.. eine Stunde später ..
"Wo wolltest du so spät noch hin?", fragte Bruce als wir zwei auf einem der Dächer in West Side standen.
"Ich hatte ein paar Fragen an Officer Spencer und-"
Ich wurde durch ein Signal von Alfred unterbrochen. Bruce ging zwei Schritte zur Seite und sprach mit ihm. Ich sah mich ein wenig um bis mir eine Frau auffiel, die von einem Mann an eine Hauswand gedrückt wurde.
Ich überlegte nicht lange und versuchte so schnell wie möglich zu ihr nach unten zu kommen.
Bevor ich unten war kam mir jedoch ein weiterer Mann zuvor. Er riss den einen von der Frau weg und schlug auf ihn ein.
Kurz danach drehte er sich zu ihr.
Ich beobachtete die Situation nur von weitem.
Die zwei unterhielten sich ein paar Minuten lang und gingen dann die Straße entlang.
Als sie weg waren kümmerte ich mich um den verletzten Mann, welcher auf dem Fußweg lag.
< Clarke P.o.V. >
"Ich hätte das auch hinbekommen", sagte ich und verdrehte die Augen.
"Hat man gesehen", sagte er sarkastisch und lachte ein wenig. "Du hast ihn ja richtig fertig gemacht"
"Wieso hast du mir überhaupt geholfen? Diese Situation hätte man gut ausnutzen können"
"Soll ich?"
"Nein!"
"Dann stell nicht so viele Fragen", sagte Miles grinsend und ging über die Straße. Ich folgte ihm.
"Du musst lernen zu kämpfen"
"Ich kann kämpfen"
"Aber noch nicht gut genug"
Er blieb stehen und sah zu mir. "Soll ich dir helfen?", fragte er und sah mich erwartungsvoll an.
Ich zögerte erst und überlegte. Dann willigte ich jedoch nickend ein.
"Komm mit", sagte er und ging weiter.
"Wo gehen wir hin?", fragte ich nach einer Minute.
"Dorthin, wo ich und ein paar Andere oft trainieren"
"Aber-"
"Es ist saufrüh am Morgen, die sind nicht da", unterbrach er mich. Das beruhigte mich ein wenig.
"Wahrscheinlich", fügte er noch leicht lachend hinzu.
..
Nach einer halben Stunde kamen wir bei einer älteren Halle an, die nur über einen Hinterhof zu erreichen war. Die Lichter waren aus.
"Wie ich gesagt habe, keiner hier", meinte Miles und öffnete die Tür. Er machte das Licht an und warf seine Jacke über eine Bank.
Hier sah es fast so aus wie in einer Sporthalle.
Ich zog meine Lederjacke aus und legte sie zu Miles'.
Danach ging ich zu ihm herüber und sah ihn erwartungsvoll an.
"Greif mich an", sagte er.
"Was"
"Ich sagte, dass du mich angreifen sollst. Los, irgendwie"
Ich zögerte und kam mir irgendwie etwas lächerlich vor, da Miles viel stärker war als ich.
"Muss ich dir erst 'nen Grund geben?", fragte er und machte einen Schritt auf mich zu. Ich ging etwas zurück. Er griff ruckartig nach meinen Handgelenken und drückte mich gegen eine Wand.
"So, was würdest du in dieser Situation machen?"
"Ich würd dir in die Eier treten"
"Nehmen wir mal an, das hättest du jetzt gemacht", sagte er und ging einen Schritt zurück.
"Jetzt wäre ich aggressiv und würde versuchen, wild auf dich einzuschlagen. Was jetzt?"
Er täuschte etwas langsamer als in der Realität einen Schlag mit seiner rechten Faust auf meinen Kopf vor.
Ich neigte mich nach rechts, setzte meine linke Hand an seiner Faust und schlug langsam mit Rechts zu seinem Kopf.
"Gut, also das brauch ich dir nicht mehr beibringen"
Miles ging zu einer Kiste in einer der Ecken der Halle und kam mit einem Basketball zurück.
Diesen hielt er auf Kopfhöhe und sah mich an.
