„Ihr seid wach." Vespasian erblickte das breite Gesicht eines jungen Knappen mit geröteten Wangen. Schmerz zuckte durch seinen Rücken und Farben tanzten vor seinen Augen, als er versuchte sich zu erheben.
Er ächzte leise, das Licht, dass durch ein kleines Fenster fiel blendete ihn und zwang ihn den Kopf zur Seite zu drehen. Er befand sich in einem großen Raum, das Himmelbett in dem er lag hatte rote Vorhänge, die zum Fenster hin geöffnet ware. Das dunkle Holz stand im Kontrast zu den weißen Fließen und ließ die Sonne noch heller strahlen.
Vespasian setzte sich auf. „Wo bin ich?" seine Stimme war nicht mehr als ein leises Wispern, er fühlte sich noch erschöpfter als nach den drei schlaflosen Tagen und sein Körper fühlte sich an, als wäre eine Horde Pferde darübergalloppiert. „Ihr seid in Sicherheit, soweit man auf Atendor sicher sein kann." Ein grauhaariger Mann trat in Vespasians Blickfeld, sein Gesicht war von Sorgenfalten, durchzogen, doch als er Vespasian erblickte lächelte er.
„Bendaron. Ich nehme an ihr habt den Troll erledigt." sagte Vespasian eher zu sich selbst als er sich die Haare aus dem Gesicht strich. „Was ist passiert?" Vespasian fuhr sich anschließend über den Spitzbart, der nun fast einem Vollbart glich, er sollte unbedingt seine Haare schneiden und sich rasieren, dieses ungepflegte Aussehen gebührte einem Mann seines Standes nicht. „Ich und meine Jungs haben ihn erledigt, dich auf dein Pferd gepackt und hierher verfrachtet." Vespasian verzog trotz der Schmerzen keine Mine. „Was hat ihn so tief ins Reich geführt? Bergtrolle wagen sich doch normalerweise nicht auf Flachland." Bendaron lies sich auf einen Holzstuhl fallen seine Stirn legte sich in Falten. „Die Zeiten haben sich geändert, die Orks bekämpfen sich nicht mehr so heftig wie früher, unsere Spione haben schon sehr lange keine Nachricht von einer Schlacht dieser Monster mehr gebracht, einzig kleine Scharmützel. Die erbärmlichen Gnome stellen wieder Hinterhalte und versuchen unsere Männer in Fallen zu locken. Und alle Arten von Trollen tauchen immer wieder auf und vor allem Bergtrolle für die so ein Verhalten völlig selten ist, sie verlassen ihre schützenden kleinen Gebirgspfade und wandern hier im Flachland umher." Er winkte den Knappen weg „ Meine Männer stehen die ganze Zeit unter Anspannung, es ist bald unmöglich, diese Festung zu verlassen und zu hoffen ohne Verluste zurückkehren zu können, irgendetwas muss ihnen mehr Angst machen als wir."
Vespasian rieb sich über die verschlafenen Augen, diese Vorstellung war schrecklich, in dieser Burg Veteramen, ihre Pflicht war nicht die fetten Adligen vor ein paar Bauern zu beschützen, sondern die Grenzen zu sicher, gegen die schlimmsten Monster, Orks, Gnome und Trolle. Jeder Soldat hier war erprobt, sie waren trainiert und im Gegensatz zu den Soldaten im Land hatten die Truppen von Atendor schon Monstern gegenüber gestanden und nicht nur mit Puppen geübt. Die Vorstellung, dass diese hartgesottenen Männer schon fast überfordert mit den Geschehnissen waren, war ein Schock für den Königsboten. „Was führt euch her Vespasian?" Vespasian entging der Versuch das Thema zu wechseln nicht, er schüttelte den Kopf. „Es spielt keine Rolle mehr, eigentlich wollte der König ein paar Veteranen von hier abziehen, damit er weitere Lehrer für die Ausbildung der Neulinge bekommt, aber das ist bei den gegebenen Umständen nicht möglich." Bendaron kratzte sich am Hinterkopf und kniff die Augen zusammen. „In ein paar Tagen kommen einige weitere Jägerstaffeln zurück dann kann ich vielleicht ein paar entbehren." „Wo sind sie jetzt?" „Sie jagen ein paar Wesen." Bendaron zuckte die Schultern. „Das ist normal, auch wir waren auf der Jagd als wir dich fanden." „Dann werde ich warten, ich muss eh noch etwas erledigen. Wie lange sind wir eigentlich schon hier?" „Du lagst im Fieber, wir sind schon seit einer Woche hier" dem jungen Mann klappte das Kinn nach unten „Genug davon, gehen wir etwas essen." Winkte der Präfekt Atendors ab und Vespasian nickte zustimmend, sein Magen rumorte und aplaudierte freudig diesem Vorschlag.
