Wir beide gingen in die Wohnung. Eddie setzte sich auf mein Bett. Ich ging zum Schrank und nahm mir ein paar Sachen. Mit denen ging ich ins Bad und zog mich um. Danach ging ich zurück in mein Zimmer.
"Du siehst wunderschön aus", sagte Eddie und küsste mich.
"Danke", meinte ich und wurde rot im Gesicht. Ich holte mir noch einen Schal. An der Tür zog ich mir meinen Mantel an und steckte die Pistole in die Jackentasche.
Eddie fuhr mich zur Iceberg Lounge, zumindest fast. Er hielt nicht direkt davor, da er Stress vermeiden wollte.
"Also, was sollst du beachten?", fragte er mich nochmal.
"Keine Angst zeigen, dich nicht erwähnen", antworte ich und küsste ihn.
Er lächelte und fuhr mit dem Auto davon. Ich atmete nochmal tief durch und ging langsam zu dem großen Gebäude. Draußen stand niemand. Das fand ich sehr gut. So war es leichter, hinein zu kommen.
Doch schon in der Eingangshalle war das Glück vorbei. Ich stellte mich an die Wand und hielt die Pistole fest im Griff. Weiter hinten bei den Treppen standen einige Männer, wahrscheinlich von Pinguin. Ich beobachtete sie kurz und ging dann schließlich langsam auf sie zu.
"Ey, du da, stehen bleiben!", rief einer in meine Richtung und richtete eine Waffe auf mich. Ich blieb stehen und starrte ihn emotionslos an. Er und ein paar andere der Männer kamen auf mich zu. Alle richteten ihre Waffen auf mich.
"Wer bist du?"
"Unwichtig"
"Ach, dein Name ist unwichtig? Was willst du denn hier?"
"Ich will mit Pinguin sprechen."
"Worüber?"
"Privat"
Der Mann lachte nun und sah zu den Anderen. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn genervt an.
"Glaubst du echt, ich würde dich einfach so zu ihm lassen?", fragte er lachend. "Wir stehen hier nicht rum, weil uns langweilig ist"
"Wo ist Oswald Cobblepot?"
"Hier", hörte ich eine Stimme durch einen Lautsprecher sagen. Ich sah mich kurz um und dann wieder zu dem Mann vor mir.
"Lasst sie ruhig durch die Lounge gehen. Sollte sie es überleben, kann sie sich gerne mit mir unterhalten", meinte die Stimme lachend. Ich wurde etwas nervös, aber versuchte es nicht zu zeigen.
"Woher soll ich wissen, wo ich lang muss?", fragte ich Cobblepot.
"In jedem Raum sind Kameras und Lautsprecher und alles was dazu gehört. Ich werde dir sagen, wo du lang musst"
"Kann ich nicht einfach so mit dir sprechen?"
Darauf bekam ich keine Antwort. Er lachte nur schrill. Ich seufzte und ging an dem Mann vor mir vorbei zur einzigen, aber dafür riesigen, Tür. Diese wollte ich öffnen, scheiterte aber. Die Männer im Hintergrund lachten. Ich ging einige Schritte zurück und sah mich um. Über der Tür war auch ein Gang, aber scheinbar keine Möglichkeit, dort hoch zu kommen. Ich versuchte erst kläglich, zu springen um ans Geländer zu kommen, aber ich wusste schon vorher, dass es nicht funktionieren würde. Ich starrte hoch zum Geländer und seufzte. Kurz danach fiel mir auf, dass einige Stellen der Wand ein wenig kaputt waren. Ich versuchte daran hochzuklettern, rutsche aber ab und verletzte mich ein bisschen am Arm. Es war aber nichts allzu Schlimmes. Ich versuchte es erneut und schaffte es tatsächlich. Mit aller Kraft zog ich mich am Geländer hoch. Eigentlich fiel mir soetwas nicht schwer, aber meine Schulter tat noch etwas weh.
