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-Mina's Sicht-

Ich war total aufgeregt vor dem Standesbeamten. Wie Samu geguckt hat als er meinen Zweitnamen erfahren hat. Zuckersüß. Der Name ist ja auch süß, da hat Toni's Äiti was mit zu tun. Sie hat damals bei meiner Geburt gesagt ich sei 'weich wie eine Wolke' schon hatte ich Wolke also Pilvi als Zweitnamen. Er hat ihn aber schon mehrmals auf meinem Ausweis gelesen. Auf jeden Fall sein Blick war himmlisch. Schönes Wortspiel.
Geil, dass Osmo für mich Gospelsongs gesungen hat. 'Oh happy day', passt wie die Faust auf's Auge. Anschließend kam noch:

• Put Your Hand in the Hand
Put your hand in the hand of the man
Who stilled the water [(stilled the water)]
Put your hand in the hand of the man
Who calmed the sea [(calmed the sea)]..

ja

• Hallelujah
Now I've heard there was a secret chord
That David played, and it pleased the Lord
But you don't really care for music, do you?
It goes like this, the fourth, the fifth
The minor fall, the major lift
The baffled king composing "Hallelujah"

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah...

Samu stand bei den Songs hinter mir und schmiegte sich an mich. Seine Hände legte er auf meinen Bauch und ich legte meine Hände darauf. Maila sollte uns ja auch spüren. Es war traumhaft. Ich hätte Osmo gerne noch länger zugehört und so mit Samu dagestanden. Als er fertig war mit den Songs sah ich Samu´s Augen und er hatte geweint. Makea. Ich strich ihm mit meinem Daumen die letzten Tränen weg und küsste ihn. Er erwiderte den Kuss und entspannte sich dabei. „Minun Pilvi, ich liebe diesen Namen jetzt schon. Erzähl mir bitte nachher wie es dazu kam. Makea.“ War ja klar, dass er mich darauf ansprach. Ich habe auch nichts anderes erwartet. Samu nahm wieder meine Hand, denn langsam wurde es Zeit für den Ausmarsch. Osmo spielte ein Lied auf dem Keyboard ohne Gesang.

Was mich draußen erwartete, damit hätte ich nie im Leben gerechnet. Meine Studenten und die Mannschaft vom IFK standen Spalier. Kiitos. Ich war überwältigt. Jetzt war ich es, der die Tränen kullerten. Samu strich sie weg und sagte: „Prinsessa, mikä kaunis päivä.“ Ich nickte, denn ich bekam vor Rührung kein Ton heraus. Hinterher habe ich erfahren, es war nur geplant die Mannschaft vom IFK Spalier stehen zu lassen. Die Studenten hatten es spontan entschieden, weil Kimi ihnen erzählte, dass ich am Wochenende in ihrer Bibliothek heirate. Ich finde es eine schöne Anerkennung. Wir standen anschließend vor der Treppe und jeder gratulierte uns. Zuerst kam Mara, wir nahmen uns alle in den Arm und Samu sagte: „Jetzt hat der gamla gubbe 2 Frauen zu Hause, die seinen Nachnamen tragen. Frau Haber, wie das klingt.“ „Faija, Äiti, ich liebe euch. Samu, ich freue mich, dass ich deinen Nachnamen tragen darf, kiitos uudellen.“ „Maramäuschen, ich bin stolz auf dich, dass meine Tochter jetzt auch endlich meinen Namen trägt. Ihr beiden Frauen macht mich unendlich glücklich und die dritte hoffentlich auch bald. Maila aber lass mir noch bisschen Zeit die beiden zu erziehen.“ Wir grinsten alle. Robin stand hinter Mara und gratulierte ebenfalls. „Samu, da muss ich mich jetzt dran gewöhnen, dass ich jetzt mit einer Frau Haber liiert bin. Schaff ich schon, keine Angst. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, irgendwann dein Schwiegersohn zu werden. Bei uns hat sich ja gottseidank nichts geändert, dass war ja meine Angst, dass du mich anders betrachtest.“ Samu nickte und ich sah ihm an, dass er an heute Morgen dachte dementsprechend drückte ich seine Hand fester und mein Ehemann verstand was ich wollte. Wie das klingt Ehemann und Frau Haber!

