"Oh man, es geht dir gut. Bin ich erleichtert..", sagte Miranda und umarmte mich. "Hat er dir irgendwas angetan? Bist du verletzt?"
"Nein, mir geht's gut"
"Er meinte, du hättest ihn gesucht. Wieso? Woher kennst du ihn?"
"Ich hab keine Ahnung wer das ist. Der hat mich wahrscheinlich verwechselt.."
"Ich bring sie am besten erstmal nachhause", warf John ein und brachte mich zum Wagen.
Ich stieg ein und er nahm am Steuer platz.
"Was hast du dir denn dabei gedacht, einfach so nach einem Kriminellen zu suchen?", fragte er mich als wir losfuhren.
"John, ich wollte wissen, wer meine Eltern sind und da war es mir relativ egal ob mein Vater Polizist, Zahnarzt, Klempner oder eben Krimineller ist"
Er seufzte und fuhr mit mir nachhause.
Dort ging ich erstmal duschen und zog mich um.
"Und er hat dir auch wirklich nichts getan?", fragte mich John in der Küche.
"Ja, er hat einfach nur das Video gedreht und mich danach losgebunden. In der Zeit, wo du nicht da warst, saß ich hinten an einer Wand und habe ihn und Oswald beobachtet"
"Wie hast du ihn überhaupt gefunden? Nicht einmal wir finden Burningman so schnell.."
"Kontakte, mehr sag ich nicht"
"Wollen wir noch was essen oder schon zum Gray Devil? Achja, woher kennst du denn nun überhaupt diesen Club?"
"Ich hatte mal jemanden gesucht und mir wurde gesagt, dass diese Person manchmal dort sei"
"Burningman?"
"Nein, unwichtig"
"Wieso hast du diese Person gesucht?"
"Auch unwichtig. Wollen wir los?"
John runzelte die Stirn. "Ja", sagte er langsam und ging zur Tür.
"John, warte"
"Hm?"
"Zieh dir bitte was anderes an. Du siehst aus wie 'n Cop"
"Wie meinst du das?"
"Mit diesen Sachen fällst du zu sehr auf"
"Gib mir 'ne Minute", sagte er und ging in sein Schlafzimmer.
Es dauerte nicht lang bis er wieder zurück kam.
"Viel besser", meinte ich und wuschelte ihm ein bisschen durch die Haare.
"Nehmen wir den Wagen?"
"Lieber nicht, ich kenn eh den Weg"
Nach einer halben Stunde konnte ich das leuchtende Schild des Clubs sehen. Ich grinste ein bisschen. Hoffentlich ist es diesmal dort etwas ruhiger..
Wir betraten den Club und setzten uns an die Bar. Ich sah mich kurz um, konnte Samuel aber nirgends entdecken.
"Siehst du ihn irgendwo?", fragte John.
"Nee, ich seh ihn nirge- ach nee, da ist er", antwortete ich während unser Vater zur Bar kam.
"Hey, Samuel", begrüßte ich ihn.
"Hallo, Clarke. Hey, John, wie geht's euch?"
"Ganz okay. Meine Handgelenke tun noch ein bisschen weh..", merkte ich an.
"Tut mir leid. Eigentlich sollten die Fesseln nicht so eng sein"
Er lachte ein bisschen. "Und John, wie geht's dir?"
"Relativ gut, bis auf die Tatsache, dass meine kleine Schwester heute entführt wurde.."
Ich trat ihm unauffällig ein bisschen gegen den Fuß.
"Ich hatte nicht vor sie zu verletzen. Ich hoffe, du bist mir nicht allzu böse"
"Wieso bist du kriminell geworden?"
"John, sowas fragt man nicht", unterbrach ich ihn.
"Wieso?"
"Ist schon gut", antwortete Samuel. "Ich hab schon auf diese Frage gewartet. Weisst du, damals, als das Haus abbrannte, wusste ich nicht, was ich machen sollte. Ich hatte erneut alles verloren. Ich war wieder allein. 'Ne Zeit lang war ich in Therapie, aber es hatte nie wirklich etwas gebracht. Nach der Therapie wollte ich neue Leute kennenlernen und bin in einen anderen Stadtteil gezogen. Und nunja, mit der Zeit ändert sich jeder. Ich hab Oswald getroffen und ihn bei einigen Sachen unterstützt. Später bin ich eigenständig geworden. Und ihr? Was habt ihr gemacht?"
"Also ich", fing John an. "habe im Heim gelebt bis ich achtzehn wurde. Dann habe ich eine Ausbildung beim GCPD begonnen und habe seitdem dort einen Job. Nach ein paar Jahren habe ich Clarke gefunden, naja, viel mehr hat sie mich gefunden"
Ich lächelte ein bisschen. "Ja, also ich habe auch im Heim gelebt, aber nicht so lange wie John. Ich bin vor ein paar Jahren abgehauen und habe auf der Straße gelebt. Wegen einem Missverständnis bin ich dann ins Asylum gekommen. Von dort bin ich auch abgehauen und hab bei einem Freund gewohnt. Ich war da auch schon ein bisschen kriminell, aber es waren nur kleine Sachen wie Taschendiebstähle. Im Fernsehen hab ich dann von John gehört und ihn beim GCPD aufgefunden. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden und ich hab mit den Taschendiebstählen aufgehört. Ich geh zur Schule und führe ein relativ normales Leben. Mit der Kriminalität hab ich nichts mehr zu tun"
"Gar nichts mehr?"
"Gar nichts. Ich versuche normal zu leben"
"Clarke, du warst ja schonmal hier. Kannst du mir sagen wo die Toiletten sind?", fragte John.
"Ja ähm, da hinten links glaub ich", sagte ich und zeigte in eine Ecke vom Raum.
"Danke" Er stand auf und ging.
"Ich bin noch kriminell", sagte ich als John weg war.
Samuel lachte ein bisschen. Ich sah zu ihm.
"Das hab ich schon erwartet. Aber John soll's nicht wissen, ja?"
Ich nickte bestätigend.
"Wieso führst du kein normales Leben, wenn du schon die Chance dazu hast?"
"Das wär doch langweilig", meinte ich grinsend.
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Whatever doesn't kill you simply makes you stranger
FanfictionDas Leben auf Gothams Straßen ist alles andere als einfach und sicher. Doch was passiert, wenn man auf eine Person trifft, die dieses Leben vollkommen auf den Kopf stellt? Genau das passiert Clarke, eine junge Taschendiebin, die eigentlich nur vers...
