Kapitel 44

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Die Sonne biss unangenehm heiß auf seiner Haut, nach den Tagen völlig grauschwarzen Himmels. Doch Farodin genoss den Anblick der Sonne, nun war der Frühling endlich eingezogen und für jemanden aus dem Sonnenland Kataru war dies weitaus angenehmer als der kalte Winter. Lächelnd blickte er den beiden Türmen entgegen die sich vor ihm mitten aus dem Meer erhoben. Das feuchte Meerwasser funkelte auf dem sauber aneinander gefügten Steinen, wie hoch sie wirklich waren konnte niemand sagen, sie verschwanden in den Wellen. Die glänzenden Steine waren sauber, weder Pflanzen, noch Algen, Dreck oder Salz schien daran zu haften. Keiner der Steine war gebröckelt oder verrutscht. Farodin hatte schon einige Geschichten über dieses monströse Bauwerk gehört, dies sollte einmal eine Elfenstadt gewesen sein. Doch die Elfen hatten die Götter nicht verehrt und in ihrem Zorn sammelten die Götter ihre Kräfte und vernichteten ihr Reich. Die Elfen flohen in den Wald und Laodatos, der Herr des Wassers schickte das Meer um alles verbliebene zu verschlingen. Einzig diese Türme hatten die Flut überstanden und die Magie der Elfen schützte sie vor jedem Dreck. Farodin hätte sie sich gerne von näherem angeschaut, doch der Kapitän hatte nur den Kopf geschüttelt, unter den Wellen gab es noch weitere hohe Gebäude, die den Schiffsrumpf wie eine Walnuss knacken würde.

So hielt das Schiff auf die dahinterliegende Küste Relons zu. Erleichtert atmete der junge Prinz auf, sie hatten es also wirklich noch geschafft. Sie hatten die letzten Tage durch gerudert, alle waren erschöpft, aber die einzigen Schiffe die sie gesehen hatten waren zu weit entfernt um sie als Piratenschiffe identifizieren zu können. Er hatte viel Zeit am Ruder verbracht was ihm den Respekt der ganzen Mannschaft beschwert hätte, wenn er den nicht schon vorher gehabt hätte. Sie hatten sich bei Kapitän, Portos und sogar bei seinem Onkel für ihre Rettung bedankt, erst als sie erfuhren, dass es eigentlich Farodin gewesen war, der ihre Flucht geplant und befohlen hatte waren sie gekommen, knieten vor ihm nieder und hatten sich bedankt und ihm die Treue geschworen. Von da an hatte er den Respekt all seiner Männer. Eine Welle hob den Buck an und ließ es wieder hinabjagen. Schnaubend stützte er sich auf der Reling ab, er hasste dieses auf und ab Geschaukel, er hatte genug vom auf und ab, von den Stürmen und dem Salzwasser. Wenigstens hatten die Piraten es nicht als nötig erachtet ihre Beute vom Schiff räumen zu müssen, so war der Großteil an Schätzen noch vorhanden gewesen mit denen sein Vater den König Relons gewogener werden lassen wollte. Auch seine Rüstung hatte er noch dort gefunden wo er sie ausgezogen hatte. Niemand der intelligent war trug an Bord, wenn es nicht absolut nötig war, eine Rüstung. Zu schnell verschlang einen über Bord gegangenen Mann die See. Woher hätte er den Wissen sollen, das gerade er eine Rüstung brauchen würde.

Er wandte sich um und schritt bedächtig auf seine Kajüte zu, er würde als Prinz Katarus sein Land, sein Volk und seine Familie repräsentieren müssen, in seinen bequemen schlichten Seidengewändern konnte er also nicht vor die Menschen Relons treten.

An der Luke angekommen zog er sie am eisernen Ring auf und Stieg die Treppe nach unten, im letzten Moment zog er den Kopf ein, der verdammte Eingang war eine schmerzhafte Falle für den Kopf jedes großes Mannes. Im Bauch des Schiffes war es stickig und roch nach nassem Holz und dem Duft vieler Männer. Er lief an den Hängematten vorbei, bis er durch einen Bogen schritt hinter dem die Vorräte lagerten, ganz hinten in der Ecke hatte er seine Truhen abstellen lassen, er wollte schnell an seine Rüstung kommen, sollten sie noch einmal mit den Piraten zusammenstoßen. Er schickte ein stilles Dankesgebet an die Götter, dass sie wenigstens davor verschont geblieben waren.

Mit gekonnten Griffen legte er sich seine Paraderüstung an, ein goldener Harnisch und ein dunkler mit Stahlblättchen besetzter Waffenrock. Der Gürtel trug das Wappen seiner Familie, ein von einer Seeschlange umschlungenes Schiff vor gekreuzten Speeren und sein Harnisch war eine wahre Zierde der Schmiedekunst, geschmückt mit zahlreichen Mustern und Gravuren.

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