Paddy
Am nächsten morgen war es dann soweit. Jimmy und ich wurden abgeholt. Allerdings kam Dr Verreet nicht persönlich, sondern hatte einen anderen Arzt geschickt, der uns mit einem Krankenwagen abholte. Ich hatte nichts essen dürfen, wegen der Operation. Außerdem war ich noch an der Beatmung angeschlossen, weil ich heute noch schwächer war. Vorher hatte ich einen Zettel für Barby geschrieben, dass sie Lisa anrufen sollte, um ihr von der Operation zu erzählen. Ich selbst hatte das nicht mehr geschafft. Der Arzt legte mich auf eine liege und ich wurde darauf festgeschnallt. Jetzt konnte ich mich nicht mal mehr aufrichten. Patricia und Barby drückten mich und Jimmy noch kurz, bevor die liege in den Krankenwagen geschoben wurde. Jimmy saß auf einem Sitz neben mir. Dann fuhren wir los. Jimmy sang leise vor sich hin. Ich erkannte das Lied sofort. Es war „stronger than ever", danach sang er noch „Crisis". Jetzt hatte ich Tränen in den Augen. „Nicht weinen, Paddy. Wir schaffen das, wir haben schon so viel geschafft, da kriegen wir auch das hin. Vertrau mir", sagte Jimmy und strich mir über den Kopf. Das half mir ein bisschen und die Tränen wurden weniger. Die zwei Stunden fahrt bis zum Krankenhaus kamen mir aber trotzdem unendlich lange vor, weil ich mich auch nicht mit Jimmy unterhalten konnte. Doch dann kamen wir endlich an. Dr Verreet erwartete uns bereits und übernahm mich auch gleich. „Paddy, ich mach dir die Beatmung weg. Die wäre jetzt im Weg, weil du keine richtige Narkose bekommst, sondern eine magenspiegelung gemacht wird, um die richtige Stelle für die Sonde zu finden. Da muss ich mit einem Schlauch durch deinen Mund. Deshalb bekommst du Sauerstoff. Aber keine Angst, du bekommst eine lokale Betäubung und merkst nichts. Jimmy, du musst draußen warten, aber in spätestens einer Stunde hast du deinen kleinen Bruder wieder", erklärte Dr Verreet. Dann wurde die Beatmung abgeschaltet und Jimmy durfte in unser Zimmer, wohin auch die Beatmung gebracht wurde. Ich selbst wurde mit der liege in einen Raum gefahren. Dort bekam ich als erstes Sauerstoff. Dann musste ich mein Oberteil ausziehen und konnte mich danach wieder hinlegen. „So, jetzt fange ich mit der magenspiegelung an, du bekommst eine Betäubung, aber es kann trotzdem unangenehm sein. Aber bleib ganz ruhig, dann klappt auch alles gut", meinte er. Dann ging es schon los und mir wurde ein dünner Schlauch in den Hals geschoben. Trotz der Betäubung musste ich würgen. „Durch die Nase atmen", befahl Dr Verreet. Dann war es auch schon vorbei und der Schlauch kam war auf dem Weg zu meinem Magen. Dann dauerte es eine Weile. „Paddy, die Stelle für die Sonde habe ich gefunden. Jetzt bekommst du eine Betäubung für die Stelle und dann hast du das meiste schon geschafft", erklärte Dr Verreet jetzt. Dann dauerte es noch eine Weile und ich spürte ein paar mal ein leichtes Ziehen im Bauch. „Die Sonde liegt. Jetzt ziehe ich den Schlauch wieder raus. Atme durch die Nase, das wird nochmal ein bisschen unangenehm", sagte der Arzt und weniger als eine Minute später hatte ich es geschafft. Dr Verreet brachte mich persönlich in das Zimmer, in dem bereits Jimmy wartete. Mein Hals tat jetzt etwas weh und mein Bauch auch. „Paddy, du hast es geschafft", Jimmy umarmte mich vorsichtig. „Ich mache dir jetzt die Beatmung an, du brauchst eine Pause. Wenn du schmerzen hast, drückst du den Notrufknopf. Und morgen können wir die Sonde testen. Wenn dann alles in Ordnung ist, können euch eure Geschwister morgen schon abholen", meinte Dr Verreet. Er schloss mich an die Beatmung an und ich entspannte mich sofort. Jimmy setzte sich zu mir and Bett und hielt meine Hand. Wenig später schlief ich ein. Erst am Abend wachte ich wieder auf, weil eine Krankenschwester das Abendessen brachte. Sie schaltete die Beatmung ab und richtete mein Bett langsam auf. „Hast du schmerzen?", erkundigte sie sich dann. „Ja ein bisschen", krächzte ich und Jimmy hielt mir ein Glas Wasser hin, welches ich gleich leer trank. „Dann gebe ich dir noch ein leichtes Schmerzmittel", meinte sie dann und legte eine kleine Tablette zum Abendessen dazu und ließ uns allein. Jimmy und ich aßen, wobei ich nur die Hälfte meiner Portion schaffte und ich schluckte noch die Tablette. Danach redeten Jimmy und ich noch ein bisschen, bevor er noch kurz nach draußen ging, um mit Kathy zu telefonieren. Danach schloss er mir die Beatmung wieder an und ich war kurz darauf eingeschlafen.
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Manchmal kommt alles anders
Fiksi PenggemarDie Kelly Family tourt gerade durch Deutschland, als sich das Leben aller Mitglieder plötzlich verändert. Paddy rettet seiner Schwester das Leben, doch dies hat dramatische Folgen für ihn. Doch auch für die anderen Familienmitglieder verändert sich...
