Kapitel 47

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Ein lautes Dröhnen erfüllte die Luft, die Feste bebte. Relor Eisenfaust beugte sich über die Brüstung des mächtigen Aussichtsturms. „Mein Herr, was sollen wir tun?" Ein breiter Zwerg war, in Erwartung seiner Befehle, zu ihm getreten. Eine kleine Armee der Menschen lagerte vor den Mauern Regnobers. Regnober war eine der vielen Grenzburgen, welche von allen Zwergenclans gemeinsam gerüstet, bewacht und bewirtschaftet wurden. Jeder der siebzehn Clans stellte am Jahresbeginn Soldaten um die Grenzfestungen zu bemannen und die alten Wachen abzulösen. Relor war zwar der Anführer des ersten Clans, doch als sein König ihn bat in dieser schwierigen Zeit den Befehl über Regnober zu übernehmen zögerte er nicht dem Folge zu leisten. Sie gehörte zu den Grenzfestungen die am nächsten beim Reich der Menschen lagen „Verdoppelt die Wachen, es scheint als wollen sie uns bald angreifen." Er blickte auf den Innenhof, Überall waren Ständer mit Speeren, Schilden und Äxten aufgestellt. Auf den Mauern befanden sich Köcher mit Pfeilen und Armbrustbolzen. Die Festung würde einem Sturmangriff der Menschen lange standhalten. Regnober war eine strategisch eher unwichtige Festung, dennoch war sie auf eine lange Belagerungszeit vorbereitet. Es gab genügend Quellen mit frischem Wasser, die dem Berg entsprang, und auch die Vorratskammern waren bis oben hin gefüllt. „Was ist mit den Pumpen?" wandte sich Relor wieder an den Zwerg. „Sie sind gesäubert und einsatzbereit." Zwerge waren großartige Baumeister, auch was militärische Erfindungen anging. Sie hatten eine Konstruktion erfunden, mit der man heißes Wasser und Teer aus Kesseln durch Schläuche und Rohre mithilfe von Pumpen auf die Mauer befördern konnte. Die Schläuche endeten in gewaltigen Drachenkopf artigen Aufsätzen, die man mithilfe von montierten Drehgelenken bewegen konnte um einen kochenden Tod über seine Feinde zu bringen. Sein Blick schweifte weiter überall auf der Mauer standen Katapulte und Pfeilwerfer, riesige auf Ständern montierte Armbrüste die mit mannsgroßen Speeren geladen wurden. „Was ist mit dem Fluchtweg?" eine Treppe wand sich in die Tiefe der Erde, über sie konnte man zu einem Gang gelangen, der ins Gebirge führte. Der Zwerg strich sich durch den Bart und sah über die Brüstung zu den riesigen Belagerungstürmen. Dann antwortete er in Gedanken versunken. „Unsere Wachen beschützen den Ausgang im Gebirge, bisher gab es keinen Feindkontakt. Die Späher der Menschen sind noch nicht weit genug vorgedrungen. Wir können die Festung verbrennen und uns zurück ziehen." Relor zögerte kurz dieser Gedanke war ihm auch schon gekommen. „Ich habe einen Boten zum König entsendet um das zu klären. Ich kenne die Pläne des Königs noch nicht und bis dahin halten wir die Festung." Sein gegenüber verzog das Gesicht. „So viel Zeit haben wir vielleicht nicht." Relor wand sich ab. „Meine Entscheidung ist gefallen, so viel Zeit müssen wir ihnen beschaffen."

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