Als nächstes kamen meine Eltern. Mein Papa war stolz und glücklich. Ganz anders als meine Mama, von einer herzlichen Umarmung kann man hier nicht sprechen. Eher ein Vorwurf, warum ich mich für das Land ihres Mannes und nicht ihr Heimatland entschieden habe. Meine Geschwister waren stolz und zeigten es auch. Sie waren total fasziniert von Finnland und ganz besonders von Helsinki. Sie fragten ob sie uns öfters besuchen dürften, natürlich. Meine Schwiegermama zeigte meiner Mama mal wie es ging mit der Umarmung. Sie nahm mich voller Stolz in den Arm und anschließend ihren Sohn. Ihr kullerten Tränen die Wange herunter. Jetzt schlossen sich Samus Geschwister mit Familien an. Danach ging es mit Freunden und Kollegen weiter. Zum Schluss folgte Toni mit seiner Familie, er traute sich noch nicht soweit vorne. Meine Täthi war total lieb. Ich habe sie noch nie vorher kennengelernt und wusste auch nicht, dass es meine Patentante ist. Ich versprach ihr, dass wir uns ab sofort öfters sehen werden. Wir wollten alles nachholen, was wir in den rund 40 Jahren verpasst haben. Wie das klingt. Mir wurde immer erzählt, dass Papas Familie keinen Kontakt mit den Deutschen wöllte, doch es war meine Mama die nichts mit den Finnen zu tun haben wollte. Was mich im Nachhinein total traurig stimmte. Samu bemerkte es und hielt mich fest im Arm. „Prinsessa, wir fahren die nächsten Tage zu deiner Täthi und ihr redet über alles. Ich merke, dass ihr da einiges aufarbeiten solltet. Genauso kannst du sie gerne zu uns einladen. Du weißt jetzt, dass sie existieren und du jederzeit zu ihnen kannst. Ich unterstützte dich da.“ „Kiitos, Schatz! Danke, dass du da bist.“ „Selbstverständlich Frau Haber, sie werden mich jetzt nicht mehr los.“ Samu grinste. „Das will ich aber auch hoffen,“ erwiderte ich. Toni umarmte mich und dann Samu. Er sagte: „Mina, ich will mich nicht aufdrängen, doch ich muss in 3 Tagen zum Training nach Deutschland, dürfte ich mir den Tag übermorgen bei dir reservieren, damit ich meine Cousine besser kennenlernen kann? Du darfst deinen Ehemann ruhig mitbringen, der stört mich nicht.  „Toni, sehr gerne ich würde mich freuen. Wenn wir vieles nachholen könnten, was wir in der Zeit verpasst haben. Mich stimmt es echt traurig, was mir alles wegen meiner Mama entgangen ist. Als ich das erste Mal in dieser schönen Stadt war fühlte ich mich direkt wie zu Hause. Ich bin dem Kerl da heute noch dankbar, dass er es mir ermöglicht hat.“ Samu sah mich an: „Das kannst du mir ruhig auch mal zeigen.“ Ich erwiderte nur: „Du Spinner!“ Wir grinsten. „Mina, Samu, ihr seid süß. Samu, in Zukunft musst du die Spiele vom IFK immer mit deiner angeheirateten Verwandtschaft schauen. Mitgehangen mitgefangen, ist ein Sprichwort in Saksa.“ Samu grinste und entgegnete nur: „Mit Vergnügen, mein Helsinki-Boy.“ „Ich begebe mich schon mal zu eurem Auto und erwarte euch. Ich weiß ihr wollt ja noch ein kurzes Video für Vain Elämää machen.“ Samu nickte. Mikko gab Samu das Handy und zeigte ihm eins der Hochzeitsbilder, welche Petri für diesen Anlass schon übermittelt hat.

Sommer ohne Wiederkehr - Mina und Samu (Teil 2) - AbgeschlossenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt