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  -Mina's Sicht-

Man der Herr hat aber eine Laune. War wohl zu kurz die Nacht. Dabei haben wir schon 11h. Ich hab mir ja extra Zeit gelassen und Mara auf dem Rückweg mitgenommen, da sie noch für die Klausuren lernen muss und Robin mit Leo zum Squash verabredet ist. Ich ließ Samu links liegen. Mara verzog sich in ihr Zimmer. Maila legte ich auf die Krabbeldecke und ging in die Küche um zu kochen. Ich entschied mich für Spätzle, Geschnetzeltes und Salat. Das Fleisch briet ich in der Pfanne an und setzte schon mal Wasser für die Nudeln auf. Beim Salat bat ich Mara mir zu helfen. Da hatte sie kein Problem mit. Erstens machte sie es gerne und zweitens verstand sie auch warum sie helfen sollte. Maila sah vergnügt aus.

Nach 30 Minuten war alles fertig. Ich deckte den Tisch und wollten den großen Herrn holen, der schlief wieder. Er reagierte auch gar nicht. Tja, mussten wir alleine essen. Mara half noch beim Aufräumen und verschwand dann wieder in ihrem Zimmer. Schließlich wollte sie ja die Prüfungen bestehen um anschließend ihr Abitur in Finnland zu machen. Ich kümmerte mich um Maila und legte sie in den Kinderwagen. Es war zwar anstrengend mit einer Hand aber machbar. Im Schlafzimmer rührte sich immer noch keiner.

"Mara, wenn Samu wach wird, dass Essen steht in der Mikro und ich gehe eine Runde mit deiner Schwester spazieren. Allerdings lege ich ihm auch einen Zettel hin." "Ist gut Mama", sagte Mara. Ich schaute nochmal ins Schlafzimmer, doch der Herr wurde nicht wach. Gut. Ich schob Maila aus der Wohnung in den Aufzug und anschließend aus der Haustür raus. Wir gingen eine große Runde durch die Stadt. Am Hafen begegnete uns Maryam und Leo. "Hei Mina, hatte Samu keine Lust gehabt." "Leo, der Haber schläft noch. Er war am meckern als Mara und ich heimkamen und danach war er nicht mehr wach zu bekommen. Aus diesem Grunde haben wir zwei Hübschen gedacht, dass wir das Wetter nutzen könnten. Ihr wart nicht mehr mit Mikko und so unterwegs?" "Nein. Wir waren mit Freunden verabredet. Robin war mit Mara unterwegs?" "Ja, die waren im Hotel. Warst du nicht heute morgen mit ihm unterwegs?" "Joo, Mara musste Lernen oder so." "Kyllä. Sie hat Prüfungen." Wir verabschiedeten uns und ich ging weiter.

Nach einer halben Stunde traf ich zu Hause wieder ein. Ich hörte schon die super Stimmung. Hätte ich das gewußt, wäre mein Weg hierhin nicht so schnell gewesen. Als ich die Wohnungstür öffnete blaffte mich direkt jemand an: "Kommst du auch mal heim?" Einmal tief durchatmen. Ich blieb ruhig. "Hallo mein Schatz, schön dass du wach bist. Hast du gut geschlafen?" Samu schnauzte weiter: "Ei!" "Ich merke es!" "Mina, wo warst du?" "Spazieren bei dem super Wetter. Da liegt ein Zettel auf dem Küchentisch, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Wenn du weiter mit mir in diesem Ton redest, führt mein Weg mich auch wieder dahin wo ich herkam, nämlich nach draußen. Deinen Ton muss ich mir nicht bieten lassen. Samu es hat dir keiner was getan. Vor allem muss ich mir dass nicht bieten lassen dass du mich so anschnautzt. Überlege es dir gut." Sein Tonfall war immer noch nicht anders. Wenn die Laus, die über seine Leber gelaufen ist Alkohol heißt, dann sollte er das mal abstellen. "Prinsessa, warum weckst du mich nicht zum Essen, warum gehst du alleine spazieren?" "Samu, ich habe dich mehrmals geweckt. Du hast aber nicht reagiert. Soll ich bitteln und betteln bis der Herr gedenkt sich zu erheben und dann ist er sauer. Gut wäre ja nichts anderes zu jetzt." Ich versuchte echt angesichts seiner Tonlage ruhig zu bleiben. Es fiel mir verdammt schwer. Jetzt brachte er das Fass aber zum Überlaufen. "Mina, außerdem warum hast du gekocht, mit deiner Hand?" "Wir hatten Hunger und bitte ist hier sonst jemand der es hätte machen können. Bevor du fragst Mara ist mir zur Hand gegangen. Du weißt das sie Lernen muss, deshalb geht das Gespräch auch in normaler Lautstärke?" "Du hättest mich sollen wecken. Ach und noch eins du gehst mir in dem Zustand nicht mehr alleine spazieren. Damit das klar ist. So und jetzt kannst du mir mein Essen bringen und 2 Aspirin." "Bitte geht's noch. Seit wann machst du mir Vorschriften. Nee, Samu nicht mit mir. Mara ich schreib dir. Maila und ich gehen noch eine Runde." "Joo Äiti!" Weg war ich. Boh, dass muss ich mir nicht bieten lassen. Ich beeilte mich bevor er mir noch hinterher kam.

