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Maja POV

Wir verbringen den restlichen Tag zusammen in der Stadt und gehen dann zur Halle. Micha hat 2 Sitzplatztickets gebucht, was gerade bei kleinen Kindern besser ist. Leonie ist schon die ganze Zeit total aufgeregt und kann kaum stillstehen. Sie erzählt mir alles Mögliche von Sunrise Avenue auf dem Weg zu unseren Plätzen. Das Konzert ist großartig und wir haben viel Spaß zusammen. Ich mache ein paar Bilder von den Jungs. Vielleicht schicke ich die Samu noch. Vorher Bescheid gesagt, habe ich Samu nicht, weil ich mit Nina nicht Backstage gehen will. Sie ist zwar zuckersüß und hätte sich sicherlich gefreut, aber ich behalte es, seitdem ich in München bin, für mich, dass ich die Jungs persönlich kenne. Das ist ein Geheimnis, das ich nicht an die Öffentlichkeit geben möchte. Es ist zu wertvoll für mich. Zum Ende hin wird Nina dann doch etwas müde. Sie schläft ein, als die Jungs gerade den letzten Song spielen. Selbst durch den Applaus lässt sie sich nicht wecken. Ich hebe sie hoch und trage sie zum Auto. Micha hat mir noch seinen Schlüssel gegeben und mir erklärt, wo er wohnt. Angeblich hat er noch geschäftlich was zu tun, auch wenn ich mich wundere, was er nach 22 Uhr noch macht. Aber das ist jetzt nicht wichtig. Vorsichtig öffne ich seine Haustür und gehe hinein. Ich bringe Nina ins Bett. Micha hat zwar gesagt, dass ich ruhig gehen kann, aber ich will sie nicht alleine lassen. Also setze ich mich neben sie. Keine 5 Minuten später schrecke ich hoch. Bin ich eingeschlafen? Was ist das? Ich höre Geräusche. Langsam stehe ich auf und gehe in den Flur. Ich halte kurz die Luft an bei dem, was ich sehe. Micha und ein anderer Mann, den ich flüchtig als Kunde kenne, stehen eng umschlungen im Flur und sie küssen sich wild. Plötzlich sieht mich Micha erschrocken an und löst sich von dem anderen Mann. Mir ist das alles verdammt peinlich. "Nina schläft schon. Bis morgen", sage ich schnell und drücke Micha seinen Schlüssel in die Hand. Dann gehe ich zu meinem Auto. Mir war schon länger klar, dass Micha schwul war. Deshalb war ich eigentlich nicht wirklich überrascht. Mir war die Situation nur peinlich, weil ich die beiden nicht stören wollte.

Am nächsten Morgen fahre ich wieder zur Arbeit. Heute haben wir wieder Kunden. Also bereite ich wieder alles vor und gehe dann in mein Büro. Ich lasse mich auf meine Stuhl fallen. Auf meiner Tastatur liegt ein Plektrum von Sunrise Avenue. Grinsend nehme ich es und sehe es genauer an. Anscheinend hat sich auf Arbeit inzwischen rumgesprochen, dass ich Fan bin, aber glücklicherweise nicht noch mehr. Spätestens nach der Sache gestern. Lächelnd drehe ich das Plec in meinen Fingern. Wahrscheinlich war gestern noch jemand auf dem Konzert und hat mir das mitgebracht. Ich hab die Leute hier echt schon ins Herz geschlossen.

best friends ... or more?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt