Kapitel 57

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Lotors Blick schweifte über die Kolonne, er war als Legat mit zwei Kantonaten mit dem Schutz eines Versorgungskonvois betraut worden. Verpflegung und Waffen zu einer Belagerung zu bringen. Regnober erinnerte er sich so hieß die Zwergenburg. Gerade hatte er mit einem Boten der Aufklärer gesprochen, alles war ruhig, keine besonderen Vorkommnisse. Die ganze Reise war fast langweilig, nichts außer dem Rattern der Wägen und dem Schnauben der Ochsen war zu hören während die kargen Berge sich zu ihrer linken erhob und sich die Weite Fläche Relons zu ihrer linken erstreckte.

Sie waren vor fünf Tagen aus Lyra aufgebrochen, der Konvoi kämpfte sich nur schleppend voran und so lag Nymerium noch in weiter Ferne. Fast sehnte er sich nach dem Reiz einer Schlacht. Den Gedanken verwarf er schnell wieder, langweile war besser als ein früher Tod. Von seinem Hügel aus konnte er die Wägen gut überblicken, sie waren alle mehr als nur gut bewacht, schwer gepanzerte Reiter und schwere Infanterie umgaben die Wägen. Dexter von Ranau, der Statthalter Lyras hatte mehr Soldaten zur Bewachung des Konvois abgestellt als Lotor ausgewählt hätte. Er war ein vorsichtiger Mann, gerade nach den Gerüchten um Atendor. Ein Königsbote hatte in einem Brief den Tod Bendaron Saltairs geschildert mit der Warnung vor einer Rebellengruppe. Er lächelte und schüttelte den Kopf, dummes Geschwätz, ein paar Bauern könnten niemals diese Festung erobern, er hatte Atendor selbst schon oft auf seinen Missionen besucht und selbst erfahren wie wehrhaft diese Festung ist. Nun hatte er die schwere Infanterie am Hals, sie gab zwar Sicherheit, verlangsamte den Konvoi aber auch ungemein.

Er blickte in den bewölkten Himmel über einen erlösenden Regen würde er sich freuen, die Hitzeperiode war zu lange und die Luft war stickig und kratzte im Hals, dafür wäre er sogar bereit einen Ritt durch den Matsch in Kauf zu nehmen, auch wenn ihm da seine Fußsoldaten wahrscheinlich nicht zustimmen würden. Er hustete und nahm einen tiefen Zug aus seiner Feldflasche.

Ein Adler kreiste über ihnen, er wirkte unnatürlich groß, aber auf die Entfernung konnte man sich auch täuschen, die Schwingen schlugen und der massige Körper schwang sich noch höher. Dann schraubte er sich wieder etwas tiefer. Doch, der Adler war verdammt groß, fast so groß wie ein Mensch. Das Tier ließ sich fallen, schwarze Klauen rissen einen Lenker vom Kutschbock. Lotor sah geschockt dabei zu, wie die Reiter auseinander Stoben und Schreie der Angst und Wut die Luft erfüllten, dann griffen sie den Vogel an, ein Speer flog durch die Luft, verfehlte dass Tier und ein Bolzen riss einige Federn aus während er über den Flügel streifte.

Etwas funkelte im Gefieder des Adlers, er ließ sich auf den Bock fallen, die Flügel schienen sich weiter nach hinten zu schieben und Arme lösten sich aus ihnen. Mit offenem Mund beobachtete Lotor von seinem Hügel aus, wie der runde Kopf mit dem spitzen Schnabel, menschlich wurde und sich das Glitzern als Schwert erwies, nachdem der Mann nun griff.

Nun stand auf dem Kutschbock ein Mann mit den Flügeln und dem Unterleib eines Schultern die Flügel ragten. Seine Augen blitzten selbst in dieser Entfernung immer noch gelb und das Schwert in seiner Hand glitzerte gefährlich.

Das Wesen stürzte sich auf den nächsten Wachen, doch dieser hatte sich schnell genug aus der Starre gelöst und riss den Schild in die Höhe. Ein Knurren ließ Lotor aufhorchen, sein Pferd unter ihm scheute, als er es herumriss. Er riss den Schild vom Haken am Sattel und zog sein Schwert. Ein gewaltiger Wolf setzte auf ihn zu und sprang.

Lotors Pferd bäumte sich auf und er stürzte vom Pferd, das Untier jagte über ihm hinweg. Die Angst seiner Stute hatte ihm das Leben gerettet. Der Aufprall raubte ihm den Atem, der Boden hatte ihn nicht gerade sanft empfangen. Er nahm seine Kraft zusammen und rappelte sich auf, seine Schulter schmerzte ohne seinen Harnisch hätte er sich wahrscheinlich die Rippen gebrochen. Gerade wollte er sich der Schlacht zuwenden, da sah er das Monster schon wieder auf sich zu stürzten. Das war die Strafe der Götter, dass er mit dieser langweiligen Aufgabe zu unzufrieden gewesen war. Mit einem dumpfen Schlag prallte der massige Körper gegen den Schild, gemeinsam gingen sie zu Boden. Lotor ließ geistesgegenwärtig sein Schwert los, riss einen Dolch aus dem Halfter an seiner Hüfte und rammte ihn dem Biest in die Flanke. Warmes Blut strömte in einem warmen Schwall über seine Hand. Er ließ die Schneide mit aller Kraft einen langen Schnitt durch das dichte Fell und die dicke Haut vollführen. Das Tier knurrte noch lauter, als der Stahl über die Rippen schrammte. Gelbe Zähne schnappten nach seiner Kehle und verbissen sich in der nach oben gerissenen Armschiene. Lotor riss den Dolch in der Flanke noch ein Stück weiter, endlich hatte die Klinge das ende der Rippen erreicht und grub sich tief durch die starken Muskeln und eine Flut warmen Blutes ergoss sich über seine Hand.

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