Caphalor zog sich in den nun leeren Raum, er hatte die ganze Zeit am Sims gehangen und dem Gespräch gelauscht. Leise glitt er nun in den raum und sah sich um, nichts von Bedeutung, er schritt weiter, doch dann blieb er stehen. Wie von einer unsichtbaren Kraft gezwungen, drehte er sich um, trat ans Fenster und sah die triste karge Einöde nichts ist wie einst Caphalor dachte mit Trauer an vergangene Tage, dieser Boden hat zu viel Leid gesehen.
Einst lag hier eine prächtige und wundervolle Stadt inmitten schöner, reicher Felder und neben einem schönen prachtvollen Wald. Hier lebte vor vielen Jahren sein Volk, es war eine Stadt der Elfen gewesen die hier erstrahlte und der magische Gesang der Elfen hatte die Natur über alle Maßen erblühen lassen. Doch dieses Stück, einst wundervolles Land, war im Blut ertrunken und von totem Fleisch erstickt worden. Dies lag nun so viele Jahre zurück, doch die Erde würde es nie vergessen, der Boden blieb karg, mit kurzem harten Gras und nur vereinzelt waren Bäume zu finden.
Es war eine grausame Schlacht gewesen, aber nur eine unter vielen in diesem brutalen Krieg. Auf beiden Seiten wurde zu viel Blut vergossen, Caphalor hatte getötet, unter den Feinden gewütet und literweise Blut vergossen, er war der Tod so vieler Feinde, doch auch sie brachten damals den Tod über sein Volk, so viele verloren ihr Leben. Er wand sich ab, verdrängte die Erinnerung an verlorene Freunde und erschlagene Feinde. Caphalors scharfes Gehör folgte immer noch dem Gespräch der beiden Menschen. Diese einfältigen Menschen! Regieren nun das einst so schöne Land, doch sie zerstörten es, die Reichen versklaven und töten die Armen und Schwachen. Jetzt ist eine andere Zeit, vielleicht eine noch schrecklichere als einst, die Menschen haben sich doch nicht so stark verändert. Caphalor prüfte den Sitz seiner Waffen. Eine falsche Bewegung und ich habe es hier mit einer Horde ausgebildeter Killer zu tun. Er wusste, dass eine falsche Bewegung den Tod bedeuten konnte. Hier waren keine gelangweilten Stadtwachen eingesetzt wie in Denor, die fast bei der Arbeit schliefen, hier dienten schlachterprobte Veteranen, die wussten, was Unachtsamkeit für tödliche Folgen haben konnte.
Caphalor schritt durch den Raum, prüfte zum zweiten Mal den Sitz seiner Waffen und trat dann den Gang hinaus. Der Gang war nur beleuchtet durch das Licht einzelner Fackeln deren Licht und Schattenspiel über die Wände tanzte. Caphalor vernahm das Geräusch marschierender Stiefel, doch das Stampfen entfernte sich bereits.
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DIe Chroniken Relons
FantasíaEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
