Kapitel 34

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Vespasian riss den Kopf in die Höhne. „Was bei allen Feldern der Dunkelheit" Ein donnerndes Dröhnen ließ die Luft vibrieren. „Atendor ist in Gefahr!" Larion kam auf ihn zu gerannt mit rotem Gesicht und geweiteten Augen. „Was kann der Grund für den Warnruf sein?" murmelte Vespasian, er konnte sich keine Bedrohung vorstellen die zu so etwas führen würde. „Eine Rotte Orks, groß genug für eine Bedrohung hätten wir bemerken müssen" „Vielleicht ein Fehlalarm" entgegnete Larion, der nun als er darüber nachdachte auch auf keine logische Erklärung kam. „In einer anderen Festung ist das Halteseil erst von selbst gerissen, vielleicht ist es in Atendor jetzt auch passiert." „Vielleicht!" Vespasian legte den Sattel, den er für die Pause abgenommen hatte, auf sein Pferd, führte die Riemen unter dessen Bauch hindurch und zog sie mit gekonnten Griffen fest. „Finden wir es heraus!" Ohne weiteren Befehl sprangen die anderen Soldaten auf, umgürteten sich die Schwerter und sprangen auf ihre Pferde. Vespasian blickte zu zwei Männern die bereits im Sattel saßen, deutete auf sie und rief mit befehlsgewohnter Stimme „Ihr zwei reitet als Kundschaft voraus!" schnell wendeten sie ihre Pferde und ritten los. Larion erteilte rasch einige Befehle und saß dann selbst auf. „Das Horn bedeutet nicht einfach nur, dass die Festung angegriffen wird, sondern dass sie so gut wie verloren ist." Er setzte seinen Helm auf. „Wenn es kein Fehlalarm ist müssen wir schnell sein!" Vespasian nickte.

Sie ritten so schnell es der steinige Gebirgspfad zuließ. Dünnes Eis bedeckte den Boden und machte ihn zu einer reinen Todesfalle, drei Pferde waren bereits gestürzt, eines hatte sich dabei die Beine gebrochen so dass Vespasian befohlen hatte es zu erlösen, bevor er trotzdem in halsbrecherischem Tempo die Männer über den schmalen Pfad führte. Ein falscher Tritt und das Pferd würde mit seinen Reiter den steilen Hang hinab stürzen.

Gerade als sie in den Ausläufern des Gebirges durch einen spärlichen Wald ritten, wenn man bei den wenigen Bäumen überhaupt von Wald sprechen konnte, kehrte die Vorhut in hartem Galopp zurück.

„Wir haben Reiter gesehen, sie halten auf die Festung zu!" Vespasians Augenbrauen zogen sich zusammen. „Wie viele?" „Neun, vielleicht mehr." kam die Antwort prompt zurück. Der Botschafter des Königs schloss sein Visier und hob die Lanze. „Vielleicht ein Spähtrupp" meldete sich einer der Männer „Wir fangen sie ab!" stimmte Vespasian zu, gab seinem Pferd die Sporen und galoppierte voran.

Die kleine Gruppe ritt genau vor ihnen, mit schnellen Bewegungen gab er seinen Männern ein Zeichen, gemeinsam preschten sie auf die kleine Gruppe zu. Der Boden unter ihren Hufen bebte, als die vorderen Männer an Vespasian links und rechts vorbei preschten um die Gruppe einzukreisen. Mit wilden Gesten gab die Gruppe zu erkennen, dass sie Vespasian und seine Männer erblickt hatten, schnell mit äußerster Disziplin, bildeten sie einen Kreis und zogen die Schwerter. Der Stahl blitzte gefährlich in der Sonne, ein Lichtstrahl blendete ihn, dann waren die Reiter heran.

Vespasian zügelte sein Pferd „Drachengarde?" die blauen Umhänge mit dem Königswappen und dem eingestickten Drachenkopf sprachen für sich. Er hob die Faust um seine Männer zurück zu halten „Wer ist der zuständige Offizier?" knurrte Vespasian. Einer der Reiter ließ sein Pferd aus dem Kreis hervor treten und entgegnete barsch. „Wer fragt das?" Der Soldat der königlichen Leibwache blieb angespannt und behielt sein Schwert in der Hand. „Vespasian Flatorn, Botschafter seiner königlichen Hoheit. Und ihr Soldat?" erwiderte Vespasian, bei ihm klang Soldat eher wie ein Beleidigung als ein Beruf. „William Taurus, Hauptmann der Drachengarde." antwortete der Drachengardist. „Ich war auf der Suche nach euch Vespasian." er schob sein Schwert in die Scheide „Es geht um..." „Dafür ist jetzt keine Zeit!" Vespasian unterbrach ihn scharf, überging aber die Beleidigung nicht mit seinem Titel angesprochen worden zu sein. „Atendor ruft um Hilfe!" Er riss sein Pferd herum. Und rief über die Schulter. „Darum kümmern wir uns nachher." Er gab mit der Hand das Signal zum Aufbruch und ritt los voran.

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