Sie saßen versteckt hinter den Bäumen und warteten. Drakon hatte mitten im dichten Wald eine perfekte Stelle für ihren Hinterhalt gefunden. Stumm warteten sie nun im dichten Grün versteckt. Er wusste nicht einzuschätzen wie viel Zeit bereits verstrichen verstrichen war, die Sonne entzog sich ihm hinter dem dichten Laubhimmel der Ahornbäume und verbarg so ihren Stand, aber es mussten bereits Kerzenlängen vergangen sein. Das Zwitschern der Vögel war das einzige was die Stille durchbrach, während die Männer zusammengekauert warteten. Wieder begann sein Bein juckte, ein grässliches Kitzeln, doch er traute sich nicht zu kratzen, aus Angst den Busch, unter dem er lag zum Rascheln zu bringen. Das Herz schlug ihm schon jetzt bis zum Hals und seine Finger kribbelten in Erwartung des Kampfes, das war es was er eigentlich wollte, er hatte zwar als Späher viel gelernt, doch er fand keinen Gefallen daran im Geäst zu sitzen, er würde jede Minute in diesem Busch für eine Stunde im Kampf opfern. Da ertönte endlich das erwartete Gebrüll. „Necar und ein paar andere hatten sich bereiterklärt Lucius Patrouille anzulocken, nun hörte man sie wild schreiend durch das Gebüsch brechen auf der Flucht vor ihren Verfolgern, genau hier her wo die Falle zuschnappen sollte. Erst wenn sie Drakon passiert hätten würden sie sich zu erkennen geben. Noch einen Moment! Drakon stürzte vor riss einen Gegner zu Boden und schrie „Tötet sie alle!" es war seine Idee gewesen und so hatte Akon ihm den Befehl übertragen sehr zum missfallen Lirons. Scheppernd donnerte er sein Schwert gegen den Helm des Gegners der betäubte zusammenbrach. Doch daufür hatte er schon gar keine Augen mehr. In einer schnellen Drehung donnerte Schild gegen die Brust eines weiteren und Stach mit dem Schwert zu. Seine abgerundete Spitze blieb Problemlos im Kettengeflecht seines Gegners hängen, doch er folgte den Regel und ließ sich wehrlos zu Boden stürzen. Ein kurzer aber brutaler Kampf entbrannte. Leichte Infanterie band ihre Feinde, während sie nun von der schweren völlig umschlossen wurden. Die Überraschung wirkte, Drakon sah sich um, der weitere Plan war gewesen nun die Feinde mit den Bögen unter Beschuss zu nehmen, doch sie hatten die selbe Ausbildung genossen. So kämpften ihre Feinde zu dicht an ihren eigenen Männern um sich als Ziel präsentieren zu können. „Bögen weg und nehmt die Speere" schrie er den Schützen zu, die nun zu den Speeren griffen und über die Schilde ihrer Kameraden hinweg zustachen. Ihre Feinde fielen, doch einige hielten stand Lucius focht an Hektors Seite und einer nach dem anderen fiel ihren Schwertern zum Opfer.
Er rang jeden Gegner, der sich ihm in den Weg stellte mit ungezügelter Brutalität zu Boden und sein Schwert forderte ein Leben nach dem anderen. Drakon stieß gerade einen kleinen Blonden zu Boden und drückte ihm die Schneide gegen den Hals. Da sah er wie Patrokles von Lucius in den Staub getreten wurde. „Nein!" er sprang seinem Freund bei, doch er war zu weit entfernt. Lucius Klinge traf ihn in die Brust. Doch das reichte ihm in der Raserei noch nicht. Seine Klinge fuhr ein zweites Mal hinab, zielte nun jedoch auf seinen Hals. Ein Hieb der selbst mit stumpfer Waffe ein Leben beenden konnte. Im letzter Sekunde lenkte Drakon den Hieb mit einer kraftvollen Bewegung ab. Die Wucht hätte fast ausgereicht um ihn selbst zu entwaffnen. Sein Arm meldete sich mit einem stechenden Schmerz, doch dafür war nun keine Zeit. Lucius lachte leise „Ich hatte fast darauf gehofft auf dich zu treffen und wieder beweist du, das ein weiches Herz nicht auf das Schlachtfeld gehört." Stumm bemerkte Drakon welchen Fehler e beganngen hatte. Er war aus der Schlachtreihe gesprungen, nun dem Schwert seines Gegenübers völlig ausgeliefert. Er musste hier weg. Mir schneller Schlagfolge bedrängte er Lucius, der die Schwertstreiche jedoch mühelos parierte. Dann versuchte er zur Seite, zurück in die Schlachtreihe zu springen. Doch Lucius verhinderte diese mit gekonnten Angriffen, ja er drängte sie sogar noch weiter auseinander. Lucius parierte die nächsten Hiebe gekonnt, setzte zum Gegenangriff an, bewegte sich schnell, tänzelte mal nach links und mal nach rechts und setzte Hieb auf Hieb, stach zu, wich wieder einen Schritt zurück bevor er erneut die Klinge auf Drakon zu zischen ließ. Die Klingen kreuzten sich und beide Kontrahenten versuchten mit voller Kraft das Schwert des anderen zur Seite zu drücken, um einen erbarmungslosen Hieb auf seinen Feind zu landen. Drakon lies die Klinge nach links abgleiten riss das Schwert hoch und schlug zu. Doch Lucius war einfach zu schnell, er parierte den Hieb in der Drehung. Und riss die Klinge nach oben. Entsetzen spiegelte sich in seinem Gesicht, als ein dünnes Drahtseil sich plötzlich um seinen Hals schlang. Ein Anakoi, ein dünnes Drahtseil an dessen Ende ein Gewicht mit messerscharfen Kannten und einer Spitze hing.
