jemanden an. Währenddessen ging er zwischen den Kisten umher. Ich beobachtete ihn und sprang von Kiste zu Kiste um ihn nicht aus den Augen zu verlieren.
Nach ein paar Minuten war er in der ungefähren Mitte der Halle.
Ich sah mich kurz um und entdeckte einen losen Nagel an der Kiste auf der ich stand. Ich entfernte den Nagel und warf ihn zum Ende vom Gang.
Da es in der Halle recht ruhig war, hörte man gut, wie er auf dem Boden aufkam.
Crane drehte sich zu der Richtung und nahm das Telefon von seinem Ohr weg.
Er drückte einen Knopf und steckte es in die Tasche seines Mantels.
Langsam ging er in die Richtung, in die ich den Nagel geworfen hatte.
Er hob ihn auf und sah sich um. Dabei ging er langsam zwischen den Kisten umher.
Ich steckte das Klappmesser in meinen Schuh, sprang nach unten und nahm meine Pistole.
Ich ging Crane hinterher und grinste vor mich hin. Am Ende eines Ganges sah er um die Ecke. Ich nutzte die Situation aus und drückte die Pistole gegen seinen Rücken.
Er lachte ein bisschen und sah kurz hinter sich.
"Lang nicht mehr gesehen", meinte er.
"Dieses Gas, gib mir ein Gegenmittel"
"Gegenmittel?", fragte er lachend. "Es gibt keins. Angst ist doch was Schönes, hm?"
"Halt's Maul", meinte ich und drückte ihn mit der Waffe gegen die Wand der Halle.
"Du hast einer deiner Ängste ins Gesicht blicken müssen und jetzt willst du mich dafür verantwortlich machen"
"Vor deiner ach so tollen Therapie war das nicht so!"
"Bist du dir da ganz sicher?"
Ich blieb still.
"Du denkst wohl, du wärst klug, hm? Diese Aktion wird nicht gut für dich ausgehen"
"Laber nicht so viel. Du weißt gar nicht, wie lange ich auf diesen Moment gewartet habe", sagte ich und entsicherte die Pistole.
"Ach wirklich?", fragte jemand hinter mir. Ich drehte mich kurz nach hinten und sah dort einen Mann mit Glatze stehen. Er grinste mich fies an.
Crane drehte sich von der Waffe weg und drückte meinen Arm nach oben.
Er nahm mir die Pistole ab. Der Glatzkopf drückte mich gegen ein paar Kisten.
"Lass mich los!", protestierte ich und zappelte herum.
"Du hast hier gar nichts zu sagen", sagte er und drückte mir eine Hand auf den Mund.
Ich biss ihm in den Finger, woraufhin er die Hand weg nahm. Kurz danach schlug er mir ins Gesicht.
Crane drehte meine Arme nach hinten und zerrte mich in einen Nebenraum.
Dort saß ein kleines Mädchen an einen Stuhl gefesselt.
"Schau mal, bekommst Gesellschaft", sagte er zu ihr und fesselte mich an einen anderen Stuhl neben dem Mädchen. Ich wehrte mich zwar, wurde aber bei jedem Versuch geschlagen. Nach fünf Minuten war er fertig und stand auf.
"Lass mich raten, jetzt wieder dieses Gas, ne?"
"Dafür hab ich grad keine Zeit", meinte er und warf meine Pistole auf einen Tisch in der Ecke.
"Was hast du mit uns vor?"
"Wirst du schon noch sehen"
Er grinste und verließ den Raum.
Ich sah zu dem Mädchen neben mir. Sie war höchstens zwölf, hatte blonde Haare und war anscheinend bewusstlos.
"Hey, kannst du mich hören?"
Sie bewegte ihren Kopf ein bisschen.
"Hallo", sagte ich erneut.
Sie hob ihren Kopf langsam und sah zu mir.
Ihre Augen waren rot, wahrscheinlich hatte sie geweint.
"Hi", sagte sie leise.
"Wie heißt du?"
"Jill", antwortete sie und hustete.
"Hallo, Jill. Ich heiße Clarke. Wieso bist du hier? Was ist mit deinen Eltern?"
"Ich..ich hab zu viel gesehen. Wer ist dieser Mann?"
"Kommt drauf an, wen du meinst. Den mit der Glatze kenn ich nicht"
"Da ist n-noch einer?"
"Bleib ganz ruhig. Du meinst wahrscheinlich dann eher den Mann mit dem Beutel?"
"Ja"
"Was ist mit deinen Eltern?"
"Ich will mit denen nichts zu tun haben. Kannst du uns irgendwie hier rausholen?"
"Vielleicht, aber es ist riskant"
"Bitte, ich geh das Risiko ein"
"Was weißt du über das Gas?"
"Was für ein Gas"
"Oh man.. Okay, hör zu. Der Typ mit dem Beutel ist Scarecrow. Er hat ein Gas, dass zu Halluzinationen, Kopfschmerzen und vieles mehr führt, wenn du's einatmest. Halt dich von ihm fern"
"Woher weißt du das alles?"
"Ist jetzt egal. Kommst du irgendwie an meinen linken Schuh?"
"Meine Füße sind zusammen gebunden"
"Ja, aber nicht an die Stuhlbeine. Ich hab ein Klappmesser im Schuh. Versuch, da irgendwie dran zu kommen"
"Warum hast du ein Messer bei dir?"
"Stell nicht so viele Fragen. Wenn du nicht sterben willst, dann nimm das Messer"
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Whatever doesn't kill you simply makes you stranger
FanfictionDas Leben auf Gothams Straßen ist alles andere als einfach und sicher. Doch was passiert, wenn man auf eine Person trifft, die dieses Leben vollkommen auf den Kopf stellt? Genau das passiert Clarke, eine junge Taschendiebin, die eigentlich nur vers...