"Schlag den Ball, als wäre es das Gesicht des Angreifers"
Ich schlug mit der flachen Hand gegen den Ball.
"Versuch es nochmal. Schlag aber diesmal mit dem Handballen und nicht mit den Fingern. Dadurch hast du mehr Kraft"
Ich nickte und versuchte es erneut. Diesmal konnte ich den Ball etwas weiter zur Seite schlagen.
"Wenn man angegriffen wird, und der Gegner stärker ist als man selber, dann muss man sich auf seine Schwachstellen konzentrieren. Das sind bei einem Mann nicht nur die Weichteile. Wenn du angegriffen wirst, musst du versuchen, deine Finger in die Augen des Angreifers zu drücken, egal wie eklig das auch klingt. Effektiv ist es auch, wenn du mit den Händen gleichzeitig gegen seine Ohren schlägst. Dadurch verliert er kurz sein Hörvermögen und auch den Gleichgewichtssinn. Wenn man stark genug schlägt, kann angeblich auch das Trommelfell platzen. Es wäre aber sehr nett, wenn du das nachher nicht bei mir machst"
Ich lächelte ein bisschen.
Danach schlug ich mit beiden Händen den Ball, als würde ich auf die Ohren des Angreifers schlagen. Ich achtete die ganze Zeit darauf, mit den Handballen zu schlagen.
Nach und nach machte das hier echt Spaß.
Ein paar Schläge später nahm er den Ball herunter und trat ihn in eine Ecke.
"Anderes Szenario", meinte er und packte mich schnell am Hals. Er drückte meinen Kopf ein wenig nach oben.
"Was jetzt?", fragte er grinsend. Ich zog erst an seinen Armen um mich aus seinem Griff zu befreien. Als das nichts brachte versuchte ich seine Hände von meinem Hals weg zu drücken. Das bewirkte auch nichts.
"Du machst es dir viel zu schwer. Es gibt eine ganz simple Lösung. Nimm deinen rechten Arm nach oben"
Ich tat was er sagte.
"Jetzt drückst du mit ihm auf Höhe meiner Ellenbogen meine Arme nach unten"
Das funktionierte recht gut und seine Hände lösten sich von meinem Hals. Wir übten das noch einige Male.
Kurz danach klingelte mein Handy. Ich ging schnell herüber und nahm den Anruf an.
"Hey, Sue. Was gibt's?"
"Naaa, wieso bist du so früh wach?"
"'Immer noch wach' trifft's eher. Das könnte ich dich aber auch fragen"
"War noch mit Os in der Stadt. Was machst du?"
"Ich trainiere ein bisschen"
"Um die Uhrzeit?", fragte sie lachend.
"Wieso denn nicht?", entgegnete ich und lachte auch ein bisschen.
"Naja, ich wollte nur mal kurz durchhorchen. Wir können ja später reden. Ich ruf dich nachher nochmal an. Hab viel Spaß"
"Danke, du auch. Bis später"
Ich legte auf und packte mein Handy zurück in die Tasche meiner Lederjacke.
Ich drehte mich um um wieder zu Miles zu gehen, wurde im nächsten Moment jedoch von ihm an die Wand hinter mir gedrückt. Seine Hände waren an meinem Hals und er war viel grober als eben.
Ich drückte wie vorher meinen Arm auf seine Ellenbogen und drückte mit der linken Hand seine Hände von meinem Hals. Danach ging ich ein paar Schritte an die Seite.
"Erschreck mich nicht so, man!"
"Der Tod wartet nicht darauf, dass du bereit bist!"
Er kam zu mir und schlug in Richtung meines Kopfes. Ich wehrte die Schläge ab und ging dabei weiter in die Mitte des Raums.
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Whatever doesn't kill you simply makes you stranger
FanfictionDas Leben auf Gothams Straßen ist alles andere als einfach und sicher. Doch was passiert, wenn man auf eine Person trifft, die dieses Leben vollkommen auf den Kopf stellt? Genau das passiert Clarke, eine junge Taschendiebin, die eigentlich nur vers...