Auf der Straße atmete ich erst mal tief durch. Okay. Ich überlegte. Bei Äiti sucht er zuerst. Ich rief nur an um ihr Bescheid zum sagen bevor Samu sie damit nervös macht.
"Hei mun Sparrow, alles okay bei euch?"
"Wie man's nimmt. Deshalb rufe ich auch an."
"Was ist los?"
"Der Herr ist wohl zu alt für nächtliche Feiern oder hat zu tief ins Glas geschaut. Er ist ungenießbar gewesen. Schnautzt mich an warum ich mit der Hand koche oder mit Maila spazieren war. Er hat die ganze Zeit geschlafen und war nicht wach zu bekommen. Bevor du fragst. Es lag ein Zettel für ihn parat und Mara ist zu Hause am lernen."
"Der scheint aber gute Laune zu haben. Kommst du zu uns."
"Ei Äiti, da sucht er mich zuerst. Ich geh zu Timo und lass bei ihm meine Wut aus. Wollte dich nur informieren bevor der Kerl dich nervös macht."
"Kiitos Pilvi. Lass den Kerl mal anrufen, dem geige ich die Meinung. So geht der mit meiner Tochter nicht um. Wenn du danach möchtest kannst du jederzeit vorbeikommen."
"Kiitos Äiti. Hei hei."

Mit Hilfe der S-Bahn und freundlichen Helfern klappte es prima zu Timo zu kommen. Hier waren die Treppen ein Problem. Doch es kam gerade jemand heraus, der mit Samu öfters trainiert und fragte ob er helfen könnte. Ich bat ihn den Kinderwagen hochzutragen und bedankte mich.

Als ich im Gebäude war wunderte sich Timo und schaute mich fragend an.
"Hei, was machst denn du hier. Kahvi?"
"Kyllä. Sehr gerne. Ich wickel gerade Maila und dann hab ich Zeit."
"Lass mich das machen. Setz du dich in den Sessel. Ich wickel gerade und dann gebe ich dir 'hiiri' und du kannst sie füttern während ich uns Kaffee mache." Gesagt getan. Timo gab mir Maila und ich stillte sie. Anschließend übernahm er Samu's Part und machte das Bäuerchen mit ihr. In dem Moment kam seine Tochter und sagte: "Faija steht dir gut. Soll ich mich um ein Enkelkind für dich kümmern? " Ich musste angesichts Timo's Gesichtsausdruck lachen. Timo drohte uns beiden, ließ aber offen mit was.

Mit Kahvi bewaffnet setzte sich Timo zu mir und wir redeten.
"Mina, was ist los? Du kommst nicht so spontan hierhin und willst trainieren. Was hat Samu angestellt."
Ich erzählte alles jedes Detail und konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Menno warum kann es nicht mal einfach glatt laufen. Klar jeder hat mal einen schlechten Tag doch ich habe es ja schon im guten versucht. Irgendwann platzt mir auch der Kragen und bevor ich vor Maila laut werde gehe ich lieber aus der Situation heraus. Timo verstand Samu's Reaktion auch nicht. Er war allerdings nicht begeistert, dass ich mit dem Training anfangen wollte. "Mina ich kann verstehen, wenn du gerade Wut hast, doch ich kenne dich hinterher ist deine Hand schlimmer als jetzt. Ich kann mich um deine Hand kümmern und sie etwas massieren doch ins Training lasse ich dich damit nicht." Mir kamen erst recht die Tränen.

Sommer ohne Wiederkehr - Mina und Samu (Teil 2) - AbgeschlossenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt