Samu sieht während der ganzen Fahrt aus dem Fenster. Schweigend fahre ich zu seiner Wohnung. Auf dem Parkplatz angekommen sieht er mich an: "Kannst du mit hochkommen?" Der Schmerz in seinen Augen ist noch nicht weniger geworden. "Ja", antworte ich. Ich kann ihn jetzt nicht alleine lassen. Ich helfe ihm beim Laufen; mein Knöchel schmerzt immer mehr. An der Wohnung angekommen helfe ich Samu beim Aufschließen. Die Einrichtung ist sehr modern, aber trotzdem noch gemütlich. Samu deutet schwankend in Richtung des Schlafzimmers. Das Bett ist nicht gemacht. Ich nicke und lege einen Arm um ihn. Dann laufen wir zusammen in die Richtung. Er setzt sich auf das Bett, da ihm das Stehen schwer fällt. Er zieht sein Jackett aus und ich nehme es ihm ab. Durch den Sturz war es dreckig geworden. Während ich nach einem Kleiderbügel suche, um es aufzuhängen zieht er sich das Hemd und die Hose aus. Dann lässt er sich nach hinten fallen und zieht die Decke über sich. Ich halte inne und sehe zu ihm. Er liegt mit dem Rücken zu mir und seine rechte Hand hält Vivis Kissen. Er greift nach meiner Hand und hält sie fest. "Ich bin da", flüstere ich. "Danke", flüstert er, "das ist nicht selbstverständlich." "Ich mache das, weil ich weiß, dass du das gleiche für mich machen würdest", antworte ich. Nach ein paar Minuten ist er eingeschlafen. Seine rechter Arm umklammert Vivis Kissen. Ich seufze. Er hat es nicht leicht. Da liegt er jetzt. Der große Samu Haber. Er war schon früher so. Es fällt ihm schwer vor anderen seine Gefühle zu zeigen, wenn er traurig ist. Aber eigentlich ist er so sensibel; mehr als die meisten Menschen, die ich kenne.
Ich wende meinen Blick von ihm ab und sammele seine Klamotten vom Boden auf. Dann schließe ich leise die Tür des Schlafzimmers hinter mir und gehe in die Küche. Dort finde ich einen Kühlakku im Gefrierschrank. Mit dem und einer Decke mache ich es mir auf der Couch bequem. Ich würde die Nacht hier verbringen. Ich schließe die Augen und lasse den Tag Revue passieren. Erst der schreckliche Traum, dann die Überraschung für Samu. Verdammt, war er in diesem Moment glücklich gewesen. Dann Vivis Verabschiedung und der Brief. Danach Samu, den ich... warte. Der Brief. Sofort sitze ich kerzengrade auf der Couch. Wo ist der? Ich humpele zur Eingangstür, an der meine Tasche steht. Sie ist umgefallen und der Brief liegt davor. Hoffentlich hat Samu das nicht gesehen. Mit dem Brief ziehe ich mich auf die Couch zurück. Lange betrachte ich den Umschlag und drehe ihm mehrmals in meiner Hand. Doch dann öffne ich ihn:
"Liebe Maja,..."
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best friends ... or more?
Fanfiction[Fortsetzung unter gleichem Titel schon verfügbar] Mein Handy klingelt. "Hab ich dich geweckt?" "Was ist passiert?" Stille. "Rede mit mir! Was ist passiert? War sie bei dir?" Keine Reaktion von ihm. Dann leises Schluchzen. "Ich kann nicht mehr! Ich...