Die Sonne brannte auf sie hinab, so war es trotz der eisigen Kälte doch erträglich. William wendete sein Pferd, wütend blickte er auf die kleine Gruppe sie sollte ihn eigentlich begleiten doch sie hielten ihn nur auf. „Wie habt ihr es nur zur Garde des Königs geschafft?" knurrte er ihnen entgegen als sie endlich aufschlossen. „Wir sind müde Taurus." Der muskulöse Reiter wischte sich den Schweiß von der Stirn seine Stimmte triefte vor Verachtung. William sah den Mann verächtlich an. „Wir sollten die Elite sein und nicht die, die wegen eines kleinen Ritts zusammenbrechen und selbst für einen Veteranen wie dich heißt es Hauptmann." schnauzte er „Aber Zenger." er zischte den Namen voller Hohn. „Wenn ihr es unbedingt wollt machen wir eine Pause, wie lange wünscht der werte Herr den zu ruhen." William stützte sich mit beiden Händen auf den Sattelknauf. In Zengers Gesicht stieg die Zornesröte, doch er wagte es nicht zu antworten William war zwar viel jünger doch der König selbst hatte ihn befördert. „Bitte Hauptmann" ein etwas jüngerer Mann zügelte sein Pferd vor William. „Die Pferde sind erschöpft, wir sind schon die Nacht durch geritten und die Kälte macht uns zu schaffen." Er schüttelte müde den Kopf. „Da hinten ist ein Fluss, tränkt die Pferde und ruht euch aus, sobald ihr friert wollt ihr selbst weiter."
William wendete mit einem sanften Schenkeldruck seine Stute, sie war aus dem Gestüt des Königs, ein Geschenk. Ein Schlachtross, groß muskulös und ausdauernd, sie würde nicht vor dem Lärm einer Schlacht zurückweichen und würde ihren Reiter nicht im Kampf gegen ein Ungeheuer abwerfen. Er tätschelte ihren starken Hals und ließ sie von den anderen weg traben. Er suchte den Schatten eines knorrigen alten Apfelbaumes. Als er absprang senkte die Stute den Kopf und begann auf dem kargen Winterboden nach einigen Büscheln Gras zu suchen. William lachte leise, ja friss ein bisschen. William öffnete mit einer Bewegung die schnalle an seinem Hals und lies den blauen Umhang von seinen Schultern gleiten. Mit einem leisen Klicken öffnete er den Gürtel und lies sein Schwert ins Gras gleiten, er löste die schnallen an seinen Hüften und hob den Harnisch von seinem Oberkörper und zog den Wams aus, die kalte Luft brannte auf seiner verschwitzten Haut, und ließ seine Haare aufstellen, doch es erweckte auch seine Geister und stärkte seine Sinne. Den Waffenrock so wie die Rüstung an den Schienbeinen lies er an, genauso wie die ledernen Handschuhe, in deren Handrücken dünne Metallplättchen eingearbeitet waren. Sie würden zwar einen Knochenbruch nicht verhindern, sollte man damit einen Schlag abwehren, aber sie würden dafür sorgen, dass die Hand nicht abgeschlagen wurde. Er schob den rechten Fuß vor und begann zu trainieren, er wollte niemals so werden wie Zenger, er trug zwar das Zeichen des Königs und war vielleicht vor langer Zeit einmal ein Krieger doch nun war er alt und erbärmlich. William schnaubte nein so will ich niemals werden dachte er und legte seine komplette Kraft und Wut in die Übungen. Vor vielen Jahren hatte er mit seinem Bruder in Übungskämpfen gefochten oder sie hatten sich geprügelt, manchmal dachte er beim Training an ihn. Das Letzte, das er von seinem Bruder gehört war, dass er nach dem Tod des Vaters in eine Heeresschule gebracht worden war, dort war er vermutlich über ein halbes Jahr. Die Grundkenntnisse in leichter und schwerer Infanterie sollte er schon haben. Auch was es bedeutet ein Soldat zu sein und das Lager zu errichten, Disziplin und Ordnung. Vielleicht hatte sogar schon das Kavallerietraining begonnen. Mit einem leichten Lächeln erinnerte er sich an seine Zeit in der Militärschule, während er sich immer wieder an einem Ast in die Höhe zog und wieder fallen ließ. Das war nun schon einige Jahre her, er hatte zu den Besten gehört und so war er in die Drachengarde geschickt worden. Wehmütig dachte er an seinen Vater, Drakon hatte ihm immer viel ähnlicher gesehen, aber das kämpferische Talent hatte er selbst geerbt. Aber es hatte seine Vater nicht erfreut oder gar stolz gemacht, nein, als er gehört hatte das William Soldat werden wollte, ja sogar in des Vaters Fußstapfen treten wollten indem er zur Drachengarde ging, hatte er getobt. John Taurus war ein verbitterter alter Mann geworden. Immer wieder war er Soldaten begegnet, die sich an diesen Helden in strahlender Rüstung erinnerten, doch Mut und Tapferkeit waren Hass und Trauer geworden und das Blut an seinen Händen hatte ihn nie wieder losgelassen.
Nie hatte der Vater sie mit Geschichten unterhalten, nie von gewonnen kämpfen und geschlagenen Feinden erzählt. Und am Tag als Gabriel starb war er für acht Tage verschwunden, niemand wusste wohin oder warum. Er war einfach weg zusammen mit seinem Schwert was er nach seinem Dienst nie mehr berührt hatte. Er hatte es zum ersten Mal nach vielen Jahren wieder angelegt hatte sein Pferd gesattelt und wortlos Drachenfels verlassen. Nachdem er nach zwei Tagen immer noch nicht zurück war hatte sein Stellvertreter Männer ausgeschickt, um ihn zu finden, doch ohne Erfolg. Und als er dann kurz vor Ende des achten Tages zurückkehrte, wirkte er verändert, er hatte nun ein neues waches Glänzen in den Augen, er wirkte jünger, frischer, kräftiger und niemand erfuhr jemals warum oder woher er gewesen war.
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DIe Chroniken Relons
FantasíaEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
