Hochsommer 537 nach der Thronbesteigung der Tallerion
Müde schritt Farodin den Gang entlang. Ein Jahr war seit seiner Ankunft am Königspalast vergangen und er hatte Großes für sein Reich getan. Kataru war wieder sicher. Die Adelshäuser, die sich auf die Drohung des Königs angesprochen fühlten, eilten sogar nach Burgkadi, in dessen Palast krochen durch den Staub, baten und Gnade und erneuerten ihren Schwur. Außerdem hatten sie versucht Hochzeiten zu arrangieren, diese würden das Bündnis auf Jahre festigen, sie taten alles um dem Zorn derer von Lorntor zu entgehen, die nun mit den Relonischen Armeen im Rücken ihren unangefochtenen Platz auf dem Thron erreicht hatten.
Farodin lächelte, sein Vater hatte also recht behalten, mit Relon hinter sich wagte es niemand sich gegen ihn zu erheben, selbst die Nachbarreiche blieben bisher still. Das laute Klacken von Metall auf Stein ertönte. Er hatte ihn also doch mal wieder gefunden. „Wie soll ich euch beschützen, wenn ihr mir nicht sagt, dass ihr geht!" ertönte die vorwurfsvolle Stimme seines Wachen „Ser Argos" der gewaltige Drache hatte ihn eingeholt, selbst nach einem Jahr konnte er nur staunen wie diese Männer unter einer solchen Rüstung rennen konnten, es glich zwar weniger einem Sprint, sondern eher einem schnellen Joggen, aber das konnten sie mit beneidenswerter Anmut, wenn sich denn ein Berg von Stahl überhaupt anmutig nennen ließ.
„Ich brauche keinen Schutz, nicht im Königlichen Palast." „Die jetzigen Umstände fordern selbst dies!" erwiderte der Wächter und fiel in den schnellen Schritt des Prinzen mit ein. Vielleicht hatte er recht. Während in Kataru die Lage stabiler wurde als jemals zuvor schien sie hier langsam zu bröckeln. Die Zwerge hatten sich in ihr Gebirge zurückgezogen, während Dendron seine Männer gleichzeitig gegen die von Osten einfallende Elfenarmee und die aus dem Südgebirge immer wieder vorpreschende Rebellenarmee senden musste. Dazu kam noch, dass Adlige spurlos verschwanden, nur um einige Tage später gefoltert und grausam ermordet wieder aufzutauchen. Und gerade das war es, was den Druck auf die Krone erhöhte, nicht die Armen und einfachen Soldaten die an den Grenzen fielen, sondern die reichen Männer die nun nach Schutz schrien. Er hätte gerne seinen Onkel um Rat gefragt, doch dieser war seit ihrer Ankunft in ganz Relon unterwegs um alte Verbündete zu treffen und alte Kontakte wieder aufzufrischen. Er hatte sich nicht einmal die Zeit genommen in die Heimat zurückzukehren, wo überall gewaltige Feste für die Götter veranstaltet wurden, die ihnen in ihrer unendlichen Gnade und Weisheit ihren Helden zurückgegeben hatten. Überall verklangen neue Lieder und Geschichten darüber, wie der Speer der Abenddämmerung sich aus dem Reich des Todes zurück kämpfte. Sein Vater hatte ihm alle Ämter und Titel zurückgegeben und seinen Onkel zum Botschafter Katarus ernannt. Währenddessen war Farodin der Aufgabe eines Botschafter am Königshof gefolgt. Ihn und den jungen König verband nun eine Freundschaft, wie er es niemals zu träumen gewagt hatte, er hatte sogar einen Stuhl im Kronrat bekommen um die Anliegen seines Volkes vertreten zu können.
Und selbst die Lage schüchterte ihn nicht ein, bald war die Hochzeit anberaumt, endlich nach fast einem Jahr hatten die Götter ihren Segen für die Vermählung zugesichert. Nun zusammen mit seiner Schwester sollten sich die Armeen Katarus bald in Relon ankommen. Bisher hatte sein Vater sich nur überzeugen lassen mehrere Magiereinheiten und Verpflegung für die Front zu entsenden. Doch mit der Hochzeit wäre der letzte Stein für das Bündnis gesetzt, gemeinsam würden ihre Armeen die Zwerge vernichten.
Kaum hatte Dendron mit seinen Reformen die Gesetze gegen Magier und die Magie aufgehoben und ihnen einen Platz in der Gesellschaft eingeräumt, schon waren sie zu Haufen aus ihren Verstecken gekommen. Die Gerüchte von einem übermächtigen Magier hatten sich daraufhin breit gemacht, der jeden Magier der nicht freiwillig unter seine Herrschaft kam tötete. Diese Gerüchte hatten einen regen Zulauf für die Ausbildung der Magier gegeben. Und der König hatte die Falken gegründet, eine Militäreinheit der Magier. Im Volk wurden sie wegen ihrer Macht gefürchtet, in der Armee für ihren Schutz vor der Magie der Feinde geachtet und die Priester hatten laut stark gegen diese gottlose Kraft gewettert. Schlussendlich hatten sie deswegen sogar gedroht vom Schlachtfeld zu ziehen und die Soldaten ohne jeden Schutz gegen die Magie ihrer Gegner zu lassen. Erst nach einem Haufen Zugeständnisse hatte sich das Kolloquium, der Rat aller Hütter, die höchsten Priester der Götter, zu einer Einigung mit den Magiern bewegen lassen und dem König weiterhin ihre Unterstützung zugesichert.
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DIe Chroniken Relons
FantasyEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