Die Männer lachten mittlerweile nicht mehr. Ich ging langsam durch den Gang.
"Am Ende des Gangs ist eine Tür. Diese ist diesmal nicht verriegelt. Bis dorthin ist es nicht gefährlich"
An den Wänden waren viele Gemälde. Vereinzelt auch einige Türen, aber ich beachtete sie nicht.
Die besagte Tür war aus dunklem Holz und hatte einige Schrammen. Sie war tatsächlich nicht verschlossen. Ich öffnete sie und stand auf einem Geländer. Der Raum war wie ein riesiger Pool. Hier und da war mal eine Steinstatue im Wasser. Vor dem Geländer war eine Eisscholle. In der Mitte des Pool ebenfalls. Das waren zumindest die beiden größten Schollen. Den Rest vom Eis konnte man nicht als Scholle bezeichnen, so klein waren die Stücke. Gegenüber vom Geländer war erneut ein Geländer, diesmal aber nicht so hoch gelegen. Rechts war noch eins mit einer Metallleiter und einer Tür weiter oben.
"Die Tür zu deiner Rechten hat dich nicht zu interessieren. Aber dafür vielleicht meine zwei Haustiere", hörte ich Pinguin durch den Lautsprecher grölen. "Solltest du ins Wasser fallen, wirst du mit ihnen Bekanntschaft machen müssen. Aber mich triffst du dann wahrscheinlich nicht mehr", beendete er fies lachend seine Ansage.
Ich sah mich im Raum um und band meine Haare zusammen, damit sie nicht störten. Die Eisscholle bei mir am Geländer sah nicht sehr stabil aus.
"Vielleicht 'ne dumme Frage, aber randalieren darf ich hier nicht, oder?", fragte ich laut.
"Sollte es dir helfen, sind alle Mittel erlaubt. Es wäre aber nett, wenn du nicht alles zerstörst"
Ich grinste und machte ein Brett von der Seite des Geländers ab. Dieses legte ich an den Rand und kletterte vorsichtig auf die Eisscholle. Danach nahm ich das Brett und fischte damit ein Stück Eis zur Scholle. Dies warf ich weiter hinten ins Wasser und nur Sekunden später sprang ein großer Hai heraus. Ich zuckte zusammen und versuchte ruhig zu bleiben.
"Wirklich? Haie?", fragte ich.
Pinguin lachte. "Hast du denn was Anderes erwartet?", fragte er.
"Nee, nicht wirklich. Hab aber gehofft, dass es keine sind.."
Ich drückte mich auf der Scholle vom Geländer weg und nutzte das Brett so gut es ging als Ruder. Es brachte nicht sehr viel und meine Hände taten wegen der geringen Temperaturen auch schon sehr weh. Es fühlte sich so an, als würden meine Finger jeden Moment abfallen. Ich versuchte näher zur anderen Eisscholle zu kommen, was aber nicht so gut funktionierte. Ich atmete mehrmals tief ein und aus. Am liebsten wär ich einfach gesprungen, aber machte mir viele Gedanken. Wenn ich es nicht schaffte, war ich Haifutter..
"Traust dich nicht?", hörte ich Pinguin fragen, aber ich antwortete nicht. Dann kamen mir Eddies Worte in den Sinn. 'Zeig keine Angst!', dachte ich mir die ganze Zeit.
"Hast du etwa Angst?"
Ich atmete einmal tief durch und sprang. Für einen Moment bekam ich nichts mehr mit. Alles schien in Zeitlupe zu laufen.
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Whatever doesn't kill you simply makes you stranger
FanfictionDas Leben auf Gothams Straßen ist alles andere als einfach und sicher. Doch was passiert, wenn man auf eine Person trifft, die dieses Leben vollkommen auf den Kopf stellt? Genau das passiert Clarke, eine junge Taschendiebin, die eigentlich nur vers...