Lucius ließ das Schwert mit Panik in den Augen griffen seine Finger nach dem Seil, doch es war zu spät, er konnte seinen Hals nicht mehr befreien. Es schnitt sich immer tiefer in die Haut, schnürte ihm die Luft ab. „Auf die Knie!" ertönte eine Stimme hinter Lucius. Dem nichts anderes übrig blieb als zu gehorchen, röchelnd mit den Fingern am Hals ließ er sich auf die Knie fallen, eine dünne Blutspur fand ihren Weg über dessen Hals.
Hinter Lucius stand Liron. Drakon konnte es immer noch nicht fassen, dass jemand so feige kämpfen konnte. Wenn er jemals einen Funken Respekt für den Rothaarigen übrig gehabt hatte, dann war dieser nun auch erloschen. Mehrere seiner Einheit, die Krieger des Löwenteams, versammelten sich um sie, einer trat Lucius Schwert weg und hielt sein eigenes an die Kehle des Knienden. Mit eine Handbewegung gab er Liron ein Zeichen, welcher daraufhin das Anakoi lockerte.
Nach Luft schnappend riss Lucius sich den Draht vom Hals. Ein blutiger Schnitt verlief in einer schmalen Linie um seinen Hals. „Verdammter Feigling!" Lucius spie aus, Hass und Abscheu sprangen aus seinen Augen gerade zu hervor. „Nimm ein Schwert und stelle dich mir wie ein Mann!" Liron lachte höhnisch. „Für wie dumm hältst du mich? Niemand hier ist dir im Kampf gewachsen." Er nickte einem der andern zu „Fessel ihn!" Knurrend bäumte sich Lucius, doch bevor er sich auf jemanden stürzen konnte schloss sich abermals der dünne Draht um seine Kehle. Röchelnd konnte er nicht anders als sich fesseln zu lassen. Drakon beobachtete wie geschickt Liron mit dieser eigentümlichen Waffe umgehen konnte, sie stammte nicht aus Relon und ein Umgang mit dieser erforderte langes Training, bisher kannte er sie nur aus Büchern. Dann fiel sein Blick auf den am Boden liegenden Patrokles, der sich zwar nicht bewegte, wie es die Regeln verlangten, aber ihm dankbar zu lächelte. Liron war zwar Feige, aber Lucius hatte es auch nicht anders verdient.
Drakons Blick schweifte über den Kampfplatz, alle aus dem Schlangenteam lagen ohnmächtig oder mit einer Klinge an der Kehle auf dem Boden, einzig Hektor stand erhobenen Hauptes mit zwei Speeren auf der Brust und einem im Rücken. Die Überraschung hatte eine große Wirkung gehabt, nur wenige aus seiner Gefährten waren gefallen, die meisten jedoch verletzt, die Schlangen hatten trotz allem ihr Leben teuer verkauft. „Fesselt die Gefangenen, jeder der sich wehrt wird erschlagen. Dann kümmert euch um die Verletzten und schafft dieses Pack ins Lager." befahl er.
Verborgen im Gebüsch stand Trent und beobachtete das Geschehen vor sich. Er war mehr als zufrieden, die Kadetten zeigten, was sie gelernt hatten, sie hatten einen hervorragenden Hinterhalt geschaffen und auch die in die Falle geratenen hatten sich sehr gut verteidigt. Doch ungern er es zugab, musste er einsehen das Drakon es mit seinem Favoriten aufnehmen konnte, er hätte gerne erfahren wie dieser Kampf ausgegangen wäre, doch Liron dieser Narr musste ihn ja unterbrechen. Dieses Mal war es anders gewesen. Der junge Taurus hatte sich nicht darum geschert ob er seinen Gegner erschlägt oder nicht, er hatte dieses Mal ohne Mitleid und ohne jede Rücksicht gekämpft. Er hätte gewinnen können. Jetzt began Drakon sein wahres Talent zu zeigen.
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DIe Chroniken Relons
FantasyEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
